Cocktailbart » Cocktails » Blood and Basil: Blutwurz-Basilikum-Cocktail

Blood and Basil: Blutwurz-Basilikum-Cocktail

Der Cocktail Blood and Basil bekommt seine grüne Farbe durch ein Zusammenspiel aus Blutwurz, Apfelsaft und Blue Curaçao.
Der Cocktail Blood and Basil bekommt seine grüne Farbe durch ein Zusammenspiel aus Blutwurz, Apfelsaft und Blue Curaçao.

Die Hauptkomponenten des Blood and Basil sind Blutwurz und Basilikum. Auch, wenn das jetzt abstrus klingt: Beides passt so unglaublich gut zusammen, dass man sich nach dem ersten Schluck fragt, nein: fragen MUSS, warum nicht jedes italienische Restaurant zum Tomate-Mozarella-Teller ein Stamperl Blutwurz serviert. Entdeckt haben diese Kombi nicht wir – das war die Wunderbar im schönen Regensburg, mit einem Cocktail, den wir bei unserer Cocktail-Tour durch Regensburg eigentlich mehr aus Jux und Dollerei bestellt haben:

Hauzenberger Gwasch. Man muss in Bayern aufgewachsen sein oder wenigstens lange dort leben, um sich auch nur annähernd was darunter vorstellen zu können. Hauzenberg ist der Ort, aus dem der Blutwurz stammt, Gwasch ist sowas wie Gerede, nur feuchter. Nochmal eine andere Nummer ist es dann, sich dahinter etwas leckeres vorstellen können. Das Hauzenberger Gwasch war an besagtem Abend ein Aktions-Cocktail aus Blutwurz, Basilikum, Triple Sec, Blue Curaçao, Apfelsaft und Ginger Beer. Der war irre gut – und genau deshalb twisteten daraus den (zumindest für uns) noch ein kleines bisschen geileren Blood and Basil.

Das Rezept für Blood and Basil

  • 4 cl Blutwurz
  • 1,5 cl Blue Curaçao
  • 2 cl naturtrüber Apfelsaft
  • Ginger Beer (zum Auffüllen)
  • Eine Handvoll Basilikum
  • 3 Spritzer Angostura Bitters (zum floaten)

Den Basilikum mit einem Stößel andrücken, mit Blutwurz,  Blue Curaçao und Apfelsaft hart auf Eis shaken, in ein Longdrinkglas mit frischen Eiswürfeln doppelt abseihen, mit Ginger Beer auffüllen und mit Angostura Bitters floaten. Mit Basilikum garnieren. Trinken

Wieso machen wir diesen Drink so?

Die Original-Zutatenliste für das Hauzenberger Gwasch aus der Wunderbar in Regensburg.
Die Original-Zutatenliste für das Hauzenberger Gwasch aus der Wunderbar in Regensburg.

Das Hauzenberger Gwasch war irre lecker. Wir könnten jetzt sagen, wir sahen da noch starkes Optimierungspotenzial, aber in Wahrheit wollten wir einfach nur mit der Aromenkombination rumspielen. Zunächst haben wir damit angefangen, den Originaldrink nachzumixen; schließlich hing netterweise die Zutatenliste in der Wunderbar. Gut, wenn man eine tiefgrüne Flüssigkeit mit einem Namen wie Hauzenberger Gwasch an Menschen verkaufen möchte, ist ein bisschen weniger Mysterium wahrscheinlich eine gute Idee.

Die größten Probleme hatten wir mit dem Orangenlikör-Duo aus Triple Sec und Blue Curaçao – das ist geschmacklich eher unsinnig, außer man nimmt extrem intensive und sehr unterschiedliche Produkte. Aber selbst dann werden die sich schwer tun, ihre Nuancen gegen Ginger Beer, Basilikum und Blutwurz auszuspielen. Wir probieren also beide Varianten einzeln aus und stellen geschmacklich keine Unterschiede fest. Nur die Farbe verändert sich massiv: durchsichtiger Triple Sec gibt einen gelben Drink, zusammen mit Blue Curaçao wird er giftgrün – wie das Gwasch. Also bleiben wir bei der blauen Variante.

Ansonsten sind wir relativ schnell an einem Punkt, an dem wir sagen: „So hat der geschmeckt.“ und gehen in die Twist-Phase. Weil die aber eher gruslig verläuft (Swimming-Pool-Varianten und Eiweiß-Debakel inklusive) landen wir schnell wieder beim Originalrezept – erkennen aber tatsächlich ein kleines bisschen Optimierungspotenzial. Das betrifft nicht nur aber auch die Optik und den Namen.

