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El Jimador Reposado

Ein Tequila El Jimador Reposado im Glas mit Flasche.
Ein Tequila El Jimador Reposado im Glas mit Flasche.

Der El Jimador Reposado hat es nicht leicht  in Deutschland – wie eigentlich alle Tequilas. Der Tequila ist ein bisschen wie der verpeilte Bruder anderer Schnäpse: Er wird aus einer Pflanze hergestellt, die aussieht wie ein ziemlich fieses Alien und deren Name – Agave – sich anhört, als würde ein Betrunkener nach seiner Frau rufen. Weil es neben Margarita und Tequila Sunrise kaum bekannte Cocktails mit Agavenbrand gibt, trinkt man ihn eben pur. Durchsichtigen Nagellackentferner aus dem Shotglas mit Zitrone und Salz. Kann der El Jimador Reposado das Schicksal des Tequilas abwenden?

Warum El Jimador Reposado?

Tequila hat in Deutschland ein ganz ähnliches Problem wie Cachaça: Man hat ihn halt daheim, für den Tequila Sunrise und falls zu später Stunde einer Shots will. Dabei kann Tequila so viel mehr: Ein gereifter Tequila ist lecker, vielschichtig und brennt einem nicht derart das Gesicht weg, das man ihn mit sauren Zitronen und Salz hinunterwürgen muss. Und falls ihr das nicht glaubt, beweist euch der El Jimador Reposado für knappe 20 Euro das Gegenteil.

Wir haben diesen Tequila für unser erstes Tasting auf Cocktailbart gewählt, weil er mit diesem Preis nicht deutlich teurer ist als die Supermarktware, aber schon einen deutlichen Mehrwert bietet. Er besteht aus 100% Agave – die Billig-Mixtos (ein Tequila aus weniger als 100 Prozent Agava) meist nur zu 51% – was bedeutet, dass man die Tentakelpflanze beim Jimador wenigstens herausschmeckt.

Er wurde zwei Monate in Eichenfässern gelagert (daher der Titel „Reposado“ im Gegensatz zum ungelagerten „Blanco“) und allein das verleiht ihm eine ungeahnte Tiefe – für jemanden, der davor nie zum Spaß puren Tequila getrunken hat. Wie alle Tequilas stammt der El Jimador aus Mexiko. Der Name selbst: natürlich auch mexikanisch. Ein Jimador ist der Kerl, der die Agaven erntet, bevor man sie zu Tequila oder einer anderen Art Mezcal verarbeitet.

Wie schmeckt der El Jimador Reposado?

Der El Jimador strahlt in hellem gelb, wirkt leicht und fast spritzig. Er riecht extrem mild (zum Vergleich einfach mal einen 9-Euro-Tequila aufmachen), sehr süß, mit einem Hauch Vanille, die von fruchtigen Aromen begleitet wird, die ihn eindeutig als Agavenbrand kennzeichnen. Daneben findet sich aber auch ganz klar Eiche mit einem Nebenton, der fast in Richtung Pfeffer geht.

Nase: Vanille, Agave, Eiche, Pfeffer

Zunge: Agave, Frucht, Eiche, Leder

Auf der Zunge ist er unglaublich mild, erst wenn man ihn ein paar mal durch den Mundraum gleiten lässt, macht sich eine Schärfe bemerkbar, die aber eher pfeffrig als alkoholisch wirkt. Der Geschmack ist fruchtig-vanillig und auch hier merkt man ganz klar die Agave. Im Abgang erst meldet sich dann das Eichenholz zurück, mit einem Hauch Leder. Der El Jimador Reposado weckt in uns ganz sanft das Bedürfnis, eine Zigarre zu rauchen.

El Jimador Reposado in der Margarita und im Tequila Sunrise

In den meisten Cocktail-Rezepten geht der El Jimador leider ein bisschen unter – was wir ziemlich schade finden, angesichts der Tatsache, dass er pur ziemlich lecker ist. Allerdings liegt das wohl an der Natur von Tequila-Cocktails: Im Tequila Sunrise schmecken wir ihn praktisch nicht heraus. Was aber fast schon gut ist: Im Tequila Sunrise mit Billigst-Mixto schmeckt man Saft und Industriealkohol. Da nehmen wir lieber die Jimador-Variante. Dem Margarita dagegen verleiht der El Jimador Reposado durchaus neue Noten. Aber auch nicht auf eine Art und Weise, die uns in Jubel ausbrechen lässt.

Eben weil dieser Tequila pur sehr schmackhaft ist und im Fass gelagert wurde, haben wir uns damit an einem Tequila Old Fashioned probiert. Die Holz- und Ledertönte des Jimador passten hervorragend zu Bitters und Orangen – falls ihr also wirklich mal einen Old Fashioned ohne Whisky ausprobieren wollt, fahrt ihr mit diesem Tequila hervorragend.

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Fazit: Ein toller Tequila für jeden, der für wenig Geld mal wissen möchte, wie Tequila wirklich schmeckt. Wegen seiner Milde geht er in Cocktails aber leider unter.

Daten: Tequila, 38%, um 20 Euro, Mexico

 

 

 

 

JohannTrasch

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