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Dreamlover der Pina Colada-Twist in schokoladig

Ein Dreamlover-Cocktail mit Rum, Schokolikör und Milch. Quelle: Fotolia.com © fotek
Ein Dreamlover-Cocktail mit Rum, Schokolikör und Milch. Quelle: Fotolia.com © fotek

„Die Zeiten schwerer, cremiger Sahne-Cocktails sind vorbei!“ sagen Bartender oft und meinen damit „Wir haben keinen Bock mehr, die zu mixen.“. Kann man auch irgendwo verstehen. Die kompletten 80er und 90er hindurch haben die Jungs nichts anderes gemacht, als Piña Coladas, Caipis und Wodka Bulls zu mixen. Dass man den Trend hin zur Qualität jetzt für feinere, anspruchsvollere Drinks nutzen will, dass man filigraner arbeiten will – geschenkt. Und trotzdem: Manchmal hat man halt Bock auf cremige, süße Pampe. Auf ein Dessert, das ein bisschen weich macht in der Rübe – auf einen Dreamlover.

Woher stammt der Dreamlover?

Dieser Dreamlover-Artikel ist ein Leserwunsch – und weil wir davon nicht viele haben („Leser oder Leserwünsche?“ – „Beides.“) erfüllen wir die auch. Bei der Recherche zu einem Cocktail-Rezept mit einem so klangvollen Namen erhofften wir uns wilde Geschichten aus dem Hawaii der 50er, eine abgefahrene Story über eine Hollywood-Legende, die dem Drink zu seinem mysteriösen Namen verhalf. Nix. Unsere Recherche förderte zutage, dass der Dreamlover Anfang der 2000er im Bla Bla in Emmering erfunden wurde. Um den mixologischen Wert der Bar einschätzen zu können, muss man nur wissen: da ist Donnerstag Schnitzeltag – das Schnitzel kostet dann 6,90.

Vom Bla Bla fand der Cocktail seinen Weg ins Netz: Und weil Ananassaft, Kokossirup, Mandelsirup, Baileys und Milch eben ganz nah an dem dran sind, was sich die Menschen der frühen 2000er unter einer Piña Colada vorgestellt haben, verbreitete er sich von dort aus. Im Original kommt zu dieser Mixtur dann noch Gin. Um es auf die Such-für-die-Gartenparty-nochmal-einen-Cocktail-für-die-Mama-raus-Liste zu schaffen, flog der allerdings in den meisten Netz-Rezepten wieder raus. Zu Testzwecken haben wir uns natürlich einen Dreamlover nach Originalrezept gemixt. Aber wirklich nur einen. Und haben uns dann daran gemacht, das Rezept zu optimieren.

Das perfekte Rezept für den Dreamlover

  • 10 cl Milch
  • 2 cl Weißer Rum
  • 4 cl Dunkler Schokoladenlikör
  • 2 cl Cream of Coconut
  • 1 cl Mandelsirup
  • 1 halbe Scheibe Ananas
  • 3 Spritzer Chocolate Bitters

Die Ananas kleinschneiden und im Shaker andrücken. So, dass Saft austritt, nicht so, dass nur noch Matschepampe drin ist. Restliche Zutaten mit in den Shaker, Eis dazu und kräftig shaken. In ein vorgekühltes Fancy Drink-Glas mit frischem Eis dopppelt abseihen. Trinken.

Warum kein Baileys, sondern Schokoladenlikör?

Der Gag an diesem Cocktail ist die Süße und Cremigkeit – aber die muss ausgewogen sein. Wie bei einem guten Dessert. Praktisch alle Zutaten des Originalrezepts bestehen zum großen Teil aus Zucker und sind pappsüß, wir hätten’s lieber ausgewogen. Daher ersetzen wir direkt als erstes auch die Irish Cream als Likör durch einen schokoladigeren und herberen dunklen Schokoladenlikör, in unserem Fall durch einen Mozart Dark Chocolate. Der schiebt den ganzen Dreamlover in eine schokoladigere Dimension und damit weiter weg von der Piña Colada.

Warum Rum?

Den Gin aus dem Originalrezept haben wir pflichtgemäß probiert und waren mittelschwer verstört. Rum passt als alkoholische Komponente optimal zwischen Ananas, Kokos und Schokolade und er macht den Drink nur marginal „härter“. Der Schokoladenlikör ist kräftig genug, um auch mit nur 4 cl ganz klar der Tongeber zu sein und der Rum gibt dem Cocktail auch was – im Gegensatz zu Wodka, der zuweilen auch als zweiter Alkohol für den Dreamlover eingesetzt wird. Wir nehmen für den Dreamlover einen möglichst hochwertigen weißen Rum, der vor allem das klassische Rum-Aroma liefert. Lager-Rum bringt Leder, Holz und Rauch mit, die wir hier nicht brauchen.

Was bitte ist Cream of Coconut?

Kokossirup ist weiße Zuckerpampe, die im Geruch entfernt an Kokos erinnert und nach Zucker mit aromatisiertem Styropor schmeckt. Kokosmilch ist deutlich besser, Cream of Coconut aber die Königsklasse unter den Kokos-Fillern in der Welt der Cocktails. Sie ist irre aromatisch und verleiht durch ihre Cremigkeit dem Drink zusätzliche Textur. Leider findet man sie im Einzelhandel kaum und auch online springt sie einem nicht unbedingt immer und überall ins Gesicht. Unten in der Einkaufsliste für Dreamlover haben wir aber natürlich eine mit rausgesucht.

Frische Ananas ist der Burner. Ananas-Saft aus dem Tetrapack ist der Urin des Urwalds.
Frische Ananas ist der Burner. Ananas-Saft aus dem Tetrapack ist nur das Pipi des Urwalds.

Wieso kein Ananassaft?

Ananassaft hat ein ähnliches Problem wie Kokossirup – er ist nur flüssiger, gelber Zucker, der in Teilen früher mal in einer Ananas gewohnt hat. Damit das Zeug dann doch nach Ananas schmeckt, sind Aromen drin, die später im Cocktail alles übertünchen. Frischer Saft aus frischer Ananas, der durch das shaken und muddeln quasi erst während dem mixen gepresst wird ist dagegen sehr mild, angenehm süß und merklich, aber nicht aufdringlich. Und das ganze Herumgestocher macht beim Cocktails mixen mehr Eindruck, als einfach nur Flüssigkeiten ineinanderzukippen.

Chocolate Bitters und Mandelsirup

Der Mandelsirup verleiht dem Dreamlover einen ganz sanften Hauch von Marzipan, der ihm ganz gut steht. Dieser Sirup ist im Normalfall zwar sehr penetrant, aber in der kleinen Menge macht er in unseren Tests genau das, was er soll. Die Chocolate Bitters heben das Schokoladen-Aroma noch weiter heraus, ohne den Zuckergehalt noch weiter nach oben zu drehen, sie machen den Drink noch einmal etwas runder, stimmiger. Zugegeben: Allerspätestens mit dieser Zutat ist der Dreamlover dann etwas, das sich nicht mehr jeder einfach so mal mixen kann, mit Sachen die man halt zu Hause hat. Dafür ist er halt jetzt aber auch endlich lecker.

Die Amazon-Einkaufsliste für den Dreamlover

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JohannTrasch

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