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Espresso Martini

Ein Espresso Martini mit Kaffeebohnen und Kakao als Garnitur. Quelle: Fotolia.com © Africa Studio
Ein Espresso Martini mit Kaffeebohnen und Kakao als Garnitur. Quelle: Fotolia.com © Africa Studio

Espresso Martini besteht aus Kaffee und Schnaps, er macht wach und blöd. Diese ganz einfache Gleichung machte Getränke wie den Wodka Red Bull zum Kassenschlager in deutschen Discos, wohingegen die weit stilvollere Espresso-Variante ein Schattendasein auf den hinteren Seiten von Cocktail-Karten und Wohnheimpartys fristet (wo der Espresso Martini meist schlicht „Käffchen“ genannt wird). Und das, obwohl auch er seine unheilvolle Zutaten-Kombination einzig und alleine für den Zweck totaler Exzesse in die Schlacht trägt.

Erfunden hat den Cocktail der Barkeeper Dick Bradsell in den frühen 80ern – ein bis heute nicht genanntes, aber laut Bradsell inzwischen weltbekanntes Model betrat seine Bar und wollte einen Drink, „who will wake me up and fuck me up.“. Für alle, die dafür eine Übersetzung brauchen: die Dame wünschte sich, sie wäre wach und blöd. Es ist eine schöne Geschichte, eine unkomplizierte. Und wer diesen Drink aus denselben Gründe trinkt wie das Model, muss sich auch keine großen Gedanken machen – wer auf Genuss setzt, schon.

Das perfekte Rezept für den Espresso Martini

Je nach Bar, Barkeeper oder Cliquen-Rezept macht man den Espresso Martini komplett anders. Oft sind nur die Grund-Zutaten gleich: Wodka, Kaffeelikör, Espresso. Und da sind auch die Mischverhältnisse fast immer grob unterschiedlich, die Bandbreite reicht von 4:1:1 über 1:1:1 bis hin zu Cocktail-Rezepten, die man eigentlich nur noch als „Kaffee mit Schuss“ bezeichnen kann. Dazu kommen Spezial-Zutaten wie zusätzliche Liköre und Zuckersirup, den viele mit in den Cocktail geben. Nach langen Tests hat sich folgendes Rezept für uns als die beste Variante herausgestellt:

  • 4 cl Wodka
  • 4 cl Kaffeelikör
  • 4 cl Espresso (abgekühlt)
  • 1 Cl Galliano Vanilla
  • 3 Spritzer Chocolate Bitters

Alles Zutaten in einen Shaker auf Eis geben. Durchschütteln, bis ihr Angst bekommt, dass das Eis gleich den Shaker zerhaut. Durch ein Sieb in ein gekühltes Martiniglas gießen. Trinken.

Einkaufs-Tipp: Einen der leckersten Espresso Martinis im Test mixten wir mit Russian Standard (1 x 0.7 l)* und MoCo Kaffeelikör.

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Das perfekte Mischverhältnis für den Espresso Martini

Wer einen Espresso Martini trinkt, möchte Kaffeegeschmack im Mund haben – wir sehen den Wodka lediglich als Schnapsgeber, als alkoholhaltigen Filler. Wer näher an einen richtigen Martini will mit diesem Drink, der wird mit diesem Mischverhältnis nicht viel anfangen können, für uns sind die Kaffeenoten aber ganz klar der Star. Daher setzen wir auf ein mehr an Likör und Espresso. Wir würden den Wodka aber keinesfalls noch weiter reduzieren – dadurch wird der Cocktail ein wenig zu weich, zu mild und schmeckt schon fast eher wie kalter Kaffee.

Der perfekte Kaffee für den Espresso Martini

Die Wahl des richtigen Kaffees für einen Cocktail – das ist für sich schon ein gewaltiges Thema. Natürlich fahrt ihr am besten, wenn ihr eine „richtige“ Espressomaschine haben, die euch brühend heißen Sankt Eustachio ausspuckt, den ihr euch direkt aus Rom bestellt habt. In der Praxis habt ihr aber irgendeine Maschine daheim stehen, die euch halt den Espresso macht, den ihr auch so normalerweise trinkt – den nehmt ihr dann halt auch.

