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Professor Cornelius Ableforth’s Rumbullion! Navy Strength: der Hot-Cocktail-Afterburner

Der Professor Cornelius Ableforth's Rumbullion! Navy Strength in einem Hot Toddy. Heiß. Lecker. Liebe.
Der Professor Cornelius Ableforth's Rumbullion! Navy Strength in einem Hot Toddy. Heiß. Lecker. Liebe.

Eine charismatische, wuchtige Apothekerflasche, eingefasst in braunes Papier, schwarzes Wachs umschließt den Korken. Auf dem Etikett in krakeliger Schrift Formeln, Erklärungen, Hinweise zur Einnahme des enthaltenen Destillats. Kommt euch bekannt vor? Dann hattet ihr sehr wahrscheinlich schon einmal Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin im Glas. Der Gin ist nur der Frontmann einer ganzen Reihe von Spirituosen die den Machern hinter der Marke des Professors besonders am Herzen liegen: den Damen und Herren des britischen Spirituosen-Geschäftes masterofmalt.com.

Die Flasche für dieses Tasting wurden uns von Haromex, dem deutschen Vertrieb von Ableforth’s/Professor Cornelius Ampleforth’s/Professor Cornelius Ableforth zur Verfügung gestellt, Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels. 

Weil die nach 30 Jahren im Geschäft mehr sind als „einfach nur“ ein Fachhändler mit angeschlossenem Online-Shop, sondern zumindest in britischen Whisky-Kreisen eine wahre Institution, veröffentlichen sie inzwischen auch gerne ihre eigenen Spirituosen. Ursprünglich unter dem Label „Professor Cornelius Ampleforth’s“, das aber inzwischen auf „Ableforth’s“ abgekürzt wurde. Vielleicht, aber nur vielleicht, damit man in eine Google-Überschrift zu den Produkten des Professors mehr Text hineinbringt als nur seinen gottverdammten Namen. Was uns allerdings etwas verwirrt: Unsere Flasche hier hört auf den Namen Professor Cornelius Ableforth Rumbullion! Navy Strength. Falls euch das auch verstört, merkt euch einfach: Braunes Papier, wuchtige Flasche, schwarzes Wachs – das sind die Leuts von Master of Malt.

Zum Thema: Was ist denn eine Rumbullion!?

Keine Suppe, auch wenn’s so klingt. Laut offizieller Markenbotschaft ist Rumbullion! sowas wie der Vorläufer des Rums – quasi wie der Genever zum Gin. Was den Namen angeht, ist das durchaus wahr. Tatsächlich stammt das Wort Rum mit hoher Wahrscheinlichkeit von Rumbullion ab, was im 17. Jahrhundert soviel bedeutete wie Tumult. Der entsteht wohl auch mit einiger Sicherheit, wenn man auf einem Schiff in der Karibik herumgondelt und sich die Gedanken an den nahenden Skorbut wegsäuft. Auch sehr wahrscheinlich ist, dass man in den Rum der damaligen Zeit Gewürze und Zucker gegeben hat, um die Brühe irgendwie erträglich zu machen. Aber im Prinzip ist der Rumbullion „einfach“ ein Spiced Rum auf Basis karibischer Rums. Mit Melasse, Vanille, Nelken, Gewürzen. Und der Navy Strength ist die hochprozentige Variante davon.

Professor Cornelius Ableforth's Rumbullion! Navy Strength im Hot Buttered Rum.
Professor Cornelius Ableforth’s Rumbullion! Navy Strength im Hot Buttered Rum.

„Navy Strength“ bezeichnet Spirituosen-Sorten mit über 57% Volumenalkohol – schüttet man die über Schwarzpulver, geht das Zeug trotzdem hoch. Und das war in der Royal Navy damals ziemlich wichtig. Piraten und Kanonen und so, ihr versteht. Mit seinen exakt 57 Prozent ist der Navy Strength dann auch ganze 14,4 Prozent härter als die einfache Variante. Schon die ist ein ziemlich spannender, intensiver und nicht zu übersüßter Spaß, der sich perfekt in Tikis und Hot Drinks für den Winter macht – aber die Overproof-Variante legt in der Intensität nochmal eine ganze Schippe drauf.

Wie schmeckt Professor Cornelius Ableforth’s Rumbullion! Navy Strength?

Rotbraun wie ein guter Cognac, schwer im Glas wie ein Likör, mit ausgeprägt dicken Schlieren. So präsentiert sich der Rumbullion! Navy Strength im Glas. In der Nase vordergründig Vanille und Honig. Zuckerrohr, Nelken und Zimt. Orangenschalen und etwas Muskat. Einen Spiced Rum in den Winter zu verorten ist einfach und klischeehaft, aber nach dem ersten Schnupperer wollen wir die Stiefel rausstellen und Kugeln an die Wohnzimmerpalme hängen. All das wohlgemerkt ohne aufdringlich künstliche Eindrücke – die Nase ist angenehm, nicht zu stürmisch, rund.

