Cocktailbart » News & Guides » In 10 Cocktails (oder mehr) durch die Bars von Bamberg

In 10 Cocktails (oder mehr) durch die Bars von Bamberg

Wir waren in den Bars von Bamberg und haben uns durch die Ostbar, den Kawenzmann, das Schwarze Schaf, den Schluckspecht und das Dude getrunken.
Wir waren in den Bars von Bamberg und haben uns durch die Ostbar, den Kawenzmann, das Schwarze Schaf, den Schluckspecht und das Dude getrunken.

Bamberg mag dich. Gut, Bamberg kennt dich nicht, aber das ist dieser Stadt herzlich egal. Sie hat ein kleines Zuhause für dich, eine Cocktail-Heimat. Irgendwo im pulsierenden Herzen der Bamberger Altstadt gibt es eine Bar, die mit einiger Sicherheit genau das ist, was du dir immer von einem Stammlokal erhofft hast. Egal wer du bist, egal wie du tickst. Bamberg hat für dich einen liebevoll eingerichteten Tiki-Tempel, der vor Kitsch und Rum nur so trieft. Eine chaotisch möblierte, improvisiert wirkende Studentenkneipe, in der der Bartender mit demselben Lächeln Flaschenbier „für auf’n Weg“ rausgibt, mit dem er Weltklasse-Drinks mixt. Und das ist keine Übertreibung an der Stelle, der Mann hat das schriftlich.

Bamberg hat Läden für Live-Musik, eine Bar für Menschen, die alle Szenen aus „The Big Lebowski“ nachsprechen können, eine Nachbarschaftskneipe mit außen kleiner Astra-Leuchte und innen großem Cocktail-Kino. Diese Stadt hat eine Bar, die in Größe und Optik auch ein Wohnzimmer aus dem städtischen England der 30er sein könnte, das auf einer Zeitreise in der Einflugschneise eines Burger-Wirtshauses dieses Jahrhunderts notlanden musste. „Haben andere Städte auch.“ könnte man jetzt einfach mal einwerfen und man hätte Recht. Zwei Unterschiede aber zu München, Frankfurt, Hamburg. Nummer 1: Bamberg ist kleiner. Du fährst zwischen all diesen Tempeln flüssiger Kulinarik nur selten mit dem Taxi. Und nie länger als 5 Minuten.

Unterschied 2: So manche Bar in der Großstadt hat eine bestimmte Zielgruppe. Ein Klientel. Leute, die bestimmte Dinge sagen oder anziehen. Damit meinen wir jetzt nicht, dass die gehobenen Trinkstätten Deutschlands größter Barstädte irgendjemanden gegenüber ungastlich wären, weil er irgendwie angezogen wäre. Aber wenn du in der kurzen Karomuster-Hose und mit Metal-Shirt in München einen 14-Euro-Martini bestellst, besteht eine gewisse Chance, dass du dich trotz entspannter Atmosphäre und fröhlichfreundlichem Bartender ein bisschen fehl am Platz fühlst. In Bamberg passiert dir das nicht. Und das nicht nur, weil es hier gar keine 14-Euro-Martinis gibt.

In 10 Cocktails durch Bamberg? Was wird das hier?

Für unsere Artikel-Reihe „In 10 Cocktails durch …“ besuchen wir in Kernbesetzung (Cocktailbart-Thomas und Cocktailbart-Johann) nebst guten Freunden auf Bar-Touren durch mal mehr mal weniger bekannte deutsche (oder bisher eher: bayerische) Städte. Nach dem gemütlichen Start in der unaufgeregten Studentenstadt Regensburg, wo wir uns in den wenigen „echten Bars“ eh schon auskannten und dem chaotischen Trip durch’s hektische und überfüllte München mit seinen Bars von Weltruhm begaben wir uns für diesen Artikel nach Bamberg.

Eine Stadt im bayerischen Oberfranken, die in der Gastro-Szene derzeit als Vorzeigeobjekt in Sachen Barszene außerhalb der Ballungsgebiete geht. Großteilig studentisches Publikum, wie in Regensburg, treffen auf Bars und Bartender, die bei nationalen Awards und Wettbewerben praktisch immer eine Rolle spielen. Die enge Zusammenarbeit der Betreiber und der Aufbruchsgeist der Teams bilden die Speerspitze einer Bewegung von Gastronomen, die zeigen wollen, dass das Grundkonzept „Bar“ auch in Gegenden funktionieren kann, wo die meisten Menschen eigentlich eher nach „Kneipe“ suchen.

Weil über Bamberg und seine aktuelle gastronomische Bedeutung aber schon an anderer Stelle so vieles und schönes geschrieben wurde, geht es in diesem Artikel eher um die Stadt, Bars und Cocktails an sich. Darum, wie man dieses wunderschöne Dorf mit Uni als Gast erlebt. Um die Frage „Warum sollte ich hierher fahren, um einen saufen zu gehen?“, die mit unserer Lobhudelei zum Start des Artikels wahrscheinlich noch nicht zur vollsten Befriedigung des Lesers beantwortet ist.

Die Bedingungen der Bartour und was jetzt kommt

Bamberg haben wir zu viert besucht – vom ersten Öffnen der Bars um 20.00 Uhr bis zur samstäglichen Sperrstunde um 4.00 waren wir in der Stadt unterwegs und haben fast 30 Cocktails und ein paar nicht näher genannte Bierchen in fünf Bars vernichtet: der Ostbar, dem Kawenzmann, dem Schwarzen Schaf, dem Schluckspecht und dem Dude. Wobei Letzteres in Anbetracht von Uhrzeit, Auslastung und Ausrichtung inklusive der letzten beiden Cocktails unter „Honorable Mention“ läuft. Nicht, weil der Laden nicht grundsätzlich in Ordnung gewesen wäre – es wäre nur unfair ihn mit den vier anderen Lokalitäten zu vergleichen.

Auch, wenn die Stadt klein ist – auf dieser Tour fehlen natürlich einige Bars wie der Plattenladen oder das Freiraum. Damit der Artikel ein einigermaßen gutes Bild von der Stadt liefern kann, mussten wir uns allerdings auf ein paar Eckpunkte einigen und anschließend schauen, was wir schaffen, ohne uns abzuschießen. Wir liefern hier also auf keinen Fall einen vollständigen Eindruck der Bamberger Barwelt – aber hoffentlich einen, der euch dazu anregt, dieses Kleinod der Gastfreundlichkeit selber mal zu besuchen, um euch – wie wir – ein kleines bisschen zu verlieben.