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Buchbesprechung: Cocktails – Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen

"Cocktails: Die Kunst perfekte Drinks zu mixen" von Klaus St. Rainer ist ein wunderbarer Start für eine umfangreiche Cocktailbuch-Sammlung.
"Cocktails: Die Kunst perfekte Drinks zu mixen" von Klaus St. Rainer ist ein wunderbarer Start für eine umfangreiche Cocktailbuch-Sammlung.

Wenn man anfängt, sich intensiver mit Cocktails und Spirituosen auseinanderzusetzen, dann ist das oft eine erstaunliche trockene Sache. Klar: Man geht mehr als einen trinken, in immer neuen Bars, man mixt zu Hause jede Menge Drinks und kippt auch die meisten davon runter. Aber vor allem sitzt man vor dem Rechner und durchforstet das Internet nach Rezepten, Hintergrund-Infos, Tipps. Aber ganz am Anfang, wenn man noch so gar keine Ahnung hat und von den Dutzenden Meinungen der Profis, Halb-Profis und auch mal Voll-Affen der Spirituosen-Welt übermannt wird, dann hilft oft das gute alte Buch, ein Cocktail-Buch. Im Falle des Autors war das: Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen von Klaus St. Rainer.

Was ist das für ein Cocktailbuch?

Dieses Buch richtet sich an fortgeschrittene Mixologen, fängt aber ganz vorne an – es ist optimal für Einsteiger. Und das, obwohl Autor Klaus St. Rainer alles andere ist als das. Der Chef und Inhaber der Goldenen Bar in München ist einer der bekanntesten Bartender Deutschlands und ganz nebenbei absolut unprätentiös. In seiner Bar gibt es hervorragende, sehr moderne Drinks, genauso wie gut gemachte Klassiker – und genau das zeichnet auch sein Buch aus: Von Cold Drips ist da die Rede und von Druck-Infusion im Sahnesiphon und davon, wie man selbst einen Falernum ansetzt. Aber alles so lässig und unspektakulär erklärt, dass man sofort glaubt: „Ich kann das auch.“

Dieses Mut machen ist eine der großen Stärken dieses Buchs, das so ganz nebenbei aber auch die volle Palette an Basics abdeckt: Welche Geräte und Barwerkzeuge brauche ich und was könnte ich mit noch abgefahreneren Geräten anstellen? Wie erkenne ich gutes Eis und wie komme ich da ran? Welche Mix-Spirituosen sind qualitativ hervorragend, kosten mich aber nicht gleich ein kleines Vermögen? Welche Sirups und Bitters sollte ich selber machen, was sollte ich kaufen? Klar, diese Infos gibt’s auch im Netz. Gratis. Aber für gerade mal 17 Euro sind Sie hier gesammelt, spannend und mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Und Cocktail-Rezepte gibt’s natürlich auch in Massen.

Die Warenkunde in "Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen" gibt etwa Auskunst zu perfektem Cocktail-Eis.
Die Warenkunde in „Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen“ gibt etwa Auskunst zu perfektem Cocktail-Eis.

Was stehen da für Cocktails drin?

Nach einer ausführlichen Einführung mit Technik und Warenkunde folgen die Rezepte, unterteilt in vier Kategorien. Hinter der ersten, „Einfach und Clever“, verbergen sich technisch sehr einfache Drinks, die man ohne große Vorkenntnisse schnell nachmixen kann. Allerdings findet man auch hier schon Abgefahrenes wie die Piña Colada-Alternative Banksy, die mit Bio-Kokosnusswasser arbeitet. Das macht den Drink nicht komplizierter, aber ist bekömmlicher und klingt irre kreativ.

Unter „Klassiker und Variationen“ findet ihr genau das, was draufsteht: Klassische Martinis, Varianten mit Lillet Blanc und Isarsteinen(!) oder den Rusty Nail-Twist Rasta Nail mit selbstgemachten Agavenkaffee – Kaffee aus Tequila. Auch die Old Fashioned-Varianten Dirty Old Bastard und Zacharias, die wir hier bereits vorgestellt haben, stammen aus diesem Bereich von Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen.

Bevor in der vierten Kategorie „Weitere Grundrezepte“ ausgefallene Basis-Rezepte für Bitters, Cold Drips und Campari-Staub erläutert werden, richtet sich Rainer unter „Aussergewöhnlich und spektakulär“ noch einmal an die Profis: Espumas, Cold Drips, selbstgemachte Sirups und Zuckerwatte als Deko – solche Sachen tauchen jetzt in praktisch jedem Rezept auf, von Tabula Rasa (ein Negroni mit Orangen-Espuma) bis zur monströsen Tiki-Bowle Captain Strainers Plantation Punch mit 12 Zutaten. Wohlgemerkt: Aufwendig sind die Drinks, aber nachmachen lohnt sich! Wie etwa hier der Royal Hibisco Gin Fizz:

Wer sollte sich das Buch kaufen?

Die Cocktail-Rezepte sind kreativ, aber knapp und auf den Punkt, die Warenkunde und die Technik-Tipps werden Profis nur überfliegen – rein von Aufmachung und Inhalt her ist Cocktails: Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen daher eigentlich eher ein Einsteiger-Buch, auch der Preis von 17 Euro spricht für ein unkompliziertes „Packen wir mal in den Warenkorb!“. Auf der anderen Seite stehen abgefahrene Rezepte von vergleichsweise hoher Komplexität – inklusive der Frage, wo man nur all die Geräte hernehmen soll, um die tollen Drinks nachzumixen.

Um letztere Frage zu beantworten: Mit einem Sahnesiphon und einem Cold Dripper bewaffnet, könnt ihr im Prinzip alles nachmixen, was ihr im Buch findet. Beides zusammen gibt’s für deutlich unter 100 Euro. Klaus St. Rainer hat hier ein Cocktailbuch gemacht, anhand dem man sich eine ganze Weile lang wie ich vom totalen Nichtsblicker zum hoffnungsvollen Amateur entlang mixen kann. Anhand dem man wachsen und experimentieren und mit relativ wenig Aufwand Gäste beeindrucken kann. Und danach beschäftigt man sich noch eine ganze Weile mit den ausgefalleneren Rezepturen.

Die bessere Frage ist also eigentlich, wer das Buch nicht kaufen sollte: Menschen, die die Klassiker schon kennen und die Cold Drips und Espumas für Chichi halten, das keine Sau braucht. Alle anderen können sich das Ding dank fairem Preis bedenkenlos ins Regal stellen.

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JohannTrasch

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