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Old Cuban Cocktail – mehr als ein Mojito mit Champagner

Ein Old Cuban Cocktail mit Rum, Minze und Champagner.
Ein Old Cuban Cocktail mit Rum, Minze und Champagner.
Rezept für den Old Cuban

Das Rezept für den Old Cuban Cocktail

  • 4,5 cl Rum (im Original Bacardi 8)
  • 2 cl Limettensaft
  • 3 cl Zuckersirup
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • 8 bis 10 Minzeblätter
  • 6 cl trockener Schaumwein (im Original: Champagner)

Alle Zutaten außer dem Champagner auf Eis shaken und in eine vorgekühlte Coupette doppelt abseihen. Mit Champagner aufgießen und mit Minze garnieren. Trinken.

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Als wir das erste Mal einen Old Cuban probieren, sind wir hin und weg: Rum und Minze, das funktioniert hervorragend, eh klar. Kohlensäure dazu auch, das wissen wir schließlich vom Mojito. Aber der Champagner … diese 6 cl Dekadenz, die wir oben auf diesen eigentlich gar nicht so komplizierten Drink schütten, die machen daraus ein kleines Erlebnis. Klingt irre abgedroschen, wissen wir. Aber auch nur, wenn man noch nie selbst einen probiert hat. Aber wenn man selbst einen davon mixen will, wenn man sich an einen Artikel über den Old Cuban herantraut, ist er ein kleines bisschen ehrfurchtgebietend.

Nicht nur, weil wir uns nicht die Bohne mit Champagner auskennen, sondern auch, weil wir entgegen unserer sonstigen Art nur sehr zaghaft trauen, mit der Rezeptur zu spielen. Der Bacardi 8 Anos aus dem Original-Rezept von Audrey Saunders gibt einen irre weichen und trotzdem spannenden Drink, nach dessen Genuss nur die anspruchsvollsten oder die eingebildetsten Naturen „Da kann man bestimmt noch viel verbessern.“ vor sich hinmurmeln werden. Nun, auch wir haben recht sicher nix verbessert – aber ziemlich viel herumgespielt. Bevor wir davon berichten, aber vielleicht erstmal ein paar Worte zum Drink und seiner Erfinderin.

Die Geschichte hinter dem Old Cuban

Zum Zeitpunkt, da dieser Artikel veröffentlicht wird, darf der „Old Cuban“ noch gar nicht selber Auto fahren. Erst 2002 wurde er zum ersten Mal in der inzwischen weltbekannten Rezeptur gemixt und zwar von niemand anderem als Audrey Saunders – genau wie ihr Drink keine Unbekannte in der Barwelt und Chefin des New Yorker Pegu Clubs. Der Old Cuban ist dann auch nicht der erste Cocktail, den wir von ihr hier vorstellen, schon lange zuvor kam der Gin Gin Mule, eine minzige Variante des klassischen Gin Bucks.

Klassisch wird der Old Cuban in einer Coupette serviert, ein Martiniglas funktioniert aber auch.
Klassisch wird der Old Cuban in einer Coupette serviert, ein Martiniglas funktioniert aber auch.

Genau wie dieser ist auch der Old Cuban eigentlich nur eine Variante eines großen Klassikers mit einem leichten aber raffinierten Twist. Denn im Herzen ist der olle Kubaner eigentlich „nur“ die Shortdrink-Variante des Mojito mit ein bisserl Schampus obenauf. Eine Idee, auf die man aber erstmal kommen muss und eine Ergänzung, die den Drink vom Happy Hour-Kassenschlager mit gratis Hemingway-Gelaber zum weltmännischen Vergnügen macht. Nicht nur geschmacklich, sondern auch emotional. Zeit also, das Ding zu mixen:

Das Rezept für den Old Cuban Cocktail

  • 4,5 cl Rum (im Original Bacardi 8)
  • 2 cl Limettensaft
  • 3 cl Zuckersirup
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • 8 bis 10 Minzeblätter
  • 6 cl trockener Schaumwein (im Original: Champagner)

Alle Zutaten außer dem Champagner auf Eis shaken und in eine vorgekühlte Coupette doppelt abseihen. Mit Champagner aufgießen und mit Minze garnieren (im Original mit einer gezuckerten Vanille-Schote – ein teurer Spaß für eine Deko). Trinken.

Wie genau nehmen wir es hier mit den Mengenangaben?

Müssten wir den Old Cuban in einer Bar anbieten, würden wir unsere Lieblings-Rum-Champagner-Kombi nehmen und das Rezept um diese herum in Dutzenden Versuchen anpassen. Warum das an dieser Stelle für uns keinen Sinn macht, lest ihr in den Abschnitten zu diesen beiden Zutaten, aber worum’s geht: Je nach Säure eures Schaumweins und Fruchtigkeit eures Rums und der Säure eurer Limette müsst ihr theoretisch an den jeweiligen Stellschrauben drehen. Auch verträgt die eine Kombi vielleicht etwas mehr Minze, die andere etwas weniger. Da geht’s um Nuancen.

