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Cocktail Bitters

Eine Sammlung von Cocktail Bitters. Eine Sammlung von Cocktail Bitters.  By Achim Schleuning (Own work)

Cocktail Bitters sind etwas, mit dem selbst eingefleischte Genießer erst spät in Kontakt kommen. Klar, gelegentlich sieht man, wie der Bartender lässig ein paar Tropfen von irgendwas in einen Drink kippt, rührt und irgendwie merkt man: das Ding hat ein wenig mehr Substanz als die Drinks, die ich mir daheim zusammenmixe. Aber dass man jetzt selbst zu Hause hergeht und sich ein paar Tropfen von irgendwas in den Cocktail schüttet – das passiert erst relativ spät, wenn man sich der Home-Mixology verschreibt.

Dabei können Bitters genauso spannend sein wie jede Spirituose: Sie schieben einen Drink geschmacklich die letzten paar Meter in die richtige Richtung, machen aus aufdringlicher Süße eine würzige Honignote, aus einem unerträglichen Schoko-Inferno (ja, soll’s geben), eine angenehme Kakao-Note. Cocktail Bitters sind nichts anderes als Gewürze für Drinks. Und auch, wenn es sich für den Heimgebrauch kaum lohnt, ganze Gewürzregale anzulegen – ein paar von den Dingern sollte man daheim haben. Und vor allem sollte man wissen, was man sich da ins Glas schüttet.

Was bitte sind eigentlich Cocktail Bitters?

Schaut man sich eine Bitters-Flasche von außen an, könnte man sie für ein Unterwegs-Schnäpschen halten, irgendwas in Richtung Kümmerling in ultraedel. Im Schnitt über 40 Prozent Alkohol, komischer, bunter Aufdruck. Tatsächlich sind fast alle Bitters selbst alkoholhaltig, das liegt an der Herstellung: Gewürze wie Piment, Zimt, Tonkabohnen oder Kräuter wie Kamille, manchmal sogar Gemüse werden in Alkohol mazeriert, sprich: eingelegt. Über Wochen nimmt der Alkohol den Geschmack dieser Zutaten an – anschließend werden die Bitters gefiltert, mit Zucker und noch mehr Alkohol vermengt und abgefüllt. Was rauskommt, ist ein Schnaps, der so intensiv ist, dass man ihn ums Verrecken nicht pur trinken will. Außer man hat seinen Geschmackssinn verloren und versucht, ihn per Schock-Therapie wiederzubeleben.

Schüttet man aber jetzt ein paar Tropfen dieser Bitters – in den meisten Cocktail-Rezepten spricht man von Spritzern oder Dashes – in seinen Cocktail, dann geben sie dem Drink oft den entscheidenden Kick. Trotz Ihrem hohen Alkoholgehalt kommen sie oft auch in alkoholfreien Drinks zum Einsatz – die Menge an Alkohol, die dadurch insgesamt im Drink landet ist aber wahrscheinlich geringer als bei jedem alkoholfreien Bier. Wahrscheinlich hat sogar Bananensaft, der 15 Minuten in der Sonnen steht, einen höheren Alkoholgehalt. Aber um ehrlich zu sein: Wir würden einer schwangeren Frau trotzdem keine Bitter in den Drink kippen – obwohl von der Verdünnung her logisch betrachtet gar nichts passieren darf.

Welche Cocktail Bitters gibt es?

Zu den Cocktail-Hochzeiten vor der amerikanischen Prohibition gab es unzählige Bitters, viele Bars hatten bis zu Hundert davon herumstehen. Da damals auch eher Shortdrinks üblich waren und der Basis-Alkohol nicht immer hochwertig, war das auch nahezu notwendig, um das Zeug runterzukriegen. Weil die Bitters ursprünglich mal als Medizin gegen Tropenkrankheiten erfunden wurden (genau wie Tonic Water übrigens), wurden sie auch während der Prohibition weiterverkauft. Ausgestorben sind sie – zumindest in Deutschland – dann erst in den 1980er Jahren, als in den Menschen der irrsinnige Glaube aufkeimte, Korn Cola wäre  viele geiler als Old Fashioned.

Seit einigen Jahren entstehen wieder immer mehr neue und spannende Bitters, mit ganz eigenen Geschmacksrichtungen und immer neuen Sorten. Vorreiter dieser Bewegung ist nicht nur in unseren Breitengraden die Münchner Firma The Bitter Truth, die seit 2006 den Trend vorantreibt und weiterentwickelt. Mit Bitters von dort macht man nichts falsch, wenn man frisch in die Welt der Cocktail-Gewürze einsteigt, aber früher oder später sollte man natürlich auch andere Marken ausprobieren – allein schon wegen der gewaltigen Geschmacksbandbreite am Markt. Weil die vielen Bartendern aber schon gar nicht mehr ausreicht, gehen immer mehr von ihnen her und entwickeln ihre eigenen Bitters.

Welche Bitters sollte ich zu Hause haben?

Das schöne an Cocktail Bitters ist ihre immense Bandbreite – ihr solltet eure Bar also langsam aufstocken und herumprobieren, was euch schmeckt oder einfach immer die Bitters kaufen, die in die Cocktail-Rezepte gehören, auf die ihr gerade Bock habt. Falls ihr eure Hausbar aber auf einen Schlag vollmachen möchtet, empfehlen wir die Bitters hier auf unserer Amazon.de-Einkaufsliste:

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Wenn ihr euch auf einen Schlag zum kleinen Preis durch eine Mischung aus Klassikern und modernen Bitters probieren möchtet, empfehlen wir ein Bitter-Set. Die bestehen meist aus vielen kleinen Fläschchen, zu um die 0,02 Litern, die aber dank der Spritzer-Dosierung trotzdem vergleichsweise lange halten: Geschenkset Cocktail Bitters Traveler’s Set (5 x 0.02 l) auf Amazon.de kaufen!