Wie kamen wir zum Namen Blood and Basil?

Der größte, oder sogar der einzige relevante Unterschied zwischen einem Hauzenberger Gwasch und dem Blood and Basil ist die Garnitur, beziehungsweise die Angostura Bitters, die wir in diesem Fall auch als Garnitur verwenden: die Bitters runden den Drink ab, verleihen ihm in seiner Welt aus Frucht und Kräutern ein wenig mehr Vollmundigkeit. Er wird geschmacklich einfach breiter. Durch das Floaten sind sie geschmacklich dann auch die meiste Zeit sehr präsent – was aber hier wie zum Beispiel auch beim Mojito durchaus sinnvoll ist und Spaß macht.

Das Basilikumblatt obendrauf sorgt nicht nur für die schönere Optik, sondern auch für Duft in der Nase. Der trägt wesentlich zum Geschmackserlebnis bei. Der Gag an der ganzen Deko-Sache: Angostura Bitters werden rot, wenn man sie leicht verdünnt, gefloatet im Cocktail sehen sie aus wie Blut. Damit ist im Blood and Basil nicht nur inhaltlich Bloodwurz mit Basil-ikum drin, er trägt seinen Namen auch als optische Visitenkarte in die Welt.

Welcher Blue Curaçao ist der beste für diesen Drink?

Die meisten Blue Curaçaos sind vergleichsweise günstig und sie sind allesamt überzuckert und schmecken teilweise eher künstlich. Wenn wir ganz ehrlich sind: Wer maximalen Wert auf Geschmack legt, lässt das „Blue“ weg und schnappt sich einen Cointreau, das macht im Drink einfach ein klein wenig mehr her. Der wird allerdings davon tiefgelb statt leuchtend grün, was optisch nicht annähernd so viel Spaß macht. Aber um den Geschmacksunterschied zu bemerken, muss man sehr aufmerksam hinschmecken sich konzentrieren und, wir sind ja ehrlich, sich vielleicht sogar ein bisschen was einbilden. Deswegen geben wir hier ausnahmsweise der Optik den Vorzug und greifen für den Blue Curaçao zu Bols oder Giffard.

Der Triple-Sec-Variante vom Blood and Basil fehlt die schicke Optik - aber er ist um 0,5 Prozent leckerer als die Version mit Blue Curacao.
Der Triple-Sec-Variante vom Blood and Basil fehlt die schicke Optik – aber er ist um 0,5 Prozent leckerer als die Version mit Blue Curacao.

Apfelsaft und Ginger Beer

Wer einen naturtrüben Apfelsaft von halbwegs brauchbarer Qualität benutzt, macht nichts falsch. Grundsätzlich gilt aber: je dicker, desto besser. Ein bisschen Konsistenz tut dem Drink gut. Wir experimentieren hier auch mit frischgepresstem Apfelsaft – da kommen dünnere Säfte raus, die allerdings intensiver schmecken. Der einzige, der hier einen merklich geschmacklichen Unterschied macht, ist der Saft aus grünen, sauren Äpfeln. Der gibt auch dem Blood and Basil ein mehr an Säure, das durchaus funktioniert, aber im Test nicht jedem gefällt. Falls ihr einen Entsafter zu Hause habt und gerne experimentiert, solltet ihr die Variante aber einmal ausprobieren.

Beim Ginger Beer braucht ihr eines mit merklicher Schärfe, dass sich auch gegen die anderen Zutaten durchsetzen kann. Das bietet jedoch auch das inzwischen fast überall  erhältliche und durchaus leckere Thomas Henry Spicy Ginger. Gegentests mit Fenitman’s und Goldberg bestätigten nur die erste Wahl, beide funktionieren absolut okay, hinterlassen aber nicht dieses leichte Brennen auf den Lippen, das durchaus angenehm sein kann.

Welchen Blutwurz nehme ich?

Den einzig wahren, den von Penninger. Dank der schicken neuen Black Edition macht sich die Flasche dann sogar gut in der Hausbar. Während die sich zum Ur-Blutwurz wirklich nur durch die Flasche unterscheidet, ist der Blutwurz Red Edition eine echte, neue Blutwurz-Sorte mit Kirschen. Sobald wir unsere schmutzigen Griffel an eine Flasche davon kriegen, testen wir den Blood and Basil natürlich auch damit nochmal, vorerst müssen wir euch diesen Teil des Experiments aber schuldig bleiben.

Die Amazon.de-Einkaufsliste für den Blood and Basil

 (Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

 

JohannTrasch

Kommentar hinzufügen

Klicke hier um einen Kommentar hinzuzufügen