Zum Glück haben wir hier einen Drink der Marke „Easy to learn, hard to master.“ Sprich: Solange ihr halbwegs ordentliche Zutaten in den Drink kippt, kommt da was Gutes bei rum, etwas das man trinken kann und in den meisten Fällen auch ziemlich lecker ist. Ergo ist es vollkommen okay, keine 6 cl vom Champagner abzumessen, sondern das Glas einfach aufzugießen. Ihr könnt 3 Dashes Angostura nehmen oder nur einen – lecker ist er allemal. Aber wenn ihr den perfekten Old Cuban wollt, müsst ihr herumprobieren – und sehr genau wissen, was ihr mögt.

Der einfache Teil: der richtige Rum

Dieser Drink wirkt von den Mengen-Angaben her so, als wäre der Rum nur einer der Teile der Rezeptur – tatsächlich arbeitet aber wirklich alles in diesem Drink darauf hin, den Rum hervorzuheben. Vielleicht ist genau das der Grund, warum im Vergleich zu ähnlichen Rezepten gar nicht so viel davon drin ist. Der Geschmack des Rums ist das, was diesen Drink am eindringlichsten beeinflusst. Mit dem Bacardi 8 aus dem Original bekommt ihr dann eben auch das, was dieser Rum an sich verspricht: einen eher unkomplizierten aber verflucht leckeren Gaumenpleaser (Gaumenpleaser ist französisch für „Zeug, wo lecker schmeckt“).

Der Old Cuban ist ein Cocktail, den ihr unbedingt mit eurem Lieblings-Rum ausprobieren solltet. Wir arbeiten zum Beispiel mit dem Revolte Rum und bekommen einen sehr fruchtigen aber merklich „helleren“ Drink als in anderen Varianten. Fruchtig wird’s auch mit dem Penninger Graphit Rum, dem fehlt allerdings dieser bananige Obstler-Einschlag, den der Revolte je nach Drink mitbringt. Ein Experiment mit dem Compagnie des Indes Boulet de Canon 51  (Rum aus einem Fass, das zwei Monate in einer Schinken-Rauchkammer stand) ergibt ein abstruses Ergebnis, das der Autor dieser Zeilen ziemlich spannend, diverse Testpersonen aber eher so „Gnnnnäh!“ (Originalzitat) finden. Besonders gute Ergebnisse erzielen wir mit Demerara Rums wie dem El Dorado 8 und vor allem dem East London Liquor Company Demerara. Letzterer ist in der Navy Strength-Variante weniger fruchtig, dafür würziger. Und natürlich: kräftiger.

Der schwierige Teil: der richtige Schaumwein

Was Champagner angeht, sind wir, da müssen wir ehrlich sein, als Tippgeber faktisch unbrauchbar. Wir experimentieren für diesen Drink großteilig mit Sachen, die man eben so zu Hause rumstehen hat: Trockener, halbwegs brauchbarer Sekt und Prosecco aus dem Supermarkt und der Veuve Monsigny Champagner AC Brut – Aldi-Champagner. Der ist ehrlich gesagt, ziemlich schmackhaft – und reißt mit knapp 13 Euro jetzt kein Riesenloch in euren Geldbeutel, ist aber trotzdem ein echter Champagner. Zwecks bezahlbarer Dekadenz also ein guter Deal.

Generell lautet unsere Empfehlung aber: Achtet drauf, dass „Schaumwein“, „Sekt“, „Crémant“, „Spumante“ oder eben „Champagner“ auf eurer Flasche steht – dann erwerbt ihr ein Produkt, dass seine Kohlensäure durch Fläschengärung angesammelt hat. „Perlwein“ oder „Frizzante“ zeigen dagegen an, dass das lahme Geblubber in der Buddel ein wenig aufgespritzt wurde. Und wer nach Empfehlungen für richtigen guten Champagner sucht, der schaut zu den geschätzten Kollegen von Trinklaune. Die haben im Gegensatz zu uns nämlich Ahnung davon.

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JohannTrasch

2 Kommentare

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  • So blöd sich das anhört. Aber nimm mal statt Ocho den Zacapa 23 Solera. In der GB getrunken und vom Stuhl gefallen. Gamechanger!

    • Hört sich nicht blöd an – bei allem, was man ihm vorwerfen kann, der Zacapa 23 macht leckere Drinks. Ich nehm mal bei Gelegenheit eine Miniatur aus der Arbeit mit, danke für den Tipp 🙂