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Long Island Iced Tea: der Cocktail aus Cola, Tequila, Triple Sec, Gin, Wodka und Rum

Der Long Island Iced Tea besteht aus Cola, Rum, Tequila, Triple Sec, Wodka, Gin und Limettensaft.
Der Long Island Iced Tea besteht aus Cola, Rum, Tequila, Triple Sec, Wodka, Gin und Limettensaft.

Es ist leicht, auf den Long Island Iced Tea einzuprügeln. Er ist der zuckrig-spritige Frontmann des Wirkungstrinkens, der dunkle Baron des Rausches. In den 80er- und 90er-Jahren, als Barkultur im Winterschlaf lag, da stand er noch immer auf jeder Bar-, Kneipen- und Disco-Karte, an der Seite von Caipi und Cuba Libre. Hochprozentig aber aufrecht, süßlich-säuerlich, mit der unsichtbaren Aufschrift „Kopfschmerzgarantie“ auf jedem Glas. Mit diesem undefiniertem Geschmack nach allem und nix mit Cola.

Wie alle Drinks dieses dunklen Cocktail-Zeitalters ist er nicht fein nuanciert, braucht keine exotischen Essig-Tinkturen und keine nur im Fachhandel zu kaufenden Bitters. Er ist simpel, auch wenn er mit seinen sieben Zutaten schon beinahe komplex wirkt. Wohlgemerkt: wirkt. Denn bei der Mischung aus Cola, Tequila, Triple Sec, Gin, Wodka und Rum einzelne Aspekte herauszuschmecken, das ist im Gegensatz zum Long Island selbst Kunst. Aber um Kunst ging es bei diesem Cocktail-Rezept auch nie.

Für den Long Island Iced Tea ging es immer ums Überleben. Er hielt die Fahne hoch, als man die Zutaten für einen Aviation aus Übersee einfliegen lassen musste und als ein Martini ein Wodka-Shot mit zwei paprikagefüllten Oliven aus’m Glas war. Er sorgte dafür, dass Bar-Azubis, die sonst den ganzen Abend „Wodka O“ mixten, auch mal fragen mussten „Was kommt da rein?“. Mit diesem Drink begannen und endeten für viele von uns legendäre Abende, über die wir uns noch heute bei ein paar Gin Basil Smashes lachend Geschichten erzählen. Natürlich passen wir heute irgendwie nicht mehr zusammen, der unbeholfene Long Island und wir sensiblen Connoisseure. Aber wir schulden ihm was. Und wenn’s nur ein Artikel ist:

Überraschung: der Long Island Iced Tea stammt aus Long Island

Erfunden hat den Long Island Iced Tea der New Yorker Bartender Robert Butt  1972 – als Teil eines Wettbewerbs für eine Triple Sec-Hersteller. Einzige Voraussetzung: Triple Sec musste drin. Weil die Bar, in der Butt arbeitete, das Oak Beach Inn, auf Long Island lag und wie Eistee (im amerikanischen Englisch: Iced Tea) aussah, hieß der Drink dann eben so, wie er heute heißt. Freilich gibt’s wie bei fast jedem Drink auch hier einige andere Storys, aber die Eckpunkte „New York“ und „70er-Jahre“ gelten als gesichert.

Von da aus breitete sich der Drink dann vergleichsweise schnell aus – weil Cola immer geht und ging, hochprozentige Mix-Getränke eine rentable Nische sind und man den Drink um den es heute geht, nicht mit den teuersten Spirituosen im Regal mixen muss. Es ist geschmacklich nicht spielentscheidend, ob ich einen Grey Goose für über 30 Euro oder einen Wodka Gorbatschow für 8 Euro in das Glas kippe. Das macht die Sache für Sparfüchse ziemlich attraktiv. Wir raten trotzdem zum guten Zeug – und wenn’s nur ist, um Kopfschmerzen zu vermeiden. Bleibt die Frage: Wie macht man ihn jetzt eigentlich?

Ein Limettenrad als Garnitur am Long Island Iced Tea sieht schicker aus als die Limettenviertel im Drink.
Ein Limettenrad als Garnitur am Long Island Iced Tea sieht schicker aus als die Limettenviertel im Drink.

Das Rezept für den Long Island Iced Tea

  • 2 cl Weißer Rum
  • 2 cl Wodka
  • 2 cl Gin
  • 2 cl Weißer Tequila
  • 2 cl Triple Sec
  • Saft einer halben Limette
  • Cola zum aufgießen

Alle Zutaten außer der Limoin ein Longdrinkglas voller Eis schütten und umrühren. Mit Cola auffüllen und mit einer Limettenscheibe garnieren. Trinken.

Warum genau dieses Rezept und kein anderes?

