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Tanqueray No. 10 Gin

Tanqueray No. 10 Gin als Martini.
Tanqueray No. 10 Gin als Martini.

Tanqueray No. 10 Gin schmeckt und riecht primär nach Zitrusfrüchten – und ist damit das genau Gegenteil des rauen, bitteren Wacholder-Monsters Tanqueray London Dry Gin. Beide Gins sind eine Nummer für sich, beide sind lecker, beide eignen sich hervorragend für einen Gin Tonic. Was den Tanqueray No. 10 Gin so besonders macht, ist sein Ruf als bester Martini-Gin der Welt.

Der ist auch der Grund, warum wir uns ausgerechnet ihm als ersten Gin aus dem Hause Tanqueray widmen. Denn wer nach dem perfekten Gin Tonic sucht, der findet da draußen Abertausende von Gins und Empfehlungen, mit welchen Tonic Waters sie sich am besten kombinieren lassen. Auf die Frage: „Welcher Gin ist der beste für meinen Martini?“ liest man meist nur die Antwort: dein Lieblings-Gin. Ja, sogar in unserem Dry Martini-Rezept. Das möchten wir jetzt ändern – den mit diesem Gin haben wir wirklich den besten Martini gemixt, den wir bisher getrunken haben.

Die Geschichte hinter Tanqueray No. 10 Gin

Tanqueray als Marke ist alt, der No. 10 Gin existiert aber erst seit 2000. Damals wollte die Distille einen Kontrapunkt setzen zum Tanqueray London Dry, der sehr wuchtig und Wacholder-lastig daherkommt. Eingefleischte G&T-Fans feiern das, andere setzen lieber auf die Zitrus-Aromen der Nummer 10, die mit ganzen Limetten, Zitronen und Grapefruits destilliert wird. Ein Gin Tonic mit No. 10 Gin setzt meist auf Leichtigkeit und auf Tonic Waters, die kaum noch Bitterstoffe mitbringen wie das Fever Tree Mediterranean Tonic. Auch, wenn gerade dieser Gin ein paar Bitternoten mehr verträgt.

Aber warum heißt das Zeug eigentlich so? Der Name No. 10 leitet sich ab von der Brennblase, in der dieser Gin hergestellt wird. Die Distille Nummer 10 hat als eine von ganz wenigen im Hause Tanqueray den zweiten Weltkrieg überlebt und ist noch heute in Betrieb. Sie fasst knapp 400 Liter und davon schütten die Brennmeister bei jedem Brennvorgang über 40 Prozent weg. Das erklärt den – im Vergleich zum Signature Gin der Brennerei – hohen Preis und den Schriftzug „Small Batch“ auf der Flasche. Aber wie schmeckt er denn nun genau?

So schmeckt Tanqueray No. 10 Gin

Im Glas wirkt der durchsichtige Brand fast schon ölig und dick. Das verstärkt sich noch, wenn man ihn runterkühlt. Die Aromen vertragen Kälte, die Zitrus-Wucht des Gins ist intensiv genug, aber verwässern würden wir ihn nicht. Für puren Genuss raten wir also dazu, ihn im Kühlschrank aufzubewahren oder ihn für eine halbe Stunde ins Kühlfach zu werfen. Selbst dann riecht man noch die krassen Zitrusnoten, die Limette, die Zitrone und etwas Grapefruit. Dazu ein Hauch Wacholder, versteckt ein wenig Vanille.

Nase: Limette, Zitrone, Grapefruit, sanft dahinter Wacholder und Vanille.

Zunge: Zitrone, Limette, Wacholder, Pfeffer

An der Zunge wirkt er noch öliger, ist unglaublich vollmundig, dann folgt eine irre, zitronige Frisch. Dabei bleibt der Tanqueray No. 10 Gin immer mild, brennt praktisch gar nicht. Dann im Abgang kommt klar der Wacholder nach, mit einem leichten Hauch von Pfeffer. Wobei ich bei Letzterem ein bisschen an mir zweifle: außer mir scheint den in den Online-Tastings praktisch keiner zu schmecken.

Tanqueray No. 10 in Gin Tonics und Cocktails

Packt ihr den Tanqueray No. 10 Gin in einen G&T raten wir zu einem etwas kräftigeren Tonic Water, das genügend Bitterstoffe mitbringt. Ein Schweppes Dry oder das klassische Thomas Henry passen sehr gut. Florale Tonics wie das Thomas Henry Elderflower oder das Schweppes Dry Tonic sorgen für so viel Blumenwiese mit Zitronenbaum im Mund, dass es für uns fast schon unangenehm wird.

Der große Spaß an Cocktails mit diesem Gin ist aber der Mix im Martini – er verträgt sich verstörend gut mit Wermut, sodass wir dessen Anteil einfach mal verdoppelt haben. Wir mixen unseren Martini mit Tanqueray No. 10 Gin im Verhältnis 3:1 statt 6:1 und haben mit diesem Cocktail-Rezept großen Spaß. Das einzige Problem: Die Kombi ist sehr fruchtig, beißt sich für unseren Geschmack etwas mit der Olivendeko. Viele empfehlen die obligatorische Zitronenzeste als Dekoration und Aromageber – aber das gibt zu krasse Zitrusnoten. Unsere Lösung: eine Apfelschale. Im Martini eher ungewöhnlich, rundet Sie das Aroma des Drinks allerdings fein ab, weil sie im Gegensatz zu Zitrusschalen keine derart intensiven Aromen abgibt, aber doch merkbar ist. Wir sind jedenfalls glücklich mit diesem Gin-Cocktail.

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Fazit: Bis jetzt unser Lieblings-Gin im Martini, im Gin Tonic braucht er einen starken, herben Partner-Tonic. Pur am liebsten kalt, um aufzutrumpfen braucht der Tanqueray No. 10 aber fremde Aromen.

Daten: 47,3 Prozent, 30 Euro, England

 

JohannTrasch

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