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Cucumis: Gurkenlimonade

Cucumis Gurkenlimonade ist kein Tonic Water - aber passt trotzdem super in den Gin Tonic.
Cucumis Gurkenlimonade ist kein Tonic Water - aber passt trotzdem super in den Gin Tonic.

Filler machen manchmal bis zu 75 Prozent unserer Drinks aus. Während wir bei den restlichen 25 Prozent – Spirituosen, Eis, Bitters, Sirups – einen Riesenbuhei veranstalten, setzen wir für den Rest fast immer auf Tonics, Colas, Soda. Klar, da gibt’s große Unterschiede und viele Experimente. Vor allem im Gin Tonic-Bereich, wo neue Gins und Tonics inzwischen mit der Gatling Gun in die Regale gepustet werden. Aber wirkliche Neuigkeiten? Gibt’s auch und zwar zuhauf, ihr ollen Zweifler. Eine der interessantesten davon: die Gurkenlimo von Cucumis.

Die Story hinter der Gurken-Soda

Wer sich die Pressefotos der Cucumis-Gründer Vasco Emmanuel Kulke und Till Fischer Bergst anguckt, ist vielleicht zunächst etwas verstört. Einer lässig, einer etwas angespannt sitzen sie da auf der Couch, mit einer Kiste frischer Salatgurken. Ein Schelm wer dabei Böses denkt. Im Sommer 2015 stellen die beiden Ihre Gurkenlimo vor: Komplett vegan, in Flaschen aus regionalem Glas, aus einer der nachhaltigsten Abfüllanglagen der Welt, aus heimischen Gurken. Klingt alles ein bisschen viel nach öko, ergibt aber Sinn: wer was Neues aufbaut, kann’s auch gleich verantwortungsvoll machen. Diese Verantwortung spiegelt sich im Preis von über 2 Euro für 0,33 Liter wieder.

Tatsächlich wollten die beiden Gründer ursprünglich wirklich nur eine Limonade herstellen – auch wenn Kulke vorher als Bartender gearbeitet hatte. Dass man irgendwann mal als Mixer in den Bars stattfinden würde, war da höchstens noch Wunschtraum. Aber vor allem wir Deutschen werfen Gurke gerne in jeden zweiten Longdrink: Moscow Mule und Gin Tonic ohne Gurke sind für viele Menschen in diesem Land praktisch nicht vorstellbar. Warum also Cucumis nicht einfach als unbitteres Tonic Water verwenden? Aber halt: Schmeckt das Zeug überhaupt?

Wie schmeckt Cucumis Gurkenlimonade?

Aber hallo! Als wir die erste Flasche Cucumis öffnen, schlägt uns ein praller Schwall Gurkenaroma direkt ins Gesicht. Leicht prickelnde Kohlensäure steigt uns in die Nase, als wir sie direkt über den Flaschenhals halten. Das Gurkenaroma ist spannend, ausgewogen, begleitet von einer ganz dünnen Zitronengrasnote, die wohl irgendwie aus dem beigefügten Basilikum resultiert. Ein tiefer Schluck der kühlschrankkalten Limo spült uns dann auch vordergründig Gurke in den Mund.

Nase: Gurke mit einem Hauch Zitronengras.

Mund: Gurke mit einem leichten Anklang von kaltem Früchtetee und Basilikum

Wenn „grün“ ein Geschmack wäre, er würde schmecken wie Cucumis: Klare, frische Gurke, nicht zuviel und nicht zu wenig, in Kombination mit der Kohlensäure, ist das tatsächlich Erfrischung pur. Die Süße ist erstaunlich ausgewogen.  Am Gaumen und im Nachgeschmack haben wir eine leichte herbe Früchtetee-Note (wir brauchen drei Flaschen, bis wir diesen Geschmack benennen können),  im Atem bleibt ein Hauch des Basilikums, den wir sonst aber nur schwerlich erschmecken können. Insgesamt ist das Zeug also nicht supertief, müssen wir zugeben. Aber so erfrischend, so lecker, so anders, dass wir uns davon sicher in Zukunft gerne mal zwei, drei Fläschchen pur reinschütten werden. Aber jetzt sind wir für was anderes hier.

Cucumis im Gin Tonic

Wer Cucumis als Mixer verwenden möchte, kann es grundsätzlich wie ein Tonic Water verwenden. Nur halt wie eines ohne Bitterstoffe und mit einer derart klaren Gurken-Note, dass auch Doctor Polidori’s Cucumber Tonic dagegen abstinkt. Vor allem, weil die Cucumis-Variante, frischer, echter, saftiger wirkt. Klar kann man die Gurken-Limonade jetzt in einen Gin & Tonic mit Hendrick’s Gin packen, noch Gurke als Garnitur dazupacken und sich über sein persönliches Gurken-Inferno freuen. Macht auch bis zu einem gewissen Grad Spaß.

Spannender ist aber tatsächlich die Kombi aus eher zitrusfreundlichen Gins wie dem Tanqueray No. 10 mit einer Zitronenzeste. Die Mischung aus Gurke und Zitrone und das Fehlen jeglicher Bitterstoffe ergibt etwas, dass man zwar eigentlich nicht mehr Gin Tonic nennen darf, das aber so irre erfrischend und so wenig nach Alkohol schmeckt, dass man es noch vor 15 Jahren als Alkopop verboten hätte. Für jemanden wie den Autor dieses Artikels, der zu starken Bitternoten generell nichts abgewinnen kann, ist das der Himmel auf Erden. Für den landet Cucumis – wie für den Autor eben auch – wahrscheinlich in den Top 3 der persönlichen Lieblings-Tonics. Auch, wenn’s kein Tonic ist. Alle anderen fahren aber wahrscheinlich immer noch mit Tonic + frischer Gurke besser.

Cucumis in anderen Cocktails

Wir mixen uns einen Green Bird mit dem Cucumis. Der besteht normalerweise aus BIRDS Weissbrand, Tonic Water und frischgepresstem Gurkensaft – wir ersetzen die letzten beiden einfach durch Cucumis. Schöner Drink, nur leider ist der Original-Cocktail immer noch besser, allein schon weil er durch das tiefe grün besser aussieht und weil die Bitternote des Tonics hier gebraucht wird. Das Seiberts in Köln bietet einen „Hausgemachten Frühlings-Gin, Cucumis-Limonade mit Riesling & Vermouth Espuma“ an – machen wir mal nach, sobald wir wissen, wie Frühling in den Gin kommt.

Darüberhinaus ist Cucumis aber eine großartige Variante für für viele Fizz-Varianten, vor allem mit Gin oder Wodka. Unser Versuch einen Whisky Soda aufzugurken, endete mit einem sehr, sehr schrecklichen Geschichtsausdruck und schlimmen, fast schon nicht mehr menschlichen Lauten. Gegen den schrecklichen Nachgeschmack half dann aber aber auch wirklich nur noch eine Gin & Cucumis.

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JohannTrasch

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