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Plantation Barbados 5 Years Rum im Pur-Tasting und Cocktail-Test

Der Plantation Barbados Rum 5 Years in einem Royal Bermuda Yacht Club-Cocktail.
Der Plantation Barbados Rum 5 Years in einem Royal Bermuda Yacht Club-Cocktail.

Die Marke Plantation Rum kennt wahrscheinlich jeder, der mehr als drei Flaschen Rum zu Hause hat. Selbst wenn man noch nie einen davon selbst probiert hat: Die wuchtigen, Whisky-artigen Flaschen mit dem groben Bastnetz fallen einfach sofort ins Auge, meist stehen im Regal mehrere davon nebeneinander. Aus Barbados stammen sie, aus Trinidad, aus Jamaica, Nicaragua und der ganzen Karibik. Das Unternehmen, das uns diese Rums und vor allem den Plantation Barbados 5 Years um den es heute geht, nach Hause bringt, das sitzt jedoch in Frankreich – Plantation Rum ist eine Marke von Cognac Ferrand.

Die Story hinter den Plantation Rums

Der Plantation Barbados Rum 5 Years in einem Mai Tai.
Der Plantation Barbados Rum 5 Years in einem Mai Tai.

Rum reift, wie Whisky auch, in gebrauchten Fässern, die zuvor das Aroma von zum Beispiel Sherry, Portwein oder Cognac in sich aufgenommen haben. Genau solche Fässer verkauft Cognac Ferrand an viele Rum-Produzenten in der Karibik. Nachdem einige davon den Chef des Unternehmens – Alexandre Gabriel – zu sich eingeladen hatten, war dem klar: was da in unseren alten Fässern reift, das ist echt gutes Zeug – das sollten wir bei uns daheim auch verkaufen.

Gesagt, getan: Mit der Plantation-Reihe holt sich Ferrand Rum-Sorten aus der ganzen Karibik in die heimischen Brandwein-Keller. Nachdem sie jahrelang in der tropischen Sonne von Barbados, Guyana oder Guatemala gereift sind, werden sie vor Ort geblendet und noch einmal nachgreift. „Double Aging“ nennt sich das dann und bedeutet: jeder Tropfen in der Flasche ist mindestens so alt wie auf dem Etikett angegeben, statt wie beim Solera-Verfahren höchstens so alt.

Die Preisspanne der Plantation-Rums: Zwischen 20 und 110 Euro, von den 14 Rum-Sorten der Serie liegen aber die allermeisten bei etwa 40 Euro oder darunter. Am untersten Ende der Preisskala liegt der Plantation Barbados 5 Years Rum. Wer rausfinden will, „ob Plantation was kann“, der startet mit dem Barbados-Rum für im Schnitt 23 Euro. Der wird geblendet aus Column- und Pot-Still-Rums von Barbados und ist sowas wie der jüngere Bruder des beliebten Platation Barbados Extra Old 20th Anniversary Rum XO, der über 14 Jahre alt ist. Während bei den neueren Jahrgangs-Rums von Ferrand die Details zur Lagerung auf den Etiketten zu finden sind, muss man sich hier zunächst mit der Angabe „5 Jahre“ begnügen. Laut Hersteller-Info reift er jedoch zunächst 3 Jahre in der Karibik in Ex-Bourbon-Fässern und anschließend zwei Jahre in Ex-Cognac-Fässern in Frankreich.* Aber entsteht aus diesem Aufwand auch ein guter Rum?

So schmeckt der Plantation Barbados 5 Years

Die Farbe des Plantation Barbados 5 Years Rum ist ein kräftig-helles Orange mit leichtem Rotstich, wie von etwas kräftigerem Honig. Er liegt recht schwer im Glas, die Beinchen nach dem Schwenken fließen schön behäbig. Ganz anders als sein Duft: Die Nase ist frisch-sommerlich. Zitronen und Orangen, etwas Karamell kommen bei uns an. Dahinter kommen rote Früchte und ein wenig Zuckerrohr.

Nase: Zitronen, Orangen, Karamell, Rote Früchte, Zuckerrohr

Zunge: Honig, Honigmelone, Orangen, Karamell, Marzipan, Vanille, Melasse, Malz

Im Mund kommt zunächst eine ausgeprägte, fruchtige Süße an und es fällt sofort auf, wie unglaublich mild der Rum ist. Honig und ein wenig Honigmelone schmecken wir, dazu ein leichter Hauch von Orangen. Hält man ihn zu lange im Mund, wird er fast zu süß. Auf dem Weg nach hinten wird er karamelliger und voller, im Abgang hat er leichte Anklänge von Marzipan und Vanille. Der Nachgeschmack kommt mit Melasse daher, hat leicht malzige Anklänge.

Plantation Barbados 5 Years pur und in Rum-Cocktails

Dieser Barbados-Rum ist unglaublich süffig, selbst wer keine Spirituosen gewöhnt ist, sollte ihn mühelos pur genießen können. Ihn auf Eis zu servieren ist damit eine mittelschwere Sünde, „neat“ funktioniert er nämlich erstaunlich gut und die Kälte nimmt nur die stimmigen und sehr, sehr runden Aromen raus. Das einzige Manko, wenn man es so nennen mag: Er ist fast schon zu rund, zu süffig. Ihm fehlt das wilde, kantige, rauchige, übertrieben holzige, erdige. Er ist süß und lecker – mehr dann auch nicht. Aber für Cocktails – für die ist er damit eine Wucht.

Der Plantation Barbados Rum 5 Years in einer Piña Colada.
Der Plantation Barbados Rum 5 Years in einer Piña Colada.

Praktisch jeder Tiki-Cocktail, der Barbados Rum erfordert (und auch alle, die einfach nach einem braunen/goldenen/gereiften Rum fragen) profitieren vom Plantation Barbados 5 Years enorm. Seine Süße und die fruchtigen Aromen fügen sich zwischen Saft und anderen Rum-Sorten gut ein, behalten aber Ihre Einzigartigkeit. Besonders schön fanden wir ihn im Royal Bermuda Yacht Club, der Falernum spült vor allem Karamell und Vanille-Noten des Plantation Barbados 5 Years nach oben.

Im Mai Tai verwendet man normalerweise keinen Barbados Rum, aber auch da passt er unserer Meinung nach hervorragend. Weil ihm allerdings ein wenig der Nachdruck fehlt, der den Cocktail ausmacht, solltet ihr mit einem cl Overproof Rum nachhelfen. Und auch wenn der Pineapple Rum von Plantation als der perfekte Piña Colada-Rum gilt: Zwischen Ananas und Kokosnuss macht sich dieser Barbados-Rum hervorragend, spielt seine fruchtigen Noten voll aus und wirkt fast schon etwas bananig. Ein toller Drink!

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Fazit: Im Bereich der Barbados-Rums hat dieser ein vielleicht unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis: Für um die 20 bis 25 Euro bekommt ihr eine hochwertige Spirituose für Drinks, die auch pur funktioniert, aber kaum Ecken und Kanten mitbringt – der Rum ist einfach ziemlich süffig.

Daten: Barbados, um die 23 Euro, 0,7 Liter, 40 Prozent

* Hier stand vorher, dass der Rum schon in der Karibik fünf Jahre reift und die Lagerung in Frankreich gar nicht mit angegeben wird. Ferrand Cognac selbst wies uns auf diesen Fehler hin, den wir anschließend korrigiert haben. 

JohannTrasch

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