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Hoos Lapsang Gin – die Rauchtee-Variante des Hoos London Gin

Hoos Lapsang Gin in einem dunklen, aber sauleckeren Martini.
Hoos Lapsang Gin in einem dunklen, aber sauleckeren Martini.

Hoos London Gin ist inzwischen eine Marke, die man kennt. Entweder, weil man regelmäßig Cocktailbart liest oder weil man gelegentlich mal die Nase in ein Fach- oder Food-Magazin steckt. Seit 2014 brennt Heiko Hoos in kompletter Eigenregie seinen Gin, der auf klassische Botanicals, eine merkliche Wacholder-Note und schlichtes Design setzt. Weil Hoos nicht nur selbst brennt, sondern auch Marketing und Design übernimmt, ist der Hoos Gin günstiger als viele Gins auf diesem Level. Und weil Hoos sich lieber um Geschmack als um coole neue Flaschen-Designs kümmert, bringt er alle naselang Sonder-Editionen seines Gins auf den Markt. Diesmal: den Hoos Lapsang Gin.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns vom Hersteller auf unsere Anfrage zur Verfügung gestellt, Bedingungen an den Artikel gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.

Die Story hinter Hoos Lapsang Gin

Wer mehr über den Gin und seinen Macher erfahren will, schaut in unsere Artikel zum Original oder den bisher erschienen Sonder-Editionen Grapefruit und Reserve. Schon die überraschten: der Grapefruit ist eine spannende Nummer für sich und deutlich herber und spannender, als wir es erwartet hatten. Bei der vor Kurzem erschienen Lapsang-Variante bekommt der Hoos London Gin eine gute Portion Lapsang Souchong als Zusatz-Botanical, die nach der eigentlichen Destillation im Gin mazeriert wird. Wer den nicht kennt: dabei handelt es sich um geräucherten, schwarzen Tee.

Rauchiger Gin ist zwar kein komplettes Novum und Lapsang Souchong als Cocktail-Zutat durchaus etabliert, trotzdem ist ein Lapsang Gin etwas neues und eigenes, das es in dieser Form noch nicht auf dem Markt gibt. Wohl nicht ganz ohne Grund: Traditionell schauen Fans rauchiger Spirituosen ohnehin eher mal in Richtung schottischer Whisky als auf einen Wacholderbrand, wohingegen der durchschnittliche Gin-Fan von Welt beim Schnuppern am Laphroaig gerne mal schockiert die Nase rümpft. Kann Heiko Hoos mit seinem Lapsang Gin hier vermitteln?

So schmeckt Hoos Lapsang Gin

Im Glas schimmert der Lapsang Gin golden, nach dem Schwenken zieht er Dutzende schöne, dicke Beinchen. In der Nase ist der Rauch sofort präsent mit klaren Noten von verkohltem Holz, die nicht zu aufdringlich sind. Stattdessen lassen Sie Platz für das, was schon den klassischen Hoos Gin auszeichnet: Aromen von Wacholder und Zitronenschale, ein leichter Pfefferduft. Dazu schiebt sich nun auch noch etwas schwarzer Tee hinterher, der jedoch ein bisschen losgelöst wirkt vom Rauch. Nach ein paar Minuten kommt auch noch etwas Kamille durch.

Nase: Verkohltes Holz, Wacholder, Pfeffer, Zitronenschalen, Kamille

Zunge: Rauch, Wacholder, Kamille, Thymian, Zitronenschale

Im Mund ist dieser Gin zunächst etwas rauchiger als in der Nase, als er auf der Zunge aufkommt, machen sich dann allerdings vorrangig Kräuternoten breit: Wacholder, Kamille und hintenraus ein ganz leicht seifiger Einschlag, der aber schnell wieder verfliegt. Im Abgang und Nachgeschmack kommt Thymian durch. Auf den zweiten Schluck bemerken wir auch die Zitronenschale, was im Mund insgesamt einen leichten Anklang von Earl Grey entstehen lässt, der zusammen mit einem Hauch von Lagerfeuer recht lange auf der Zunge bleibt. Schön.

Hoos Lapsang Gin pur und in Cocktails

Egal ob Fleisch, Fisch oder Spirituose: Wenn man Lebensmittel mit Rauch veredelt, ist es eine große Kunst, ihnen dabei ihren Eigengeschmack zu lassen. Genau das ist Heiko Hoos mit dem Lapsang Gin ziemlich gut gelungen. Die Essenz seines Ur-Wacholders bleibt erhalten und wird im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Lapsang Souchong veredelt, der vor allem, aber nicht nur, Rauch ins Spiel bringt. Unser Liebling unter den Sonder-Editionen bleibt der Grapefruit Gin, aber der Lapsang kommt ziemlich nah ran.

Hoos Lapsang Gin im Gin Tonic.
Hoos Lapsang Gin im Gin Tonic.

Obwohl man ihn problemlos pur trinken kann, testen wir ihn natürlich auch im Gin Tonic und einigen Cocktails. Für den G&T empfehlen wir eher trockene Tonics wie das Aqua Monaco Extra Dry, die Bitternoten verträgt der Gin. Was weniger gut funktioniert sind aromatisierte Varianten, zumindest mit Elderflower Tonic macht der Drink nicht wirklich Spaß. Unsere Empfehlung aber ohnehin: Nutzt den Lapsang Gin für ganz klassische Gin-Cocktails. Im Martini kommen auch seine Tee-Noten stärker durch, der sanfte Hauch von Rauch untermalt den Drink förmlich. Auch im Negroni macht er eine herausragend gute Figur.

Auf der Webseite zum Gin findet ihr lokale Anbieter und Online-Shops. 

Fazit: Der Lapsang Souchong ist so filigran in den Gin eingewoben, dass wirklich niemand Angst vor einer Rauchbombe haben muss. Stattdessen verleiht die sanfte Rauchtee-Note klassischen Gin-Drinks eine wundervoll-charmante Lagerfeuer-Note.

Daten: Deutschland, 44,4 Prozent, 0,5 Liter, um 30 Euro

Heiko Hoos hat uns für redaktionelle Zwecke eine Flasche Hoos Lapsang Gin zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus hat er aber weder auf das Tasting, noch eventuelle Artikel Einfluss zu nehmen versucht. Vielen lieben Dank für die tolle Zusammenarbeit! 

JohannTrasch

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