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Game of Thrones Tribute Cocktail: Mountain Reviver (Twist auf Corpse Reviver #1 + #2)

Der Mountain Reviver - ein Game of Thrones-Cocktail, bestehend aus Twists von Corpse Reviver #1 und #2.
Der Mountain Reviver - ein Game of Thrones-Cocktail, bestehend aus Twists von Corpse Reviver #1 und #2.

Wir mixen gerne gute Cocktails, schauen regelmäßig Game of Thrones und haben eine Vorliebe dafür, auf richtig billige Marketing-Züge aufzuspringen. Was liegt also näher als einen Game of Thrones-Cocktail zu mixen? Wir sind natürlich nicht die ersten, die die grandiose Idee hatten, einen Drink zu Ehren einer Sendung zu mixen, in der Wein, Met und Schnaps einen mindestens so hohen Stellenwert haben wie Throne, Drachen oder nackte Brüste. Einige dieser Game of Thrones-Cocktails sind ein bisschen … sagen wir wild. Weißer Schokolikör, Vanillelimo und Blue Curaçao? Ja, könnte tatsächlich sein, dass ein „White Walker“ so schmeckt. Unter’m Arm. Andere Drinks wie dieser Aviation-Twist sprechen uns da eher an:

Wir haben lange überlegt, welchen Klassiker der Cocktail-Kultur wir aufbrezeln könnten – und kamen schließlich auf Corpse Reviver #1 und Corpse Reviver #2. Zwei Drinks, die man sich früher als Konter-Cocktail in den Rachen geschüttet hat, wenn der Kater zu schlimm wurde. Und weil der coolste wandelnde Tote in Game of Thrones bekanntlich „Gregor Clegane, der reitende Berg“ ist, benennen wir den Drink auch nach ihm: Mountain Reviver. Und weil so ein Projekt die perfekte Gelegenheit ist, komplett zu eskalieren, twisten wir dafür nicht nur einen Corpse Reviver, sondern beide – und garnieren den einen mit dem anderen. Haha. Wahaha. WAHAHAHA!

Das Rezept für den Mountain Reviver

Teil 1: der Deko-Drink (Twist zum Corpse Reviver #1)

  • 1,5 cl Süßer Wermut
  • 1,5 cl Cognac
  • 1,5 cl Maraschino-Soße aus dem Kirschenglas

Alles zusammen auf Eis shaken und mit einem Trichter in eine kleine Phiole oder ein Fläschchen füllen. Verschließen und um Gefrierfach kalt stellen.

Teil 2: der Drink-Drink (Tiki-Twist zum Corpse Reviver #2)

  • 2 cl Weißer Rum
  • 2 cl Quinquina
  • 2 cl Falernum
  • 2 cl frischer Grapefruitsaft
  • 0,25 cl Mezcal

Den Mezcal in einen Tumbler geben und ihn in der Hand drehen, um das komplette Glas zu benetzen. Rest ausschütten und den Tumbler mit Crushed Ice füllen. Alle anderen Zutaten zusammen auf Eis shaken und in den Tumbler abseihen. Jetzt das Fläschchen mit dem Deko-Drink aus dem Gefrierfach holen und schnell aber gefühlvoll kopfüber ins Glas stopfen. Vergewissert euch vorher am besten, dass das Eis an der gewünschten Stelle locker ist, sonst gibt’s eine Riesensauerei. Trinken – ausnahmsweise mit Strohhalm.

Sieht ja cool aus, aber was bringt das und wie schmeckt das?

Zugegeben, einen Drink mit einem anderen Drink zu garnieren, ist erstmal eine wahnsinnig aufwendige und auf den ersten Blick sinnlose Spielerei. Tatsächlich gerät die Kombi aber zum Erlebniscocktail, wenn man erstmal anfängt, dran zu nuckeln: Trinkt man aus dem Glas unten was raus, füllt das Fläschchen den Drink mit lautem Gluckern wieder auf. Und weil unser Basisdrink eine eher bittere, ernste Angelegenheit ist und der Deko-Drink ein süßlich-schweres Monster, wird der Cocktail mit jedem Schluck ein wenig süßer und verändert sich im Laufe des Genusses komplett.

Der Mountain Reviver ohne Grusel-Kelch. Beobachtung: Ist der Mini-Drink nicht kalt genug, fließt zunächst der süße Wermut ins Glas.
Der Mountain Reviver ohne Grusel-Kelch. Beobachtung: Ist der Mini-Drink nicht kalt genug, fließt zunächst der süße Wermut ins Glas.

