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Der perfekte Cocktail-Shaker für die Hausbar

Welcher Cocktail-Shaker ist perfekt für Ihre Ansprüche als Hobby-Bartender zu Hause? Lassen Sie es uns gemeinsam herausfinden. Quelle: Fotolia.com © fesenko
Welcher Cocktail-Shaker ist perfekt für Ihre Ansprüche als Hobby-Bartender zu Hause? Lassen Sie es uns gemeinsam herausfinden. Quelle: Fotolia.com © fesenko

Ohne Cocktail-Shaker keine guten Cocktails. Klar, es gibt auch jede Menge gerührte Drinks, aber wer sich wirklich und wahrhaftig dem Hobby Mixen widmen will, kommt ohne dieses Barwerkzeug nicht aus. Zum Glück haben die meisten von uns ohnehin einen daheim: Irgendwann im Leben bekommt praktisch jeder ein Bar-Set geschenkt. In dem ist dann meist auch ein metallischer Zylinder enthalten ist, mit dem man Flüssigkeiten ordentlich durchrütteln kann. Aber spätestens, wenn man dann so richtig einsteigt in die Welt der Spaß-Bartender und auch gelegentlich für größere Gruppen von Freunden zum Shaker greift, stellen sich die schwierigen Fragen: Taugt meiner überhaupt was? Und gibt’s da noch andere?

Die Welt der Cocktail-Shaker

Es gibt nicht den einen, richtigen Shaker, der für jeden die beste Wahl ist. Es geht darum, was euch liegt, wie oft ihr das Ding benutzt, wie viele Drinks ihr an einem Abend mixen müsst. Ein Bartender hat an seinen Cocktail-Shaker ganz andere Ansprüche als ein Amateur und jemand, der regelmäßig daheim für Kumpels mixt, braucht sehr wahrscheinlich einen anderen Shaker, als jemand, der nur alle paar Wochen mal für sich und die Dame oder den Herren des Herzens zwei Drinks rauslassen will.

Wer mit Liebe zum Detail mixt, auch zu Hause niemals das Eis aus dem Shaker mit ins Glas gibt und den Shaker für jeden neuen Drink ausspült, wer also genauso mixt wie in einer guten Bar, der braucht wahrscheinlich einen Boston Shaker. Das ist das Ding mit dem Metall- und dem Glasbecher. Wer zwei linke Hände hat, aber dieselben Ansprüche, greift dann vielleicht doch lieber zum Parisian Shaker (zwei Metallteile). Jede Sorte Shaker hat ihre Vor- und Nachteile – und nur wer die kennt, kann sich für den richtigen entscheiden.

Techniken und Hintergrundwissen

Wir wollen euch an dieser Stelle nicht mit einer geschichtlichen Exkursion über den Ursprung des Cocktails-Shakers langweilen – das würde den Rahmen dieser kleinen Einkaufsberatung wahrscheinlich komplett sprengen. Aber es war wohl Ende des 19. Jahrhunderts, als Bartender anfingen, sich mit Metall- und Silberbechern zu behelfen, wenn sie verschiedene Flüssigkeiten miteinander verbinden wollten, schon relativ bald danach entstanden auch die ersten Cobbler-Shaker mit eingebauten Sieben. Ein solcher ziert zum Beispiel unser Cocktailbart-Logo. Wer mehr wissen will, findet zum Beispiel bei Mixology einen schönen Artikel, der auch die Geschichte des Shakers aufgreift.

Viel wichtiger für die Praxis ist aber die Frage: Was passiert in so einem Cocktail-Shaker eigentlich mit meinem Schnaps? Warum schüttelt man den so krass rum, statt ihn einfach für eine Minute ins Eis zu packen? Weil durch das Schütteln der Energie-Austausch zwischen Flüssigkeiten und Eis deutlich schneller vonstatten geht. Das funktioniert ähnlich wie beim Rühren, nur dass sich beim Shaken die Flüssigkeiten unterschiedlicher Konsistenz besser verbinden. Dabei wird auch Schmelzwasser abgegeben, der Cocktail wird verdünnt.

