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Whisky

Whisky, Whiskey und Bourbon – was ist was?

Whisky, das bedeutet für viele erstmal einfach nur Jack Daniels. Es bedeutet Jacky Cola und Detektiv-Filme aus den 50ern, in denen sich sehr kleine Männer ein Glas braune Brühe voller Eis bestellen. Fairnesshalber: Ja, auch Jack Daniels ist Whisky – und wenn ihr darauf steht, sei’s euch gegönnt. Ein geschmacklicher Weltuntergang ist er zugegeben auch nicht. Aber im direkten Vergleich zur Geschmacksbandbreite schottischer und irischer und – ja, tatsächlich – auch einiger amerikanischer Whiskys, Whiskeys und Bourbons kann er trotz genialem Preis-Leistungs-Verhältnis leider einpacken. Selbst in Sachen Cocktails empfehlen wir da feinere Varianten – aber der Reihe nach.

Was ist Whisky?

Prinzipiell ist Whisky erstmal der Oberbegriff für all das, was ihr unter Whisky, Whiskey, Bourbon oder Tennessee Whiskey kennt. Heißt: Alle Bourbons sind Whiskys – aber nicht alles Whiskys Bourbons. Der Begriff bezeichnet einen Getreideschnaps, der im Fass nachreift. Die Sache ist nämlich die: Wenn der Whisky aus der Brennblase kommt, dann ist er durchsichtig und geschmacksneutral – er ist praktisch Wodka. Dann lagert er wenigstens zwei Jahre im Fass und saugt sich genau dort mit Geschmack voll – was wir als Whisky-Aroma wahrnehmen, sind Noten aus dem Holz und dem, was vorher in den Fässern gelagert wurde. Deswegen steht auf manchen Whisky-Flaschen noch zusätzlich etwas von Sherry oder Portwein.

Außerdem ändert der Whisky im Fass seine Farbe von komplett weiß auf einen eher weißweinartigen Ton. Tatsächlich sind selbst teurere Whiskys meistens zusätzlich mit Zuckercoleur gefärbt – das macht sich geschmacklich nicht bemerkbar, aber verleiht ihm eine dunkle Farbe, für den man ihn deutlich länger als 10 Jahre im Fass lassen müsste. Das Ursprungsland des Whiskys ist Schottland – und von dort stammt der weltweit beliebte Scotch.

Was ist Scotch Whisky?

Scotch – das ist die Kurzform von „Scottish Whisky“und so heißen Whiskys, die in Schottland produziert werden. Nirgendwo sonst gibt es so viele Brennereien, nirgendwo sonst findet man so viele verschieden Whiskys mit derart großen Geschmacksbandbreiten. Das bedeutet nicht, dass es nur in Schottland gute Whiskys gibt – aber wenn ihr euch blind durch die Getränke-Karte trinken müsstet, dann hättet ihr in Schottland wohl die größte Chancen auf gustatorische Glückstreffer.

Wir langweilen euch an dieser Stelle mal lieber nicht mit den Ursprüngen des Whiskys oder seiner wirtschaftlichen Bedeutung für Schottland und das Vereinigte Königreich. Dazu steht an andere Stelle deutlich mehr und besser recherchiertes als es für uns hier relevant wird. Ein paar Sachen sollte man zum Scotch allerdings schon wissen, bevor man ihn sich hinter die Binde kippt:

Scotch Whisky stammt stets aus einer der sechs Regionen Schottlands: Islay, Highlands, Lowlands, Islands, Speyside und Campbeltown. Um hier große Unterschiede festzustellen, werdet ihr eine Weile eureGeschmacksnerven trainieren und viel probieren müssen. Für den Anfang reicht es, wenn ihr wisst: Die rauchigen Whiskys, die manche lieben und andere hassen, die stammen meistens von der Insel Islay (bis auf den Talisker von der Insel Skye), der Rest der Schotten verzichtet großteilig auf den Rauch. Der Rauch aus den Islay-Whiskys stammt übrigens davon, dass man das zur Herstellung verwendete Gerstenmalz vorher über Feuer röstet. Beliebte Scotch-Whiskys sind zum Beispiel Lagavulin, Glenfiddich, Glenmorangie, Ardbeg, Glenlivet oder Macallan.

Eis im Whisky - das ist nicht gut für den Geschmack. Eis im Whisky – das ist nicht gut für den Geschmack.

Was ist Whiskey?

Whiskey ist die Schreibweise für Whisky aus Irland oder den USA. Weil der Whiskey aus den Staaten jedoch meistens noch spezifischer Bourbon genannt wird (siehe unten) bedeutet Whiskey ohne Zusatz fast immer, dass man einen Iren vor sich hat – einen Irish Whiskey also. Um diese Irish Whiskeys gibt es (außerhalb Irlands) nicht annähernd so einen Kult wie um die schottischen – das bedeutet aber nicht, dass sie deshalb schlecht wären. Nur handelt es sich dabei meist um bodenständigere Whiskeys, die im Durchschnitt nicht ganz so lange gelagert werden. Bekannte irische Brennereien sind zum Beispiel Bushmills, Jameson oder Connemara – letztere produziert als einzige irische Distille rauchige Whiskeys.

Was ist Bourbon?

