Cocktailbart » Cocktails » Cocktails mit Gin » Gin Tonic Coffee Cucumber: Der G&T mit Cold Brew und Gurke

Gin Tonic Coffee Cucumber: Der G&T mit Cold Brew und Gurke

Der Gin Tonic Coffee Cucumber wird der Sommer-Drink 2017 - garantiert.
Der Gin Tonic Coffee Cucumber wird der Sommer-Drink 2017 - garantiert.

Entgegen aller Verlautbarungen von echten wie eingebildeten Spirituosen– und Cocktail-Experten, weigert sich der Gin-Trend beharrlich, abzuebben. Im Gegenteil: Gin und Gin Tonic werden immer noch beliebter, jeden Monat entsteht irgendwo ein neues Wacholder-Destillat, ein Tonic-Water-Startup oder ein neuer G&T-Trend. Zuletzt war das Gin Tonic Coffee, der Ende Januar/Anfang Februar gefühlt in jeder Frauenzeitschrift und in jeder Lifestyle-Spalte jedes Magazins auftauchte. Cold Brew Coffee als Garnitur für den Gin Tonic.

Wir geben’s zu: wir wurden damit nicht warm. Egal wie viele Cold Brew und Cold Drip Coffees wir mit welchen Gin und Tonic-Kombis auch probiert haben – der Drink wollte bei uns nicht zünden. Nach gefühlt Hunderten Experimenten wissen wir auch warum: die richtige Deko hat gefehlt. Ein Element, das den je nach Sorte und Röstung fruchtig-schokoladig-herben Kaffee mit dem zitronig-kräutrig-wacholdrig-bitteren Gin Tonic verbindet. Es ist: Gurke.

Die Story hinter dem Gin Tonic Coffee Cucumber

Der Gin Tonic Coffee entstand wahrscheinlich irgendwann in den frühen 2010er Jahren, wurde allerdings schnell wieder unter den Teppich gekehrt: Zu wenig massentauglich für die Allgemeinheit und zu Gin Tonic für die Cocktail-Bohème, die sich schon damals eher anderen Klassikern zuwendete oder ironisch Tikis trank. Erst als Cold Brew Coffee 2016 zum Trend wurde, gruben großteilig Frauenmagazine und Food-Blogger das Ding wieder aus. Ihnen allen gemein: Generell sehen sie den Kaffee als flüssige Deko für diesen Drink – hat für uns nur nicht funktioniert, was es sauschwer gemacht hat, einen Artikel zum Thema zu schreiben.

Weil wir das aber ganz dringend wollten (schließlich wird über das Thema anscheinend gesprochen), aber einfach keine Kombi hinbekommen haben, hinter die wir uns stellen konnten, probierten wir mit Zusatz-Dekorationen herum: Hibiskus-Blüten, Schokoladen-Espuma, einem Stück Appenzeller, mittelalt. Dass wir am Ende auf die Gurke kamen, war tatsächlich Zufall: Als wir uns an einem Gin Tonic Coffee-Abend einen letzten G&T mixten – müde, frustriert, angeheitert, – garnierten wir ihn am Ende versehentlich aus purer Gewohnheit mit Gurkenschnitzen. Das Ergebnis war so fruchtig-frisch-belebend wie ein knackiger Sommersalat mit einem doppelten Espresso. Der Wahnsinn.

Also machten wir uns ans geschmackliche Feintuning: Weil die Gurken als pure Schnitze noch zu wenig Saft abgaben, vergrößerten wir ihre Oberfläche und legten sie als dünne Scheiben (einfach mit dem Sparschäler drüber) innen im Glas aus und packten die Eiswürfel drauf. War schon nah dran. Das Tüpfelchen auf dem i: das Gurkenschiff als Deko auf der Oberfläche. Durch die Berührung der bitteren Schale mit dem Kaffee werden Cold Brew- und Gin-Aromen noch besser verbunden, die bearbeitete Oberfläche sorgt für intensiven Gurkenduft in der Nase und Kaffeegeschmack im Mund – himmlisch.