Das ist zugegeben nichts für Leute, die eine klare Vorstellung davon haben, was sie trinken möchten und auch nichts, was man sich mal eben zu Hause was zu Trinken mixt. Durch die Rauch-Aromen des Mezcals im Glas ist das ohnehin kein Drink für Jedermann. Aber für eine Game of Thrones-Themenparty mit Lieblingsfolgen gucken und Tyrion Lannister zitieren ist das ein ziemlich schmackhafter und spannender Partygag. Ach und übrigens: Mixt man einfach alle Zutaten zusammen, erhält man auch einen ziemlich schmackhaften Drink, ganz ohne viel Deko-Gewese. Aber egal wie ihr den Mountain Reviver mixt: das Ding haut rein wie der Reitende Berg. Also nicht übertreiben!

Die Zutaten für den Deko-Drink – wir twisten den Corpse Reviver #1

Der Corpse Reviver ist der Urvater einer praktisch ausgestorbenen Cocktail-Kategorie und so simpel wie schmackhaft: zwei Teile Cognac, ein Teil süßer Wermut, ein Teil Calvados. Toller Drink, nur passt der Calvados bei uns nicht so ganz ins Gesamtbild. Um der Bitterkeit des Hauptdrinks entgegenzuwirken, brauchen wir etwas süßeres, das dem Drink auch eine ganz eigene Note verleiht. Und eine geheime, schwer zu bekommende Zutat wäre für so einen mystischen Cocktail eh gut. Also nehmen wir den schweren, kirschigen Saft aus unserem Glas mit echten Maraschinokirschen. Der ist perfekt – schwer, süß, schwarzrot. Und schwierig zu kriegen, weil schon echte Maraschinokirschen nicht ganz so einfach im Handel zu kriegen sind und es zu Hause gefühlte Jahre braucht, bis das Glas leer wird.

Wir können euch beruhigen: der Drink schmeckt auch mit Maraschino-Likör aus der Flasche. Allerdings solltet ihr dann nur 1 cl nehmen, die Bittermandel-Note kommt sonst zu stark raus. Beim Wermut empfehlen wir die üblichen Verdächtigen: Cocchi, Belsazar, Carpano Antica Formula. Vor allem letzter macht sich dank seiner klassischen Aufmachung ohnehin gut auf einer Game of Thrones-Party. Anstelle des Cognacs funktionieren auch andere gute Weinbrände mittleren Alters, wir greifen zum Remy Martin VSOP. Mixt den Drink wirklich kräftig und kühlt ihn unbedingt weiter, während ihr den Haupt-Cocktail mixt. Wird das Fläschen warm, setzt sich später der Wermut nach unten hin ab.

Die Zutaten für den Haupt-Drink – wir twisten den Corpse Reviver #2

Von allen Corpse Revivern, die auch so heißen ist der #2 wahrscheinlich der bekannteste. Sein für einen Shortdrink vergleichsweise komplexes Rezept aus Gin, Cointreau, Zitronensaft, Lillet und Absinth ist zwar alles andere als ein Kater-Heilmittel, aber in jedem Fall irre lecker. Für unsere Variante nehmen wir die grundsätzliche Kombination aus Spirituose, Likör, Zitrussaft, Quinquina und abgefahrenem Irgendwas und setzen auf Rum, Falernum, Blutorange, anderen Quinquina und Mezcal. Das Ergebnis ist zugegeben etwas bitter, leicht medizinisch. Prädikat „Muss man mögen.“ Würden wir den Drink ohne Zusatz-Cocktail servieren, würden wir noch 2 cl Zuckersirup draufsetzen. So ist er perfekt, um einen Spannungsbogen zu erzeugen.

Die Technik, bei der man das Glas mit Mezcal auswäscht, nennt sich übrigens tatsächlich „Wash“ und der hier durchgeführte Mezcal-Wash verleiht dem Drink einen rauchigen Geruch, ohne das Aromenspiel im Mund noch zusätzlich mit den intensiven Lagerfeuer- und Teer-Noten des mexikanischen Agaven-Schnapses zu überfrachten. Unsere Spirituosen-Auswahl für den Drink ist ein Compagnie des Indes Tricorne für den Rum (ein sehr fruchtiger anderer weißer oder ein Rhum Agricole tun’s auch), der Revolte Falernum, L.N. Mattei Blanc für den Quinquina (Lillet funktioniert natürlich auch) und Del Maguey Vida für den Mezcal. Ja, wir wissen auch, dass das alles etwas unübersichtlich ist, deswegen hier …

… die Einkaufsliste für den Mountain Reviver

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JohannTrasch

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