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Gimlet: das perfekte Rezept für den Cocktail-Klassiker mit Gin

Ein Gimlet aus Gin und Lime Jiuce. Quelle: Fotolia.com © blazer76
Ein Gimlet aus Gin und Lime Jiuce. Quelle: Fotolia.com © blazer76

Wer sich nicht aktiv für Cocktails, Cocktail-Geschichte und diese vielzitierte Mixology interessiert, der kommt heutzutage gar nicht mehr mit einem Gimlet in Berührung. Wie alle Drinks aus Martini-Gläsern ist er nichts für Studentenpartys und nichts für die Kneipe am Eck. Er ist ein beinahe ausgestorbener Klassiker, den Cocktail-Bars, die halbwegs was auf sich halten, eben noch auf der Karte stehen haben. Für den Fall, dass irgendein Pseudo-Connoisseur vorbeikommt und die Karte mit Argusaugen nach Lücken absucht, um sich aufzuspielen.

Ist ja auch nicht viel dabei: Gin ist eh da, Lime Juice Cordial kostet nicht viel. Mehr braucht man für einen Gimlet auch gar nicht. Außer man will noch frischen Limettensaft dazupacken. Oder man macht seinen Lime Juice selbst. Oder man fragt sich, warum wir hier von Lime Juice und Limettensaft als zwei verschiedenen Sachen schreiben – und was dieses Cordial überhaupt heißen soll. Tatsache ist: Genau wie der Gin Tonic oder der Martini ist der Gimlet gar nicht so simpel wie man denkt – und genau deshalb ist dieser Drink aus der Kategorie der Sours mal ein paar Homemixing-Versuche wert.

Das perfekte Rezept für Gimlet

– 6 cl Gin
– 2 cl Lime Juice
– 1 Spritzer Limette

Alles im Shaker auf Eiswürfeln mixen. In ein gekühltes Martiniglas, sprich ein Cocktailglas kippen, darin bitte keine Eiswürfel. Mit einer Limettenscheibe garnieren. Trinken.

Die Story hinter dem Gimlet

Am Anfang stand der Gin – den trinken Briten unglaublich gerne, auch schon im 19. Jahrhundert. Damals fuhren sie aber auch gerne zur See und zwar oft monatelang – damit einem da nicht das Vitamin C ausging, brauchte man Zitrusfrüchte: Zitronen und Limetten. Ursprünglich legte man die Dinger in Rum ein, damit sie unterwegs nicht wegfaulten, aber irgendwann kam eine Schottin namens Rose auf die Idee, man könnte den Limettensaft ja auch mit Zuckersirup vermengen – Rose’s Lime Juice Cordial war geboren.

„Cordial“ das steht für Stärkungsmittel und von der reinen Zuckermenge her ist das Gesöff irgendwo zwischen Sirup und Saft. Auf See hatten die Briten dann mit dem zu Lime Juice verarbeiteten Limettensaft ein ganz ähnliches Problem wie mit dem Tonic: Er schmeckte (und schmeckt) pur eher so mittelmiserabel und im Gegensatz zu in Rum eingelegten Zitronen machte er leider auch nicht blöd. Also schütteten sich die englischen Seefahrer Gin in Ihren Lime Juice und fuhren angeschäckert und gesund über’s Meer – ein fantastisches Abenteuer.

Welcher Gin für den Gimlet?

Der Gimlet ist ein klassischer Shortdrink: Eine Spirituose, ein bisschen Filler, kein Eis. Verdünnt wird er nur durch das bisschen Schmelzwasser der Eiswürfel, das beim Shaken im Cocktail landet. Ergo hat der gewählte Gin einen gewaltigen Anteil am Geschmack und ihr solltet euch genau überlegen, welchen ihr benutzt. Ein intensiver Gin wie der Niemand, Skin Gin oder Professor Ampleforth’s Bathtub Gin beißt sich mit dem Limettenaroma, das ganze wird zu frisch-floral, zu aufdringlich und teilweise wirkt ein solcher Gimlet sogar ein bisschen künstlich. Ihr braucht also mildere Gins.

Gimlet aus Rose's Lime Juice und Hendrick's Gin.
Gimlet aus Rose’s Lime Juice und Hendrick’s Gin.

Im Test schnitten hier diejenigen Gins am besten ab, die uns auch schon im Martini begeisterten, ein simpler Gordon’s und natürlich der Tanqueray No Ten. Deren Aromen sind merkbar, aber nicht so intensiv, sie schmiegen sich an den Lime Juice und den Limettensaft an. Damit der Cocktail dann aber auch ein klarer Shortdrink mit alkoholischem Profil bleibt, solltet ihr das Mischverhältnis dieses Drinks von 3:1 beachten und den Lime Juice-Anteil nicht anheben – sonst schmeckt ihr in euren Gimlets nur noch saure Vernichtung. Das ist super, falls ihr keinen Gin mögt – aber wieso mixt ihr euch dann einen Gimlet?

Selbstgemachter Lime Juice oder kaufen?

Lime Juice schmeckt nach Limettensaft mit Zuckersirup und ehrlich gesagt ziemlich aufdringlich und industriell. Viele Barkeeper und auch ein paar Homemixer kochen sich ihren Limettensirupsaft deswegen selbst. Kann man machen – und wenn wir damit unser Geld verdienen würden, wahrscheinlich würden wir’s auch. Aber so ist der Geschmacksunterschied zum Lime Juice Cordial zu gering und unser Verbrauch auch zu mickrig: Wir würden alle paar Wochen Sirup wegschütten und uns für zwei oder drei Gimlets dann wieder eine halbe Stunde in die Küche stellen.

Und auch der selbstgemachte Limettensirup ist nicht unbedingt was, das man zum Spaß pur oder mit Wasser aufgegossen trinken würde – der Mehrwert stimmt schlicht nicht. Deshalb greifen wir zu gekauftem Lime Juice – und mixen damit sicher nicht den 100-Prozent-Gimlet; aber für 96 Prozent reicht die altehrwürdige Rose’s-Variante allemal. Übrigens: Varianten mit Zitronensaft gehen gar nicht. Schmecken wie Gin Tonic ohne Tonic.

Gehört frische Limette in den Gimlet?

Wenn man einen Cocktail-Puristen fragt, lautet die Antwort darauf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit: Nö. Ein Gimlet ist ein Zwei-Komponenten-Cocktail-Rezept und nur die Wahl der beiden Zutaten und das Mischverhältnis sollten den Geschmack bestimmen. Tatsache ist aber: Ein großer Spritzer frischer Limettensaft rundet eure Gimlets ab, nimmt ihm ein wenig von der industriellen Zuckrigkeit des Lime Juice Cordial , macht ihn einfach angenehmer. Einen ganz ähnlichen Effekt erreicht ihr, wenn ihr mit einer Limettenscheibe oder einer Zeste garniert: der Limettengeruch reicht oft schon, um die Geschmacksnerven mit ätherischen Ölen zu benetzen und eurem Gimlet den gewissen Kick zu geben und den perfekten Drink zu mixen.

Bonusfrage: Wie spricht man Gimlet aus?

Weil man in Bars auch gelegentlich Leute beim bestellen eines Schimlès beobachten kann: das Ding heißt Gimlet, wie man’s schreibt:

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JohannTrasch

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