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Platinum Rum: Rum aus Panama, Trinidad, Barbados und Jamaica mit Kakao- und Pflaumenrum

Der Platinum Rum von N. Kröger in einem Mojito mit Angostura Bitters.
Der Platinum Rum von N. Kröger in einem Mojito mit Angostura Bitters.

Weißer Rum ist etwas, über das viele Menschen nicht lange nachdenken. Je nachdem, wie ernst man die ganze Sache mit den Drinks nimmt, haben die meisten Leute eine Flasche Bacardi Blanco, Havanna Club 3 Jahre oder Revolte Rum im Regal stehen und mixen mit der alles, was eben so anfällt. Kaum jemand hat eine Auswahl an weißen Rums zu Hause und Rum-Sammler beschränken sich meist auch eher auf fassgelagerte Spirituosen. Nicolas Kröger dachte schon immer viel über weißen Rum nach – und entschied sich irgendwann dafür, seinen eigenen persönlichen Traum-Rum herzustellen: den Platinum Rum.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns vom Hersteller auf unsere Anfrage zur Verfügung gestellt, Bedingungen an den Artikel gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Die Story hinter Platinum Rum

Wer an dieser Stelle keine Ahnung hat, wer Nicolas Kröger ist, dem empfehlen wir unseren Artikel zum formidablen Tante Hilde Strawberry Rum. Hier erfahrt ihr nicht nur noch mehr über außergewöhnliche Rum-Sorten sondern auch über Nicolas, der mit seiner Marke N. Kröger hochwertige aber bezahlbare Spirituosen speziell für die Ansprüche an der Bar und für’s Mixen spannender Drinks entwirft. Im Fall von Platinum Rum war sein Ziel, einen weißen Rum mit Körper und Komplexität zu schaffen.

Er entwickelte einen Cuveé von Rums aus Panama, Trinidad, Barbados und Jamaica – praktisch alles, was die Karibik so hergibt, fein aufeinander abgestimmt. Ein Rum-Blend eben. Weil dem aber noch ein wenig Komplexität fehlte, rundete er ihn mit knapp 4 Prozent Kakao- und Pflaumen-Destillat ab, das er in Zusammenarbeit mit der Brennerei Marder aus dem Schwarzwald entwickelte. Hierfür wurden Kakao und Pflaumen in Rum mazeriert und re-destilliert. Damit ist der Platinum Rum zwar kein reinrassiger Rum mehr, das stört aber nicht weiter: Das Ziel war der Geschmack und solange man den Weg dahin so transparent darstellt wie Kröger, kann man an diesem Herstellungs-Prozess nichts bemängeln. Aber hat Nicolas dieses Ziel auch erreicht?

So schmeckt der Platinum Rum

Hat er in der Flasche noch die Farbe von Weißwein, bleibt im Glas davon nur noch ein leichter Gelbschimmer. Er wirkt ölig und zieht vergleichsweise dicke Beinchen. In der Nase kommt er sehr frisch an, mit Anklängen von Zitronen, Champagner und Barbados Rum. Dazu der kurze Einwurf: der Eindruck „Barbados Rum“ entsteht im Abgleich mit Rums aus der Hausbar. Wir riechen, dass das ein spezieller Rum-Duft ist, sind uns aber nicht sicher, welcher. Nach dem Gegencheck kommen die Barbados-Rums einfach am nächsten ran. Ein wenig Obstbrand dringt noch an die Nase, bleibt aber unbestimmt.

Nase: Barbados-Rum, Zitronen, Champagner, Obstrand

Zunge: Rum, Zitrone, Kakao, Pflaume, Marzipan

Im Mund bleibt es zunächst der Rum, der die Oberhand behält, mit leichten Bitternoten, die von Zitrone und einem Hauch Kakao begleitet werden. Dazu gesellt sich die jetzt deutlicher zu schmeckende Pflaume und etwas Marzipan. Ein leichtes Brennen macht sich im Mund breit, das durchaus noch eher pfeffrig als alkoholisch ist, nach hintenraus wird der Platinum Rum dann allerdings ein wenig scharf. Das ändert aber wenig an dem insgesamt frisch-fruchtig-süßen Geschmack, der ein wenig an ein gut austariertes Dessert erinnert.

Der Platinum Rum pur und in Cocktails

Der Platinum Rum wird für den Pur-Genuss gelegentlich mit einem Eiswürfel empfohlen. Das finden wir schwierig, weil dadurch die filigranen Aromen schwerer zu fassen werden. Auf der anderen Seite tut ihm ein wenig Wasser durchaus gut. Unsere Empfehlung: Trinkt ihn wie einen starken Whisky und gebt ein paar Tropfen Eiswasser ins Glas. Das öffnet die Aromen und die Schärfe, die wir im Pur-Tasting noch verspürt haben, verschwindet so völlig. Generell eignet er sich aber ohnehin besser als Mix-Rum.

Der Platinum Rum in einem leckeren Daiquiri.
Der Platinum Rum in einem leckeren Daiquiri.

In Cocktails ist der Platinum ein No-Brainer: Egal ob als Mojito, Daiquri, im Cuba Libre oder in einer Piña Colada – er funktioniert. Hier kommt der frische Anstrich eines Barbados-Rums voll zur Geltung, die Drinks wirken leicht und frisch, sehr sommerlich – vor allem der schweren, sahnigen Piña Colada steht das sehr gut. Drinks mit diesem Rum werden einfach irre süffig und machen Spaß. In Tikis funktioniert er für uns dagegen eher mittelmäßig – dem Q.B. Cooler oder Mai Tai fehlt ohne diesen intensiven Rum-Dunst einfach ein bisschen was.

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Fazit: Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Platinum Rum ist über jeden Zweifel erhaben – für unter 20 Euro bekommt man einen sehr runden und vielseitigen Cocktail-Rum, der süffige Drinks ins Glas zaubert. Für Fans von intensiven, schweren Rums ist er aber definitiv nichts.

Daten: 0,7 Liter, Deutschland, um 19 Euro, 42,2%

Für dieses Tasting hat uns Nicolas Kröger freundlicherweise auf Nachfrage eine Flasche Platinum Rum zur Verfügung gestellt. Darüberhinaus hat er aber weder Ansprüche an den Artikel gestellt, noch versucht, auf das Tasting Einfluss zu nehmen. Wir bedanken uns für die partnerschaftliche und unkomplizierte Zusammenarbeit 🙂

JohannTrasch

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