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Champagner-Cocktails zu Silvester: Kir Royal, French 75 und Champagne Cocktail

Die besten Champagner-Cocktails für Silvester (von links nach rechts): Champagne Cocktail, Kir Royal und French 75.
Die besten Champagner-Cocktails für Silvester (von links nach rechts): Champagne Cocktail, Kir Royal und French 75.

Silvester ist eure Chance auf Dekadenz. Eure Chance auf einen richtig edlen Drink von Weltklasse. Nutzt Silvester und mixt euch einen Champagner-Cocktail! Die sind während des Jahres eher schwierig in der Homebar unterzukriegen: Champagner ist teuer und anders als guten Rum oder Whisky kann man die offene Flasche nicht einfach ins Regal stellen, nachdem man sich ein paar cl ins Glas geschüttet hat. Die Kohlensäure geht flöten, innerhalb von Stunden wird aus 40 Euro teurem Edel-Schaumwein ein ziemlich verkorkster Weißwein. Natürlich kann man sich die Flasche auch im Ganzen gönnen, aber das ist dann eher nichts für den gemütlichen Poker-Donnerstag.

An Silvester ist das anders: Da sind die Cocktailzutaten eh schon aufgebaut, das Kühlfach quillt über vor Eiswürfeln, die hauseigenen Feierbiester sind gut drauf und vor allem: der Champagner oder Sekt ist eh schon offen und hat beste Chancen darauf, noch getrunken zu werden. Nutzt diese wundervolle Gelegenheit, um euch das Zeug nicht pur hinter die Binde zu kippen, sondern euch einen Cocktail-Klassiker zu mixen; schließlich gehören einige Champagner-Cocktails zu den ältesten Mix-Drinks überhaupt. Wir zeigen euch in diesem Artikel drei klassische, leckere, aber auch vergleichsweise simple Champagner-Drinks, die ihr ohne Probleme nachmixen könnt. Zur Not auch mit Sekt – aber dazu später mehr. Hier erstmal die Rezepte:

Das Rezept für den Kir Royal

  • 2 cl Crème de Cassis
  • Sekt/Champagner zum Aufgießen
Der Kir Royal besteht aus Cremé de Cassis und Champagner - sonst nichts.
Der Kir Royal besteht aus Cremé de Cassis und Champagner – sonst nichts.

Zubereitung: Crème de Cassis in eine Sektflöte schütten. Mit Schaumwein aufgießen. Trinken.

Schmeckt euch, wenn: Ihr eigentlich lieber Rosé-Sekt hättet, aber Angst habt, dass die versnobbten Pseudo-Connoisseure auf der Party euch auslachen.

Hintergrundstory: Den Kir Royal kennen die meisten nur aus der gleichnamigen Fernsehserie von Helmut Dietl. Die hat der Autor dieses Artikels nie gesehen, aber sie heißt wohl so, weil man das Zeug in der Münchner Schickeria der 80er reingesoffen hat wie doof. Seinen Ursprung hat der Kir Royal jedoch beim Franzosen Félix Kir: Der erfand zunächst einen Drink aus Weißwein und Cassis. Als Bürgermeister der französischen Stadt Dijon wollte er so Werbung für den Wein und die Schwarzen Johannisbeeren der Region machen. Dafür ließ er seinen Blanc-Cassis bei jedem offiziellen Anlass ausschenken. Später benannte man den Drink nach ihm: Kir.

Mixt man den ganzen Spaß jetzt mit Champagner statt Weißwein, hat man einen Kir Royal. Den zu trinken ist keineswegs ein Rückfall in 80er-Jahre-Isar-Monaco-Auswüchse. Félix Kir war Träger des deutschen Bundesverdienstkreuzes, da er nach dem zweiten Weltkrieg zusammen mit Adenauer eifrig an der Wieder-Annäherung von Deutschland und Frankreich arbeitete. Wer Kir Royal trinkt, der trinkt also auf die deutsch-französische Saufkumpanei – nicht auf Rosis Sperrbezirk.

Das Rezept für den French 75

  • 3 cl Gin
  • 2 cl Zitronensaft
  • 1 cl Zuckersirup
  • Sekt/Champagner zum Aufgießen
Der French 75 besteht aus Gin, Zitronensaft und Champagner. Damit ist er sowas wie ein Schaumwein-Gin Tonic.
Der French 75 besteht aus Gin, Zitronensaft und Champagner. Damit ist er sowas wie ein Schaumwein-Gin Tonic.

Zubereitung: Gin, Zitronensaft und Zuckersirup auf Eis hart shaken. In ein am besten vorgekühltes Champagnerglas abseihen. Mit Schaumwein aufgießen. Trinken.

Schmeckt euch, wenn: Ihr eigentlich einen Gin Tonic wolltet, aber das Tonic Water ausgegangen ist.

Hintergrundstory: French 75 als Name für einen Schaumwein-Cocktail klingt soft, flauschig und nach Weiberkram. Das Ding ist jedoch nach der Canon de 75 mm modèle 1897 benannt – einer französischen Kanone, die vor allem im ersten Weltkrieg zum Einsatz kam. Die war beim Feind für ihre Durchschlagskraft bekannt, kam aber optisch eher unauffällig daher. Genau wie der French 75: Der Champagner in Kombination mit Zucker und Zitronensäure umschmeichelt selbst den intensivsten Gin und sorgt dafür, dass das Ding irre süffig wird. Passend zu Silvester erzeugt ihr dadurch einen Fondue-Effekt: Ihr merkt überhaupt nicht, dass ihr was trinkt, bis ihr aus dem Nichts heraus hackedicht seid. Aufpassen mit diesem Drink!

