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Doctor Polidori’s Cucumber Tonic

Doctor Polidori's Cucumber Tonic im Gin Tonic mit Gurken-Garnish.

Doctor Polidori’s Cucumber Tonic ist ein deutsches Tonic Water für einen gurkenlastigen Gin Tonic. Das kleine Wörtchen „Cucumber“ im Namen – zu Deutsch: Gurke – stellt das unmissverständlich klar und zeigt dem Kenner damit „Hallo, ich komme aus Deutschland.“. Klar, die Sache mit dem Gurkenaroma im Gin, die hat Hendrick’s Gin erfunden, eine schottische Distille. Aber uns Deutschen gefiel das so gut, dass wir seit einem Jahrzehnt jedes Glas mit einer durchsichtigen Substanz darin vorsichtshalber mit Gurkenschnitzen vollstopfen – könnte ja Gin Tonic drin sein.

Diese Liebe trägt ihren vorläufigen Höhepunkt in Doctor Polidori’s Cucumber Tonic – das Tonic Water stammt von Capulet & Montague, die auch Ferdinand’s Saar Dry Gin herstellen und in Saarbrücken sitzen. Während man den kennt und weiß „Den kann man trinken.“ ist die Marke Doctor Polidori’s noch relativ unbekannt, weder der Cucumber Tonic noch der Dry Tonic sind weit verbreitet. Bevor wir das Zeug also trinken, fragen wir uns erstmal: Was soll das überhaupt?

Die Story hinter Doctor Polidori’s Cucumber Tonic

Doctor Polidori ist nicht etwas eine eigene Erfindung, sondern lehnt sich an den englischen Schriftsteller John Polidori an. Der war so ganz nebenbei Leibarzt und wohl auch guter Kumpel des britischen Dichters Lord Byron, der viel mit Mary Shelley abhing, die später Frankenstein geschrieben hat. Polidori hingegen schrieb mit The Vampyre den ersten Roman über Vampire überhaupt, da war Bram Stoker noch nicht einmal auf der Welt. Cooler Typ also, dieser Polidori. Aber was hat der bitte mit Tonic Water am Hut?

Zugegeben: der Werbetext zu Doctor Polidori’s Cucumber Tonic, der ausgiebig von alchemistischen Mixturen spricht, die so manches Abenteuer mit Lord Byron glimpflich enden ließen – das klingt schon spannend. Die Vorstellung, dass seine Rezepte als Basis für dieses Tonic Water herhielten – das schmeckt nach Abenteuer. Aber am Ende läuft der Hase doch so: Man brauchte einen britischen Arzt, weil Tonic nun mal irgendwann als Medizin galt und von Briten erfunden wurde. Schade nur: Aus der coolen Marketing-Story holt man nicht ganz so viel raus, außer die Polidori-Story kurz auf Facebook auszubreiten, passiert da nichts. Muss es also der Geschmack retten.

So schmeckt Doctor Polidori’s Cucumber Tonic

Doctor Polidori’s Cucumber Tonic hat richtig schön viel Kohlensäure, schon kleine Mengen schäumen heftig beim Einschenken ins Glas – das macht Spaß. Im Glas ist das Tonic Water unaufgeregt, gefühlt relativ dickflüssig, klar. Der Geruch: Gurke pur, mit einem Hauch von Gurke und Gurke im Nachgang. Erst nachdem wir das Glas knapp zwei Minuten haben stehen lassen, nehmen wir noch Zitrusaromen wahr.

Nase: Gurke, Gurke, Gurke, Zitrone, Gurke

Mund: Bitterkeit, Zitrone, Gurke

Im Mund ist Doctor Polidori’s Cucumber Tonic zunächst vor allem bitter – sogar ziemlich bitter. Allerdings nicht von der unangenehmen, aufdringlichen Sorte – die Bitterkeit ist einfach sehr präsent. Super für Gins, die viel Bitterkeit vertragen und nicht ganz so zart sind (wie zum Beispiel eben Hendrick’s oder Ferdinand’s). Wenn die Bitterkeit geht, bleibt zunächst sehr, sehr viel Zitrusaroma, eher zitronig als limettig, fast schon Limo-artig, mit nur einem winzigen Hauch Gurke. Erst im Nachgeschmack bleibt das frische Gurken-Aroma dann haften.

Doctor Polidori’s Cucumber Tonic im Gin Tonic

Doctor Polidori’s Cucumber Tonic ist kein Tonic mit besonders tiefen Aromen und er ist auch nicht zurückhaltend – er macht das, was der Name verspricht, er verleiht einem Gin Tonic ein Gurken-Aroma und Tonic-Bitterkeit. Auch, wenn der Gurken-Geschmack im Cocktail eher über die Nase kommt, er ist definitiv wahrnehmbar. Man kann damit auf zweierlei Arten umgehen: Entweder packt man diesen Tonic in einem ganz „normalen“ Gin Tonic mit einem „normalen“ Gin wie einem Gordon’s oder einem Tanqeray No. 10 und reichert sie eben nur mit einem Hauch Gurke an, das was man auch mit Gurkenscheiben tun würde. Hier kann sogar eine Zitronenzeste als Deko für tolle Mischaromen sorgen.

Oder man wählt die andere Variante: den totalen Gurken-Overkill. Hendrick’s Gin, der von Haus aus mit Gurke im Geschmack daherkommt, Gurke als Garnitur und Doctor Polidori’s Cucumber Tonic. Ja, das schmeckt sehr, sehr gurkig. Das muss man mögen – aber wer auf Gurke im Gin Tonic steht, könnte sich verlieben. Problematisch wird Doctor Polidori’s Cucumber Tonic in zu intensiven Gin’s wie dem Niemand Gin oder Skin Gin. Nicht, weil er da nicht schmecken würde, im Gegenteil: die starke Bitternote steht diesen Gins hervorragen. Aber die intensiven Aromen verdrängen die Gurke einfach, vor allem aus der Nase. Da täte es dann auch ein anderer Tonic – einer, bei dem die 0,2l-Flasche nicht 2,50 Euro kostet.

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JohannTrasch

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