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Tres Hermanas: Das Tequila- und Mezcal-Cocktail-Menü

Die Tres Hermanas, sind unsere Einführungsrunde in die Welt von Tequila und Mezcal.
Die Tres Hermanas, sind unsere Einführungsrunde in die Welt von Tequila und Mezcal.

Menschen für Tequila ist hart. Das gilt selbst bei Gästen, die über die Zitrone-und-Salz-Phase hinaus sind. Rum ist massentauglicher, Whisky stilvoller, Gin eh der Renner und Wodka in den meisten Fällen geschmacksneutrales Wasser, das Hemmungen ausradiert. Da ist für eine extrem würzige, kantige Spirituose mit schlechtem Ruf wenig Platz. Schaut man rüber zu Mezcal, der gern mal mit Worten wie „Teer“, „Asche“ und im Schlimmstfall sogar „Kuhstall“ beschrieben wird (paradoxerweise oft im Positiven Sinne), wird es echt schwierig, Agavenbrände unter’s Volk zu bringen. Dass selbst offene Geister dann schon jede Menge Margaritas und Palomas probiert und leider oft für belanglos empfunden haben, macht es da nicht besser.

Man könnte bei guten Freunden, die man bekehren will, an die Sache rangehen wie immer: gute Varianten empfehlen, eine echte, frische Margarita mixen, mit dem Nosingglas an der Lippe am Stuhl festtackern. Aber wenn eine Meinung schon gefestigt ist, hilft es oft besser, wenn man mit ganz neuen Argumenten kommt; in diesem Fall Drinks, die es so noch nicht gibt, oder die einfach nicht so weit verbreitet sind. Unsere Tres Hermanas haben wir uns schon vor einer kleinen Weile ausgedacht, genau zu diesem Zweck: Tequila und Mezcal in seiner natürlichen Umgebung zeigen, mit Zitrone und Salz, mit Orange und Zimt, mit scharfer Tomatensoße und Sellerie in einer Art Drunk Gaspacho/Bloody Mary – aber eben ganz anders als sonst.

Wie reicht man die Tres Hermanas?

Um diese Cocktails als Menü zu servieren, haben wir die Rezept-Mengen sehr gering gehalten. Wer nur einen der hier genannten Drinks probieren möchte, der verdoppelt einfach die genannten Mengen und mixt sich seinen bevorzugten Drink eben so. Da alle Drinks ohne Eis serviert werden, verwenden wir für das Menü kleine Einmachgläser. Die gibt’s im Einreichtungshaus oder beim Ikea. Da die Dinger irre dickwandig sind, halten sie auch die Kälte extrem lange, wenn ihr sie für ein, zwei Stunden ins Kühlfach legt – optimal, um das Menü tatsächlich hintereinanderweg zu genießen. Und zwar am besten von links nach rechts: Die Manzarita ist eher zurückhaltend, die Mezcal Mary betäubt eure Geschmacksnerven wahrscheinlich nachhaltig.

Manzanilla

  • 3 cl Tequila Blanco-Kamille-Cold Drip
  • 1 cl Agavendicksaft
  • 1 cl Zitronensaft
  • 1 Dash Lavendelbitters

Den Rand eines Cocktailglases mit Zitronensaft benetzen und in eine Mischung aus Salz und Pfeffer tunken, um einen Rand zu bilden. Alle Zutaten zusammen im Shaker ordentlich auf Eis durchschütteln. Ins das Glas abseihen. Trinken.

Die Manzanilla ist eine eigentlich simple Abwandlung der klassischen Margarita, die ihrerseits nichts anderes ist als eine sehr stilvolle Variante von Tequila mit Salz und Zitrone. Sprich: wer diesen Drink probiert, erlebt Altbekanntes, aber in einem neuen Gewand. Lavendel und Kamille verleihen dem Tequila eine Eleganz, die ihm eigentlich nicht von Haus aus innewohnt. Der Agavendicksaft ist süßer als der Triple Sec im Original. Beides könnte Fans einer schön sauren Margarita verschrecken, zugegeben. Aber wir mögen unsere Blumenwiese in Tequila – obwohl wir gerne auch mal eine ordentliche Margarita trinken.

Sunshine and Cinnamon

  • 2 cl Tequila Reposado
  • 1 cl Mezcal
  • 1 Barlöffel Agavendicksaft
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • Orangen-Zimt-Espuma

Alle Zutaten außer dem Espuma auf Eis shaken und doppelt in einen Tumbler abseihen (für das volle Rezept ruhig Eiswürfel rein). Mit dem Orangen-Zimt-Espuma garnieren. Trinken.

Der Espuma ist nicht allzu kompliziert, wenn ihr einen Sahnesiphon und Xanthan zu Hause habt. Ja, das klingt jetzt ziemlich dämlich – schaut euch daher am besten das Rezept zum Zacharias an und fügt dem Creamy Orange-Espuma von Klaus St. Rainer eine Messerspitze Zimt hinzu. Was ihr damit garniert ist ein Oaxaca Old Fashion, ein Drink des amerikanischen Bartenders Phil Ward und einer der wenigen, der Mezcal und Tequila kombiniert. Für unsere kleine Agaven-Reise ist er optimal als zweite Station: Er benutzt gereiften Reposado-Tequila, die echte Variante des gefärbten „Gold-„Tequilas, der oft mit Zimt und Orange getrunken wird. Dazu der Rauch vom Mezcal – eine irre gute Kombi.

Mezcal Mary

  • 2 cl Mezcal
  • 3 cl Sangrita Picante
  • 0,5 cl Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Lavendelbitters

Alle Zutaten zusammen auf Eis shaken und in ein Longdrinkglas abseihen. Mit einer Sellerie-Stange garnieren. Trinken.

Der intensive, rauchige Mezcal und die scharfe Sangrita bilden ein fantastisches Geschmacksbild. Mit der Sangrita machen wir’s uns übrigens einfach und sparen uns die Kombination von Tomatensaft und Tabsaco, was schwierig auszutarieren sein kann. Allerdings ist die mexikanische Soße auch etwas dünnflüssiger und nicht ganz so ein Brett wie der Saft in der klassischen Mezcal Bloody Mary. Die Lavendelbitters mögen irre klingen, aber die Kombi aus Tomate und Lavendel gibt ein schönes Aroma von Heu und Sommerwiese. Unbedingt probieren!

Die richtigen Spirituosen

Für diese Drinks ist es nicht unbedingt ausschlaggebend, dass ihr eine ganze bestimmte Tequila- oder Mezcal-Marke einkauft. Achtet beim Tequila aber unbedingt darauf, dass ihr einen 100-Prozent-Agave-Tequila kauft. Mixto-Varianten haben einfach nicht dieses schöne Agaven-Aroma und sind in den allermeisten Fällen von minderer Qualität. Beim Mezcal habt ihr dieses Problem nicht, den gibt’s praktisch nur in 100%-Agave-Varianten. Hier unsere Einkaufsliste:

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JohannTrasch

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