Es gibt diverse Varianten für den Long Island Iced Tea, neben der oben genannten ist wahrscheinlich die Version von Bartender-Berühmtheit Jeffrey Morgenthaler die am weitesten verbreitete. Der arbeitet mit lediglich 1,5 cl von allen Spirituosen, Zuckersirup, Zitronen- statt Limettensaft und nur 2,25 cl schwarzer Zuckerplörre. Was dabei herauskommt klingt zwar eher so, als dürfte man es Cocktail nennen, ist in Wahrheit aber eigentlich ein viel massiverer Schädelvernichter als die Variante oben. Wir greifen zur Limette, weil die der schwarzen Zuckerplörre einfach besser Paroli bietet. Und wir schütten mit Limo auf und zwar in einem möglichst großen Glas, weil wir’s uns zwar dreckig geben wollen (glaube ich zumindest, warum sonst sollten wir uns das sonst mixen?), aber uns nicht direkt komplett zudröhnen möchten.

Die perfekten Spirituosen für einen Long Island Iced Tea

Wir mixen im Test einen Long Island mit unseren aromatischsten Lieblings-Spirituosen: mit Revolte Rum, Cointreau, Juniper Jack Gin, Green Mark Wodka und einem Patron Silver. Dazu eine Fritz Cola. Das Ergebnis schmeckt wie der Long Island Iced Tea den man kennt. Klar, das starke Rum-Aroma von Revolte kommt ein wenig durch und wir meinen noch den Wacholder aus dem Juniper Jack erahnen zu können, aber im Glas ist Zuckersuppe mit Schnaps.

Ein direkter Gegentest mit den deutlich günstigeren und leichter zu bekommenden Spirituosen Gordon’s Gin, El Jimador Tequila, Havana Club 3 Jahre, Bols Triple Sec, wieder Green Mark Wodka und einer Coke ergibt: das schmeckt jetzt schon anders. Aber immer noch nach Coke mit Schnaps. Welche Variante besser ist, lässt sich schwer sagen, wir tendieren aber eher zur günstigen Version – sie schmeckt etwas einfacher, klarer. Weil natürlich auch die Spirituosen etwas weniger prägnant sind.

Fazit also: Nehmt halbwegs gute Spirituosen für den Long Island, solche die ein paar Euro mehr kosten als der Discounter-Fusel. Denn: einen spritigen Drink, der ganz eindeutig nach Alkohol mit schwarzer Limo schmeckt, den braucht kein Mensch mehr heutzutage. Aber die wirklich guten Sachen sind hier verschwendet.

Die vielen Varianten des Long Island Iced Tea

Irgendwann kam irgendjemand mal auf die Idee, die Cola im einfach durch etwas anderes zu ersetzen. Naheliegend – schließlich ist sie der primäre Aromageber. Ändert man den, ändert man den kompletten Drink. Wer diesem Thema und dem Long Island an sich bis zu Exzess auf den Grund gehen möchte, dem sei der leider viel zu selten erscheinende Cocktail-Podcast, im speziellen Ausgabe 12 ans Herz gelegt. Der taucht cocktailkulturell auch nochmal eine Nummer tiefer in das Thema Long Island ein – und beschert uns unter anderem das Rezept für den Electric Iced Tea (mit Blue Curaçao statt Triple Sec und Sprite). Lustig – der schmeckt kaum anders als das Original, nur etwas zitroniger. Aber er sieht natürlich geiler aus:

Der Electric Iced Tea mit Blue Curaçao statt Triple Sec und Spritze statt Cola sieht spannend aus, aber auch so künstlich, wie er schmeckt.
Der Electric Iced Tea mit Blue Curaçao statt Triple Sec und Spritze statt Cola sieht spannend aus, aber auch so künstlich, wie er schmeckt.

Weitere Versionen:

  • Long Island Spiced Tea (mit Spiced Rum, etwa Kraken Rum): Wir schmecken kaum einen Unterschied.
  • Long Beach (mit Cranberrynektar): Testsieger – fruchtig, halbwegs lecker und schön rosa.
  • Texas Tea (zusätzlich mit 2 cl Bourbon): Macht auch keinen Unterschied mehr.
  • Beverly Hills (mit Champagner): Wir testen mit Sekt – geht sogar.  Immerhin besser als Hugo.
  • Long Island Energy (mit Energy Drinks): Gefährliche Kombination.
  • Hawaiian (mit Ananassaft): Mit frischem Saft trinkbar, mit Tetrapack-Ananas nur eklig.
  • Miami (mit Pfirischlikör statt Tequila, Cranberrynektar statt Cola und einem Spritzer Sprite): Zu süß. Kopfschmerzalarm!
  • Virgin Long Island Iced Tea (Je ein Teil 1 Cola, Schwarzer Tee, naturtrüber Apfelsaft und Ginger Ale): Haben wir nicht getestet. Finden wir lächerlich. Aber gibt’s halt auch.

Die Amazon.de-Einkaufsliste für den Long Island Iced Tea

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JohannTrasch

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