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Ginger Beer

Ein alkoholisches Ginger Beer der Marke Ginger Beard. Ein alkoholisches Ginger Beer der Marke Ginger Beard.

Was ist Ginger Beer?

Ginger Beer ist eine scharfe, meist weiße Limonade, die stark nach Ingwer schmeckt. Hierzulande bekannt wurde sie durch den immer mehr in Mode kommenden Cocktail Moscow Mule. Der beherrscht die USA seit den 50er-Jahren, war aber hierzulande bis vor einigen Jahren kaum bekannt. Kein Wunder: Wir hatten ja auch kein Ginger Beer.

Wieso heißt das Zeug Ginger Beer?

Ursprünglich stellte man Ginger Beer aus fermentierten Ingwer her. Anders gesagt: Man hat Ingwer gären lassen, ihn mit Wasser und anderen Sachen vermischt und dann abgefüllt. Per Definition wurde es damit gebraut, deshalb heißt es Ginger Beer. Entsprechend waren die ersten Ginger Beers auch alkoholhaltig.

Noch heute gibt es Marken, die nach diesem Prinzip arbeiten, zum Beispiel Stoneys. Die für Moscow Mule verwendeten Limos arbeiten jedoch nicht mehr mit Fermentation und sind entsprechend alkoholfrei. Zumindest in Deutschland werden die meisten Produkte aber eh als Spicy Ginger verkauft, weswegen sich kaum jemand Gedanken über ihren Alkoholgehalt macht.

Moscow Mule im Kupferbecher mit einer Flasche Spicy Ginger von Thomas Henry.

Der Grund ist das Reinheitsgebot: Wenn Ingwer drin ist, aber weder Hopfen noch Malz, so kann die weiße Siffe doch gar kein Bier sein. Oder? Kann man drüber streiten, die Gesetzeslage ist jedoch eindeutig. Das geht sogar so weit, dass importierte Ginger Beers mit einem dicken Aufkleber mit der Aufschrift „ACHTUNG: KEIN BIER“ beklebt werden, damit auch ja keiner drauf reinfällt.

Was ist der Unterschied zum Ginger Ale?

Auch wenn Ale klassischerweise eine britische Biersorte ist: Ginger Ale galt im Gegensatz zum Ginger Beer schon immer als Limonade, ist von daher grundsätzlich alkoholfrei. Beide Limos teilen sich auch dieselben fruchtigen Geschmacksnoten und bei beiden ist die Basis Ingwer.

Der gewaltige Unterschied ist die Intensität: Während Ginger Ale zart nach Ingwer schmeckt und man es problemlos pur genießen kann, ist Ginger Beer den meisten Leuten zu scharf, um es pur zu trinken. Einige Marken wie Lupina Ginger arbeiten jedoch inzwischen daran, auch in Deutschland Ginger Beer auch über die Cocktailbars hinaus bekannt zu machen. Die kann man sich dann oft auch so in die Kehle schütten.

Wo finde ich Ginger Beer?

Während man beim Tonic Water wenigstens noch das Standard-Schweppes wirklich überall bekommt, sieht’s bei Ginger Beer düster aus. Manch schlauer Supermarkt hat zwar inzwischen eigene Discount-Marken vom Spicy Ginger im Angebot und auch Filler-Vorreiter Thomas Henry hat sein Produkt inzwischen in vielen Supermärkten platziert. Aber flächendeckende Versorgung geht anders.

Ingwer und Zitronensaft - mehr als das, Hefe und Zucker ist im Ginger Beer meist nicht drin. Ingwer und Zitronensaft – mehr als das, Hefe und Zucker ist im Ginger Beer meist nicht drin.

Zum Glück gibt es das Internet und fast jeder virtuelle Laden, bei dem ihr Schnaps und/oder Cola bestellen könnt, führt inzwischen auch zwischen einer und zehn Sorten Ginger Beer. Wer den Einzelhandel für seine große Liebe hält und nichts auf Seitensprünge gibt, muss sich sein Ginger Beer oft selbst brauen. Das geht sogar erstaunlich einfach und ihr braucht nichts weiter als Ingwer, Zitrusfrüchte und Hefe.

Gibt es noch andere Cocktails mit Ginger Beer als den Moscow Mule?

Jip, jede Menge – auch wenn natürlich kaum einer davon auf deutschen Cocktail-Karten steht. Mit der bekannteste ist der Dark and Stormy, eine Erfindung der Firma Gosling’s. Die vertreiben schwarzen Rum und Ginger Beer – und jetzt ratet mal, woraus das Cocktail-Rezept besteht. Allerdings dürfen sich tatsächlich nur Cocktails aus echtem Gosling’s Rum und Gosling’s Ginger Beer Dark and Stormy nennen. Weil.

Etwas exotischer ist da der Red Hot Chillie Pepper aus Ginger Beer, Tabasco und Tequila. Generell macht sich Ginger Beer auch gut in allen Sours – er macht sie fruchtiger und schärfer, lässt ihnen aber zeitgleich ihre Säure. Gerade eben weil Ginger Beer in unseren Breitengraden noch recht neu ist, raten wir: ausprobieren! Jede. Einzelne. Sorte.