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Bulleit Bourbon Frontier Whiskey – der perfekte Alltags-Whiskey?

Bulleit Bourbon Frontier Whiskey funktioniert auch pur, ist aber vor allem der Preis-Leistungs-Knaller für Whiskey-Cocktails.
Bulleit Bourbon Frontier Whiskey funktioniert auch pur, ist aber vor allem der Preis-Leistungs-Knaller für Whiskey-Cocktails.

Bulleit Bourbon Frontier Whiskey ist ein vergleichsweise günstiges Massenprodukt. Ausgestattet mit einer durchaus erzählenswerten, aber ziemlich alltäglichen Hintergrundstory zwar, aber ganz weit weg von „Craft“, von „Handarbeit“ und von „kleiner Betrieb“. Inzwischen findet man den amerikanischen Whiskey in den meisten besser ausgestatteten Supermärkten. Bulleit Bourbon ist trotzdem ziemlich gut und qualitativ hochwertig – und genau deshalb der perfekte Alltags-Whiskey oder Pouring-Whiskey (sprich: Haus-Whiskey) für die Bar.

Whiskey und Whisky, das bedeutet für einige von uns einen gelegentlichen Schluck, für andere „Was zum in die Cola schütten“ und für wieder andere sogar eine Sammelleidenschaft. Wer sich durch Schottland, Irland und die USA genießt, sammelt nicht selten über die Jahre eine beachtliche Zahl von Flaschen jenseits der 40-Euro-Grenze an – auch beim sonst vielfach (zu Unrecht) belächelten Bourbon gibt es diverse teure Späße, die gutem Scotch in nichts nachstehen.

Aber man möchte den gelegentlichen Whiskey Sour mit Kumpels eben nicht immer mit der 50-Euro-Pulle Michter’s mixen. Das gilt vor allem für Abende, bei denen man schon weiß, dass es ein paar Drinks mehr werden. Genau dafür braucht man einen Whiskey wie den Bulleit Bourbon: Qualitativ brauchbar, mit erkennbarem Geschmacks-Profil, aber eben vergleichsweise günstig – im Angebot nämlich teils schon für unter 20 Euro.

Wer und was steckt hinter Bulleit Bourbon Frontier Whiskey?

Die Flasche des Bulleit Bourbon Frontier Whiskey ist schlicht und elegant.
Die Flasche des Bulleit Bourbon Frontier Whiskey ist schlicht und elegant.

Der Name geht zurück auf Augustus Bulleit, der von 1830 bis 1860 seinen eigenen Whiskey brannte und vertrieb. Je nachdem, welche Quelle man befragt, war das entweder ein sehr roggenlastiger Bourbon, der heute gar nicht mehr als Bourbon zählen würde (laut Bourbon Act muss der zu 51% aus Mais bestehen) oder eine ziemlich krude Grain Whiskey Variante. So oder so: Als sein Nachfahr Tom Bulleit 1987 wieder damit anfängt, Bourbon mit dem Namen Bulleit brennen zu lassen, ist die Sache mit dem Familienrezept wohl eher Marketing.

Eines allerdings, dass auch nach mehrmaligem Besitzerwechsel noch genutzt wird: 1997 kaufte Seagram den Markennamen, 2000 wurden die meisten Spirituosen-Marken Seagrams wiederum vom Spirituosen-Riesen Diageo übernommen, darunter eben auch Bulleit. Trotz dieser Wechsel behielt man die besonderen Merkmale von Bulleit Bourbon Frontier Whiskey bei: einen sehr hohen Roggenanteil von 28% und die Reifung über volle 6 Jahre. Klingt nach wenig, ist aber in der Bourbon-Welt durchaus ansehnlich. Aber wie schmeckt der Whiskey denn nun?

Wie schmeckt der Bourbon?

Im Glas wirkt er schwer und cremig, schimmert in dunklem Bernstein. In der Nase eröffnet er dann bourbontypisch mit einer würzigen Vanille und einer hellen Karamell-Note. Das holzige Aroma des Eichenfasses kommt sofort hinterher, dahinter kommt eine Fruchtnote von Aprikosen und roten Äpfeln. Als wir sehr intensiv ins Glas hineinriechen, nehmen wir einige unauffällige Schwaden Alkohol mit, die jedoch sofort wieder verschwinden.

Nase: Vanille, heller Karamell, Eiche, Aprikosen, Äpfel

Zunge: Honig, Vanille, Holz, Äpfel, Aprikose, Kräuter

Im Mund wirkt er leicht und süßlich, die Karamell-Note verwandelt sich hier in Honig, der dann auch tonangebend ist. Es folgen wieder die Vanille und das Holz bevor er mit einem leichten aber merklichen Brennen in den Rachen verschwindet. Im Nachgeschmack bleibt fruchtiger Apfel und wieder die Aprikose. Der zweite und dritte Schluck offenbaren kräutrig-würzige Noten, die wir nicht genau zuordnen können, die aber fast schon in Richtung Wermut gehen und weniger störendes alkoholisches Brennen.

Bulleit Bourbon in Cocktails

Man kann den Bulleit Bourbon Frontier Whiskey durchaus pur trinken, wenn man auf Bourbon steht, aber schon für fünf bis zehn Euro mehr bekommt man einen Elijah Craig 12 Jahre, der ihn dann doch deutlich aussticht. Gegen ein weiches und intensives Aroma-Monster wie den Michter’s US *1 kommt er dann auch nicht an. Wo der Bulleit sie dann aber alle abhängt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. 20 bis 25 Euro für einen Bourbon mit diesem klaren und spannenden Geschmacksprofil, das lohnt sich, vor allem wenn man einen hochwertigen Cocktail mixen, aber nicht gleich Whiskey im Wert von 5 Euro pro Cocktail rausfeuern will.

Bulleit Bourbon Frontier Whiskey in einem Boulevardier - einem Cocktail aus Whiskey, Campari und rotem Wermut.
Bulleit Bourbon Frontier Whiskey in einem Boulevardier – einem Cocktail aus Whiskey, Campari und rotem Wermut.

Bulleit Bourbon drückt einem Drink klar seinen Bourbon-Stempel auf, ohne ihn zu überfrachten und auch das leichte Brennen geht in Whiskey Sour und Mint Julep komplett verloren. Als nahezu perfekter Alltags-Bourbon passt er in jedes getestete Cocktail-Rezept. Ganz besonders gut zur Geltung kommt er immer dann, wenn er seine würzigen Roggen-Noten noch etwas hervorheben darf, die beim Pur-Genuss noch etwas untergehen. Im Old Fashioned ist das der Fall, aber auch in einem Boulevardier – im Prinzip ein Negroni aus Whiskey. Für den rührt ihr einfach einen Teil roten Wermuts, Campari und Bulleit Bourbon auf Eis.

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Fazit: Für den Pur-Genuss gibt es bessere Whiskeys, als hochwertiger Mix-Bourbon ist der Bulleit kaum zu schlagen. Das gilt vor allem in Drinks, in denen er seine 28 Prozent Roggen-Anteil ausspielen darf.

Daten: 45 Prozent (in anderen Ländern teilweise 40%), 0,70 Liter, USA, um 23 Euro

JohannTrasch

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