Das Rezept für den Champagne Cocktail

  • 1 Zuckerwürfel
  • 3 Spritzer Angostura Bitters
  • 2 cl Cognac (aus dem Eisfach!)
  • Sekt/Champagner zum Aufgießen
Den Champagne Cocktail gibt's mit und ohne Cognac - wir setzen auf die Variante mit.
Den Champagne Cocktail gibt’s mit und ohne Cognac – wir setzen auf die Variante mit.

Zubereitung: Benetzt den Zuckerwürfel mit den Angostura Bitters und gebt ihn in ein am besten vorgekühltes Champagnerglas. Eiskalten Cognac darübergeben. Mit Schaumwein aufgießen. Mit einer Orangenzeste abspritzen. Trinken.

Schmeckt euch, wenn: Ihr eigentlich einen Old Fashioned wolltet. Oder einen Sazerac. Oder einfach ein Glas guten, fassgereiften Schnaps. Hauptsache was, das nicht nach Blubberwasser schmeckt.

Hintergrundstory: Der Champagne Cocktail mit seinem unglaublich langweiligen Namen stammt direkt aus How to mix drinks, dem ersten Cocktailbuch überhaupt. 1862 veröffentlichte es der Bartender Jerry Thomas, damals allerdings noch mit Zucker statt einem Zuckerwürfel, geshaked und ohne Cognac. Den Fehler mit dem Zucker korrigierte Thomas selbst in der zweiten Auflage; die Würfelform sorgt für ordentlich Kohlensäureblasen und macht den Drink spannender, weil er sich mit jedem Schluck verändert. Die kohlensäurefeindliche Shakerei korrigierte er später ebenfalls (er rührte ab 1887 um), das lassen wir jedoch des Effekts wegen auch.

Bleibt der Cognac. Wo der herkommt, wissen wir nicht – auch heute noch kommen die meisten Champagne Cocktail-Rezepte ohne ihn aus. Allein: Durch den Weinbrand im Schaumwein schmeckt der Cocktail tatsächlich nach Cocktail, er wird gehaltvoller und spannender. Finden zumindest wir – wer es lieber langsam angehen will oder einfach keinen Cognac mag, der lässt ihn schlicht und ergreifend weg. Wir verraten es auch keinem.

Geht das auch mit Sekt? Oder: „Den guten Champagner vermixen, seid ihr blöd?“

Erst der einfache Teil: Wenn ihr euch an Silvester nur ungern arm sauft, dann funktioniert ein guter Sekt oder anderer Schaumwein im Kir Royal, French 75 und Champagne Cocktail auch sehr gut. Wohlgemerkt ein guter: Von der billigen 3-Euro-Brause gibt’s nur Kopfschmerzen. Allerdings sollte klar sein: Selbst mit ordentlichen Sekt bleibt Champagner im Schnitt nun mal einfach schmackhafter, samtiger, geschmeidiger im Mund – von „genauso gut“ kann ergo keine Rede sein. Für unkomplizierte Infos zu Qualitäten und Bezeichnungen von Schaumwein schaut auf wirwinzer.de, dort findet ihr eine übersichtliche Schaumwein-Tabelle, inklusive einer ziemlich präzisen Preis-Einschätzung je nach Qualität.

Jetzt der schwierige Teil, der für euch eigentlich nur relevant ist, falls ihr zur „Den guten Champagner kann man doch nicht vermixen?!“-Fraktion gehört. Falls ihr so denkt: Doch kann man. Die offene Flasche vergammeln lassen ist ein Unding – deswegen ist Silvester ja optimal, um sich einen Champagner-Drink zu mixen. Aber rumheulen, weil man Cocktails draus macht? Wir schütten uns Tonic Water für 1,50 Euro in den 70-Euro-Gin und Coka Cola in den hammergeilen Craft-Rum, aber dann machen wir (k)ein Fass auf, weil ein Zuckerwürfel in den Schampus für 15 bis 50 Euro kommt? Kriegt euch mal wieder ein, ey.

Welchen Champagner kaufe ich für meine Champagner-Cocktails?

Kommen wir zur wichtigsten Frage: Wenn ich jetzt also bereit bin, mir den Silvester-Abend mit leckeren Schaumwein-Cocktails zu versüßen, welchen kaufe ich? Ganz ehrlich: Wir haben keine Ahnung, also halten wir die Klappe. Nicht unser Fachbereich, also so gar nicht. Wir wissen einen guten Champagner zu schätzen, verlassen uns da aber auf das Urteil anderer: So können wir die Champagner-Artikel von Torben Bornhöft auf Trinklaune.de empfehlen, auch wenn die dort vorgestellten Exemplare nicht immer so leicht zu kriegen sind. Für erreichbare und bezahlbare Alternativen gibt’s auf Küchenflug.de den Check zu Lidl- und Aldi-Champagner.

Egal, welches Blubberwasser ihr euch in den Kir Royal, den French 75 oder den Champagne Cocktail schüttet: Wir haben euch lieb und wünschen euch einen guten Rutsch und ein fantastisches Jahr 2017 🙂

JohannTrasch

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