Viele Drinks werden dadurch überhaupt erst trinkbar – sowohl was den Alkoholgehalt, als auch die Aromatik angeht. Was die richtige Technik beim Shaken angeht, haben wir hier gar nicht genug Platz, um da richtig auszuholen – dann wird’s nämlich richtig wissenschaftlich: Welche Schütteltechnik bringt den besten Drink hervor und wie lange muss man schütteln, damit’s richtig kalt wird – sowas eben. Aber wie angekündigt geht’s hier und heute nur um die Cocktail-Shaker selbst, Technik liefern wir nach. Also legen wir los:

Der Boston Shaker

Er ist das Ding, das man aus Bars kennt: ein Metallbecher, gestülpt über ein Glas, in dem Schnaps und Eis herumliegen. Wer ihn zum allerersten Mal benutzt, muss mit diversen Einstiegshürden fertig werden, die allesamt in einer Riesensauerei oder wenigstens in mittelschwerem Frust enden können: Zuerst muss man das Metallteil so auf das Glas bekommen, dass das Ding auch hält. Wenn man kurz darauf anfängt, wie blöd zu schütteln, fliegt einem der ganze Drink sonst quer durch die Küche. Dafür legt man den Metallbecher schräg über das Glas und haut einmal hintendrauf, sodass eine Seite komplett abschließt und an der anderen ein Spalt entsteht.

Boston-Shaker bestehen aus einem Metallteil und einem Mix-Glas. Sie sind praktisch, wenn man sie beherrscht, aber nicht anfängerfreundlich. Quelle: Fotolia.com © Milkos
Boston-Shaker bestehen aus einem Metallteil und einem Mix-Glas. Sie sind praktisch, wenn man sie beherrscht, aber nicht anfängerfreundlich. Quelle: Fotolia.com © Milkos

Wenn man jetzt fertig ist mit Shaken, muss man beide Teile wieder auseinanderkriegen. Das ist gar nicht so leicht, denn durch das Geschüttel hat sich auch die Luft innerhalb des Cocktail-Shakers abgekühlt und damit zusammengezogen. Es entsteht ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass sich Glas und Metallbecher extra doll liebhaben – der Shaker ist versiegelt. Um das Siegel zu brechen, haut man nun mit der Handfläche an der Seite gegen das Glas und wie durch Wunderhand geht das Teil wieder auf. Jetzt kann man mittels Strainer den leckeren Cocktail vom Shaker ins Glas befördern.

Was am Anfang zugegeben nicht ganz so leicht ist, geht mit ein wenig Übung gut von der Hand und sieht einfach deutlich spannender aus als die Arbeit mit dem dreiteiligen Cobbler Shaker. Üben solltet ihr aber am Anfang. Nichts ist peinlicher, als vor einer Handvoll durstiger Kumpels zu stehen und nicht abliefern zu können, weil ihr die beiden Shaker-Teile ums Verrecken nicht mehr auseinander bringt. Dafür ist der Boston Shaker einfach zu reinigen, weil er nur aus zwei Teilen besteht. Geht euch der Glas-Teil einmal kaputt, gibt’s Ersatz in jedem Fachhandel für teilweise gerade mal fünf Euro oder ihr nehmt einfach ein beliebiges Wasserglas, das passt und halbwegs dickwandig ist.

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Tin in Tin Shaker

Eine Variante des Boston Shakers ist der Tin in Tin Shaker: Er besteht aus zwei unterschiedlich großen Metallbechern, ersetzt also das normale Glas. Der Vorteil der Full Metal-Variante: Metall verbrät nicht so viel Energie beim Kühlen, entsprechend haben die Metallteile weniger Einfluss auf den ganzen Kühlungsprozess wie die fetten Glas-Becher aus dem normalen Boston Shaker. Allerdings verformen Sie sich stärker als Glas, weswegen es bei dieser reinen Metall-Variante schneller mal passieren kann, dass man die Mistdinger nicht mehr auseinander bekommt. Peinlich und nervig, weswegen ihr erstmal mit der Glas-Variante üben solltet. Der Wechsel auf Tin in Tin lohnt sich aber zumindest wegen der Optik und im High-End-Segment wahrscheinlich auch ein bisschen wegen der Kühl-Power.

In den meisten Fällen sind diese Shaker aber deutlich teurer als die Glas+Metall-Version. Vor allem, wenn ihr ohne Zwischenspülung schnell viele Cocktails hintereinanderweg mixen möchtet und das Eis jeweils mit ins Glas gebt, weil’s für euch eben auch einfach ohne den ganzen Chi-Chi geht, dann bringt’s die Anschaffung eines Tin in Tin Shakers eher weniger. Auch hier kommt ein Strainer zum Einsatz, wenn ihr Eis oder Fruchtstücke aus dem Glas fernhalten möchtet.