Nase: Vanille, Honig, Zuckerrohr, Nelken, Zimt, Orangenschalen, Muskat

Mund: Zitrone, Koriander, Wacholder, Pfrisichblüten, Ackerboden

Im Mund dagegen: Explosion! Vanille und Nelken prügeln sich mit unbändiger Kraft über die Zunge Richtung Rachen und hinterlassen unterwegs ein Schlachtfeld aus Honig, Piment und Pfeffer. Der Abgang ist fast etwas zu gewaltig, die 57 Prozent sind präsent. Sie lohnen sich aber: Minutenlang bleibt im Mund das Aroma von braunem Zucker, Nelken, Vanille. Eine leichte Bitternote erscheint im zweiten Schluck, gerade genug, um die Süße etwas abzufedern.

Professor Cornelius Ableforth’s Rumbullion! Navy Strength pur und in Cocktails

Wenn man’s weihnachtlich und heftig mag, dann kann man den Rumbullion! Navy Strength durchaus pur trinken, allerdings empfehlen wir hier den Griff zum Verdünnungs-Wässerchen. Ein paar Tropfen Eiswasser oder ein kleiner Eiswürfel tun diesem Spiced Rum irre gut, dann lässt er sich angenehm trinken und öffnet sich sogar noch ein wenig. Wir setzen allerdings eher auf die Variante mit den Drinks – und folgen dabei als erstes einem Tipp von fatrumpirate.com, der den Rumbullion in Trinkstärke für Hot Toddys vorschlägt.

Ein Hot Toddy, das ist im Prinzip eine Art Grog, normalerweise mit Bourbon, aus Schnaps, heißem Wasser, Nelken und Zitrone. In Kombination mit dem Rumbullion! ein zuverlässiger Bauchiwärmer und Augenzumacher. Aber auch ein Leckerli vor dem Herrn. Eins, das uns dazu bewegt, noch mehr heiße Drinks mit dem Rum auszuprobieren. Eine eigene Variante – ein Hot Chai Tiki – schmeckt zwar gut, geht aber grandios schief, weil der der Rumchata in Kombi mit der Limette gerinnt. Voll eklig.

Der Hot Buttered Rum dagegen aus Rumbullion! Navy Strength, heißem Apfelsaft und selbstgemacher Gewürzbutter ist flüssige, heiße Liebe. Kein Schwein braucht Glühwein, wenn er guten, gebutterten Rum hat. Natürlich testen wir den Rumbullion! auch in „normalen“ Drinks: Als Horse’s Neck mit Fever Tree Smokey Ginger Ale macht er eine ziemlich gute Figur und zeigt damit, dass man nicht immer erstmal eine Viertelstunde irgendwas kochen muss, um mit Spiced Rum zu mixen. Als Variante des Rumbullion Christmas Brew von amountainofcrushedice.com mixen wir uns außerdem etwas, dass wir folgendermaßen nennen:

Muskatnuss, Herr Müller!

  • 2,5 cl Professor Cornelius Ableforth’s Rumbullion! Navy Strength
  • 4 cl Cognac
  • 1 cl Frangelico
  • 2 cl Brauner Zuckersirup
  • 1 BL Kaffee-Rum-Colddrip
  • 3 cl Sahne, leicht aufgeschlagen

Alle Zutaten außer der Sahne auf Eis hart shaken und in eine vorgekühlte Coupette abseihen. Mit der Sahne floaten und mit Muskatnuss garnieren. Trinken. Wer keinen Cold Dripper für dem Rum-Cafe-Colddrip hat, setzt stattdessen auf 1 cl Kaffeelikör.

Professor Cornelius Ableforth's Rumbullion! Navy Strength im Muskatnuss, Herr Müller!
Professor Cornelius Ableforth’s Rumbullion! Navy Strength im Muskatnuss, Herr Müller!

Professor Cornelius Ableforth’s Rumbullion! Navy Strength bei homeofmalts.com bestellen!

Fazit: Ein überbordend kräftiger und trotzdem wundervoll runder Spiced Rum, der nicht wie viele andere in Richtung Likör abdriftet. Wer ihn pur trinken will, greift lieber zur Trinkstärke-Variante, für Cocktails und vor allem Hot Drinks ist der Navy Strength – zumindest für uns – eine echte Referenz.

Daten: 57 Prozent, England, 0,7 Liter, um 55 Euro

Der Deutsche Vertrieb von Ableforth’s/Professor Cornelius Ampleforth’s/Professor Cornelius Ableforth, die Haromex Development GmbH, hat uns eine Flasche des Rumbullion! Navy Strength für redaktionelle Zwecke zur Verfügung gestellt, danach aber weder auf Art noch Umfang eventueller Artikel, noch das Tasting Einfluss zu nehmen versucht. Wir sagen Danke für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.

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JohannTrasch

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