Das Rezept für den Gin Tonic Coffee Cucumber

  • 6 cl Gin
  • 18 cl Tonic Water
  • 4 cl Cold Brew Coffee
  • Gurke (als dünngehobelte Scheiben und als Boot)

Glas mit Gurkenscheiben auslegen, Eiswürfel drauf. Aus dem Rest der Gurke und einem halbierten Zahnstocher ein zweimastiges Boot schnitzen. Gin, Tonic Water und zum Schluss langsam Cold Brew ins Glas gießen. Trinken.

Der optimale Kaffee für diesen besonderen Gin Tonic

Wir kennen uns grundsätzlich nicht besonders gut mit Kaffee aus – kaufen beim Röster unseres Vertrauens und orientieren uns an dem, was er auf seine Verpackungen schreibt. Tests mit Cold Brew aus den gängigen Supermarkt-Tüten endeten wie erwartet in Sachen, die wir schon außerhalb eines Gin Tonics nicht trinken wollen würden. Insgesamt haben wir ansonsten aber festgestellt, dass es nicht die fruchtigen, teils sogar zitronigen Kaffees sind, die im Gin Tonic Coffee Cucumber funktionieren, sondern die herb-schokoladigen, mit Aromen von Nüssen oder Austern. Den Nüssen des Meeres. Experimente mit heißen Kaffeevarianten gingen übrigens komplett schief, egal ob Filterkaffee oder Espresso. Hingegen war es vollkommen egal, ob wir einen Kaffee nun als Cold Drip oder Cold Brew angesetzt haben, geschmacklich ergaben sich pur kaum, im G&T gar keine Unterschiede.

Der optimale Gin für den Gin Tonic Coffee Cucumber

Wir setzen für diesen Drink auf Gins mit intensiven oder zumindest sehr merklichen Wacholder-Aromen: Der kalte Kaffe in Kombination mit der fruchtigen Gurke und dem Duft frischen Wacholders, das funktioniert einfach hervorragend. Ein Juniper Jack, Granit Gin oder der Hoos London Gin waren jeweils eine besonders gute Wahl. Was uns überrascht hat: Welcher Gin der richtige ist, hängt zu großen Teilen von der Art des Gurkenschiffs ab, das ihr schnitzt. Unsere Zweimaster-Wacholder-Variante ist zwar diejenige, die uns am meisten überzeugt hat, jedoch haben im Test auch andere Versionen gut funktioniert.

Ein einmastiges Segelschiff hat zum Beispiel bei eher zurückhaltenden, zitronigen Gins wie dem Tanqueray No. 10 funktioniert, beim nginious Smoked&Salted Gin dagegen haben wir hervorragend Ergebnisse mit einem Nachbau des amerikanischen Heckraddampfers Belle of Louisville erzielt. Um die Rauch-Aromen zu unterstützen, empfiehlt es sich hier jedoch, den Gurkendampfer vorher leicht anzugrillen. Diese Variante des Gin Tonic Coffee Cucumber ist damit der optimale Begleiter für’s nächste Grillfest.

Das perfekte Tonic Water

Das Tonic übernimmt in diesem Drink tatsächlich die Rolle eines „Fillers“ im klassischen Wortsinne: er füllt das Glas auf. Entsprechend setzen wir auf ein eher mildes Tonic Water wie das Fever Tree Mediterranean oder das Thomas Henry Slim Tonic. Experimente mit normalem Sprudelwasser hauen nicht ganz so hin wie gedacht, der leichte Zitrus-Tatsch mit dem Rest an Bitterkeit fehlt dem Drink ohne das Tonic.

Kann ich das Schiff gegen normale Gurkenschnitze tauschen?

Eine Frage, die wir uns in der Testphase selbst häufiger gestellt haben und die auch unsere eingeladenen Drink-Testern unter den Nägeln brannte. Wir haben zwar lang und breit versucht, das Schiff gegen einfachere Varianten auszutauschen, geschmacklich kommt aber nichts an diese feine Symbiose aus Gurken-Aromen in der Nase und Geschmacks-Austausch mit dem Drink selbst heran. Und sind wir doch mal ehrlich: Ohne ein Gurkenschiff wäre der Gin Tonic Coffee Cucumber nur eine widerwärtige braungrüne Suppe, die keine Sau trinken kann und dieser Artikel der lahmste Aprilscherz 2017.

JohannTrasch

Kommentar hinzufügen

Klicke hier um einen Kommentar hinzuzufügen