Espresso aus der Siebträgermaschine - top für den Espresso Martini, aber zu Hause eher schwierig. Quelle: Fotolia.com
Espresso aus der Siebträgermaschine – top für den Espresso Martini, aber zu Hause eher schwierig. Quelle: Fotolia.com

Wer die Auswahl hat, greift zu einem Espresso der nicht zu bitter ist, einem vollmundigen mit guten Röstaromen und mit einer Crema, dass dir die Ohren schlackern. Tatsächlich ist der Espresso neben dem Kaffeelikör der wichtigste Konsistenz-Faktor für den Espresso Martini. Deswegen nimmt man dafür ja auch Espresso und keine wässrige Filterkaffee-Brühe. Ist der Espresso zu bitter, müsst ihr später doch wieder mit ein bisschen Zuckersirup gegensteuern.

Wodka und Kaffeelikör für den Espresso Martini

In Sachen Wodka gilt, was für jeden Cocktail gilt: Nehmt nicht den billigsten – aber das 45-Euro-Blattgold-Geraffel ist hier hier auch verschwendet. Wodka sorgt in Cocktails dafür, dass Druck auf den Kessel kommt und nervt nicht – mehr Job hat er zumindest in aromastarken Drinks wie eben dem Espresso Martini nicht. Bei Kaffeelikören ist die Sache schon deutlich komplizierter. Die meisten werden standardmäßig zum Kahlúa greifen und das ist absolut in Ordnung.

Gerade beim Kaffeelikör kann man aber viel Bandbreite in den Drink bringen, wenn man mal durchprobiert – da gibt es teil gewaltige Unterschiede. Mit seinem starken Karamell-Aroma hat uns hier der MoCo begeistert, da er sich hervorragend mit Galliano und den Chocolate Bitters verträgt. Klassischer Kahlúa dagegen sorgt für eine viel bessere Konsistenz und schmeckt deutlich mehr nach Kaffee, ist aber geschmacklich simpler und saugt die Bitters auf – die kann man in der Kombi weglassen.

Gimmicks im Espresso Martini: Galliano, Chocolate Bitters, Zuckersirup

Zuckersirup ist Standard in den meisten Espresso Martini-Rezepten und mit einer wenigen Likör- und kaffeelastigen Mischung auch angebracht. Durch unseren vergleichsweise gewaltigen Anteil an Likör könnt ihr darauf aber komplett verzichten. Stattdessen runden wir den Geschmack mit dem italienischen Galliano Vanilla und einigen Tropfen Chocolate Bitters ab. Deren Geschmack ist keineswegs klassisch schokoladig, sie bringen eher eine erdige Wärme in den Drink mit Noten von 95prozentiger Bitterschokolade.

Hilfe, mein Espresso Martini bekommt keine schöne Schaumkrone!

Die Schaumkrone ist das Markenzeichen eines Espresso Martini – ohne sie sieht euer Cocktail einfach nur aus wie sehr braunes, altes Badewasser. Um den Schaum aber richtig hinzukriegen, gibt es nur ein Geheimrezept: Schütteln wie blöd. Ihr müsst die Eiswürfel mit einer solcher Geschwindigkeit und Wucht durch den Shaker jagen, dass die Flüssigkeiten darin glauben, da läuft ein Milchaufschäumer Amok. Wenn euch eure Arme nicht wehtun, kriegt ihr wahrscheinlich auch keinen Schaum – außer vielleicht ihr seid gut trainierte Shaker-Profis.

Welches Glas für den Espresso Martini?

Zum Genießen nehmt ihr ein eisgekühltes Martini-Glas, das hat einfach den meisten Stil und fasst ziemlich genau die Menge aus dem Rezept oben. Aber natürlich tut’s auch jedes andere Glas. Wenn ihr damit rechnet, euch recht lang an dem Drink festhalten zu müssen, könnt ihr den Espresso Martini natürlich auch auf Eis trinken. Mixen solltet ihr ihn aber trotzdem auf eigenem Eis, sonst habt ihr zu schnell zu viel Schmelzwasser im Glas.

Dekoriert man den Espresso Martini mit Kaffeebohnen?

Viele Leute machen das, allerdings ist kleinstückelige Deko, die man gut verschlucken kann, immer nervig. Finden zumindest wir – also lassen wir die Kaffeebohnen weg. Aber wer ein gutes Schäumchen auf seinem Espresso Martini hinbekommt, kann mit Schokoraspeln oder Kakaopulver arbeiten – das sieht schöner aus und schmeckt sogar noch lecker.

JohannTrasch

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