Bourbon ist ein Whisky aus wenigstens 51 Prozent Mais, meistens mehr. Normalerweise werden Whiskys aus Gerste, Roggen oder seltener Weizen hergestellt. Bourbon Whiskey kommt fast immer aus den USA und genießt einen eher zweifelhaften Ruf – er wird nur selten länger als 2 bis 4 Jahre gelagert und ist deswegen meist rauer und weniger weich als Whisky aus anderen Getreiden.

Trotzdem hat der Bourbon seine Liebhaber und vor allem in Deutschland auch viele Fans. Das liegt daran, dass die hierzulande beliebtesten Whiskeys – Jim Beam und Jack Daniels – eben aus den USA stammen und Bourbons sind. Es gibt aber auch teurere, höherwertige Bourbons, die man selbst als Scotch-Fan trinken kann. Übrigens: Neben dem Bourbon wird auch der Corn Whiskey aus Mais hergestellt, wie der Name schon sagt. Allerdings liegt der Mindestanteil des Getreides hier deutlich höher, weswegen er etwas süßlicher schmeckt als normaler Bourbon.

Was ist Tennessee Whiskey?

Fast alle amerikanischen Bourbons werden in Kentucky hergestellt – wie der Jim Beam – oder in Tennessee – wie der Jack Daniels. Die Bezeichnung Tennessee Whiskey bedeutet einfach nur: Dieser Bourbon stammt aus Tennessee. Kentucky Bourbon stammt dagegen immer aus Kentucky. Klar, oder?

Rye und Grain Whisky

Zwei weitere Whisky-Kategorien, die sich durch die Art des verwendeten Getreides auszeichnen. Rye Whiskey besteht zu mehr als 51 Prozent aus Roggen und hat deswegen ähnliche Eigenschaften wie Roggenbrot, wenn man ihn mit anderen Whiskys vergleicht: Er ist vollmundiger, hat likörige, fast kräutrige Noten, schmeckt geradezu würzig. Er ist eine spannende Alternative zum Bourbon in Whisky-Cocktails.

Grain Whiskys dürfen aus jedem beliebigen Getreide hergestellt werden und bestehen meist aus einer Mischung von Gerste, Roggen und Weizen. Klingt nach Abfallverwertung, kann aber durchaus schmackhaft sein: Viele Grain Whiskys werden mit viel Liebe zusammengestellt und bieten gerade Whisky-Kennern viel Abwechslung.

Was ist ein Single Malt?

Single Malt Whisky, das klingt erstmal irre hochtrabend, bedeutet aber erstmal nur, dass der Whisky aus Gerstenmalz hergestellt wurde (und zwar ausschließlich) und dass er aus einer einzigen Brennerei stammt, also nicht mit Whiskys anderer Brennereien verschnitten wurde. Ein Single Malt Whisky ist in der Regel mindestens so gut, dass sich niemand genötigt sieht, ihn mit irgendwas zu mischen. Natürlich ist das dann wiederum eine Geschmacksfrage, trotzdem rühren zumindest Scotch- und Irish Whiskey-Fans fast nichts anderes an.

Was ist ein Blend?

Blended Whiskys sind verschnittene Whiskys. Bedeutet: Sie wurden aus Whisky-Fässern mehrerer Brauereien zusammengemischt, ein Whisky-Cuvée quasi. Besonders günstige Whiskys sind fast immer Blends. Klar, bietet sich ja auch an: Man nehme ein paar echt eklige Destillate, ein paar halbwegs brauchbare und tadaa: Man bekommt was günstiges, viertelt brauchbares und niemand muss was wegschütten. Natürlich gibt es aber auch hochwertige Blends: Sehr, sehr versierte Whisky-Fachleute mit hochfeinen Geschmacksnerven kombinieren bei solch teuren Blends ein kleines Kunstwerk aus den Geschmacks-Nuancen hochwertiger Whiskys. Man kann aber drüber streiten, ob es nötig ist, Single Malts miteinander zu kombinieren, wenn der Blend wahrscheinlich trotzdem nie besser wird als der beste enthaltene Single Malt.

Was bedeutet Single Barrel?

Bei einer Single Barrel-Abfüllung kommt der Whisky einer Flasche komplett aus einem Fass. Sonst sind Whiskys meistens eigentlich „Blends“ aus Whiskys derselben Brennerei mit dem gleichen Jahrgang. Tatsächlich gilt es aber auch als Single Malt wenn man zum Beispiel einen 10jährigen mit einem 5jährigem Whisky derselben Brennerei vermischt. Natürlich schreibt man dann nicht mehr „10 Jahre“ auf’s Etikett. Für die ungeübte Zunge macht es meist nicht viel aus, ob man nun einen normalen Whisky einer Brennerei kauft oder die Single Barrel-Variante. Letztere ist meistens nur teurer.

Was bedeutet Cask Strength?

Kommt ein Whisky aus dem Fass, ist er pures Destillat und hat Alkoholwerte zwischen 60 und 65 Prozent. Normale Whiskys liegen jedoch bei 40 bis höchstens um die 50 Prozent. Auf diese geringere Alkoholmenge werden sie mit Quellwasser verdünnt, um sie trinkbar zu machen. Cask Strength Whiskys werden nicht verdünnt – auf diese Weise hat man das volle Geschmackserlebnis. Doof nur: Nach dem zweiten Schluck ist die Zunge wegen der heftigen Alkoholmenge meistens schon betäubt. Cask Strength Whiskys sollte man Stück für Stück mit tropfenweise Wasser verdünnen, um sie wirklich genießen zu können.