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Tee für Cocktails

Tee ist eine oft unterschätzte Cocktail-Zutat. Quelle: Fotolia.com
Tee ist eine oft unterschätzte Cocktail-Zutat. Quelle: Fotolia.com

Kaffee als Filler in Cocktails stellt heute keiner mehr in Frage – wieso auch? Koffein und Alkohol in einem, diese unheilige Kombination verspricht einen spannenden Abend. Tee dagegen muss sich als Cocktail-Zutat erst langsam seinen Weg nach oben kämpfen – trotz ganz ähnlicher Voraussetzungen. Zugegeben: das kann daran liegen, das fast jeder Haushalt ein Gerät beherbergt, mit dem man Kaffee oder noch besser Espresso herstellen kann. Fragt man in einer deutschen Küche nach Tee, bekommt man im Bestfall einen vertrockneten Beutel alter Kamille und vielleicht noch die Herbst-Entspannungs-Mischung. Schlechte Voraussetzungen also, um Tee als Filler voranzubringen. Dabei würde sich das lohnen.

Tee ist kompliziert – aber nicht für euch

In den letzten Jahren dreht sich in Sachen Filler alles um Tonic und Ginger Beer, gelegentlich mal ein Saft, Mineralwasser oder das obligatorische Cola. Und wenn man sich den Docht abbrennen will, holt man die Sprite raus. Tee dagegen, den haben viele noch nicht mal auf dem Radar – und das liegt nicht allein an der Ham-wir-nich-Problematik. Tee ist als Aroma-Komponente vor allem verflucht kompliziert: Schwarztee, Grüntee, Weißer Tee, als Pulver, als Beutel, geräuchert, in kleinen hohlen Kugeln – wer soll da durchblicken?

Tee ist eine ganz eigene Welt, eine komplexe, vielfältige und schöne. Das ist Kaffee aber auch und trotzdem schütten wir uns in den Espresso Martini aber genau den Espresso, den wir daheim haben, ohne gleich ein ganzes Fass aufzumachen. Bitte nicht falsch verstehen: Röstungen und Bohnen zu verstehen, um den perfekten, nicht zu bitteren Espresso für Cocktails zu finden – das ist eine geile Sache. Aber damit fängt man als Zuhause-Hobby-Mixer nicht an. Und beim Tee eben auch nicht – für den Anfang tut es erst mal einfach nur ein guter Schwarztee, am besten aus dem Teeladen. Reinfuchsen könnt ihr euch später noch.

Tee ist die geheime Cocktail-Zutat

Tee als Aromageber in Cocktails ist etwas, mit dem eure Gäste nicht rechnen und mit dem viele noch gar keine Erfahrungen haben. Warum auch? Unter den gängigen Cocktail-Rezepten und vor allem auch in den Klassikern kommt Tee nämlich schlicht und ergreifend nicht vor. Selbst im Long Island Iced Tea ist kein Tropfen Tee – der heißt nur so, weil er im Glas entfernt an einen Eistee erinnert. Aber selbst in den meisten Tee-Cocktails ist gar kein Tee drin …

In den allermeisten Fällen mixt man den Tee nämlich nicht einfach unter. Zugegeben: In manchen Punches ist runtergekühlter Tee natürlich eine wichtige Zutat. Aber meistens nimmt man den Tee, um daraus Infusions oder Sirup herzustellen. Sirup ist relativ klar: Ihr nehmt 1 Teil Zucker und 1 Teil eures gewünschten Tees, erhitzt das ganze, bis sich der Zucker aufgelöst hat und fertig.

Bei einer Infusion schüttet ihr euren Tee in eine Spirituose eurer Wahl, lasst sie da ein paar Stunden oder sogar einen ganzen Tag ziehen und haben dann einen Tea-Infused Whisky, Wodka oder Gin. Hier gibt es kaum Faustregeln – wie lange und auf welche Art die Infusion ziehen muss, hängt von Spirituose, Tee und eurem Geschmack ab.

Cocktail mit Tee ist nicht gleich Cocktail mit Tee

Wer sich tatsächlich mit Tee auskennt und tief in der Materie steckt, wird sich bis hierhin vielleicht schon aufregen. Denn Tee ist nun mal nicht gleich Tee. Selbst, wenn man alle Kräuter- und Frucht-Mischungen außen vor lässt und wirklich nur „echten“ Tee betrachtet, gibt es eine riesige Zahl möglicher Tee-Sorten mit ganz unterschiedlichen Geschmacksprofilen.
Am gebräuchlichsten sind allerdings wohl normaler Schwarztee, Earl Grey, Lapsang-Souchong (ein geräucherter, chinesischer Schwarztee), grüner Tee und Matcha-Pulver. Wenn ihr euch in die Welt der Tee-Cocktail-Rezepte eintrinken und vor allem einmixen wollt: Kauft euch eine Dose von der Tee-Sorte, die euch auch wirklich schmeckt und macht euch dann auf die Suche nach passenden Rezepten dazu. Habt ihr genug experimentiert, wagt ihr euch einfach an den nächsten Tee.

Es geht aber sogar noch einfacher: macht euch einen Gin Tonic & Tea. Wie das geht, seht ihr zum Beispiel in diesem G&T&T-Video von Bartender-Urgestein Klaus St. Rainer. Die Kurzfassung: Ihr hängt einen Teebeutel in euren Gin, bevor ihr euch einen fertigen Drink mixt. Das kann ein Früchtetee sein, ein Hibiskus-Tee oder natürlich auch ein Schwarz- oder Grüntee. Die Möglichkeiten sind endlos – deswegen solltet ihr erst mal euren Lieblings-Gin Tonic pimpen, bevor ihr anfangt, Gin-Sorten und Tonic Waters auf der Suche nach eurem neuen Lieblings-Cocktail durchzuwechseln.