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Ein Parisian Shaker oder French Shaker besteht aus zwei Metallteilen und ist damit einem Tin in Tin Shaker nicht unähnlich. Quelle: Fotolia.com © fesenko
Ein Parisian Shaker oder French Shaker besteht aus zwei Metallteilen und ist damit einem Tin in Tin Shaker nicht unähnlich. Quelle: Fotolia.com © fesenko

Der Parisian Shaker oder French Shaker

Ein Parisian Shaker ist im Prinzip ein Tin in Tin Shaker, der aussieht wie ein Cobbler Shaker. Klingt komisch, ist aber so: Genau wie der Tin in Tin Shaker besteht dieser französische Shaker aus zwei Metallteilen unterschiedlicher Größe, die aber zusammengesteckt die typische Urnen-Form bilden, die wir zum Beispiel auch im Cocktailbart-Logo sehen. Ob man sich jetzt einen French Shaker oder einen Tin in Tin Shaker zulegt, ist am Ende eine Frage des persönlichen Geschmacks. Für uns ist aktuell nicht ersichtlich, warum der eine in irgendwas besser sein sollte als der andere. Falls ihr einen Vorteil kennt: Schreibt uns in die Kommentare, wir freuen uns über Input. Obwohl, einen großen Unterschied gibt’s: Meistens sind Parisian Shaker teurer. Aber auch die findet man schon ab 20 Euro.

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Der Cobbler Shaker

Diese Shaker-Variante ist wohl die am meisten verbreitete in deutschen Hausbars – zumindest in der älteren Generation: Wohl kaum ein Papa oder Opa hat nicht wenigstens einen davon irgendwo rumstehen: Ein dicker Metallbecher, ein kleinerer Deckel mit Sieb und nochmal ein Deckel für das Sieb selbst. Man füllt die Flüssigkeit in den Becher, packt den Sieb rein, macht den Deckel drauf. Anschließend kann man schütteln, bis der Arzt kommt und muss nicht mal zusätzlich einen Strainer auspacken.

Der Cobbler-Shaker hat ein eingebautes Sieb und ist auf für Anfänger schnell einsetzbar. Quelle: Fotolia.com © tarikkaanmuslu
Der Cobbler-Shaker hat ein eingebautes Sieb und ist auf für Anfänger schnell einsetzbar. Quelle: Fotolia.com © tarikkaanmuslu

Selbst wenn sich jetzt Sieb und Becher nicht mehr auseinanderkriegen lassen, den Deckel vom Sieb bekommt man normalerweise ab. Man braucht keinen Strainer und nichts, lässt den Drink einfach lässig in ein Glas mit frischem Eis ein und fertig. Hat man irgendeinen Drink mit Fruchtstücken gemixt oder legt keinen Wert auf Eissplitter, kann man immer noch einen Teesieb zwischen Glas und Cocktail-Shaker halten. Unheimlich praktisch die Nummer. Nur sieht sie längst nicht so lässig aus und der Cobbler Shaker ist irre blöd zu putzen. Für jemanden, der sich nur alle paar Wochen mal schnell zwei baugleiche Drinks mixen möchte ist das aber ohnehin egal.

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Speedshaker

Speedshaker sind für das gedacht, was beim Boston Shaker nur eine Notlösung ist: Sie werden direkt über das Glas gestülpt, aus dem man später trinken möchte, anschließend wird geschüttelt und das Glas einfach mit allem, was darin ist, überreicht. Weil sie so irre breit sind, passt in viele Speedshaker gar kein normaler Cocktailsieb mehr – ist aber auch gar nicht so wichtig. Diese Art Cocktail-Shaker ist dazu gedacht, schnell möglichst viele simple Drinks herzustellen. Kann man sich kaufen, wenn man auf der nächsten Beach-Party am Cocktailstand aushelfen muss, aber als anspruchsvoller Hobby-Mixer braucht ihr das Ding eigentlich nicht.

Qualität und Pflege

Brauchbare Shaker gibt’s schon für 20 Euro, vor allem Boston Shaker findet man auch schon günstiger. Wer mehr ausgibt, erhält robustere Varianten in schönerem Design, die manchmal auch mit Vinyl ummantelt sind und entsprechend außen nicht so schnell kalt werden. Das schont die Hände, wenn man an einem Abend viel mixen muss. Gerade Hobby-Bartender arbeiten aber mit dem kalten Metallteil als Indikator dafür, wann ein Shake wirklich abgeschlossen ist.

Da Cocktail-Shaker fast immer ausschließlich aus Edelstahl angefertigt werden, haben die Einzelteile wenig in der Spülmaschine zu suchen. Das kann schnell mal zu Rost führen und niemand will einen Drink aus einem verrosteten Becher. Wascht die Dinger lieber mit der Hand, dann habt ihr länger Spaß dran. Ein Edelstahlreiniger kann auch nicht schaden – dann glänzt das Teil wenigstens wie neu, wenn Besuch kommt.

JohannTrasch

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