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Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey

Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey im Nosing-Glas.
Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey im Nosing-Glas.

Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey ist der einzige rauchige Single Malt Irlands – sonst ist der Spaß mit dem Torf eigentlich Sache der Schotten. Vor allem auf der Insel Islay trocknet man das Gerstenmalz über Torffeuern und verleiht dem Scotch so sein Rauch-Aroma. Der Connemara schmückt sich entsprechend mit dem schönen Wörtchen „Peated“ im Namen, vom englischen „Peat“, also Torf.

Bei den Schotten reicht meistens das Wort „Islay“ im Namen, um die Geschmacksrichtung klarzustellen, rauchige Whiskys aus anderen Regionen tragen aber auch das „Peated“ im Titel, zum Beispiel der Benriach. Entsprechend ist der Connemara selbst für Irland-Verweigerer und überzeugte Scotch-Fanboys mal einen geschmacklichen Ausflug wert. Wir machen den Test.

Die Geschichte hinter Connemara

Die Brennenerei selbst existiert erst seit den späten 80er-Jahren, weswegen der Signature Malt dem wir uns heute widmen, auch keine Altersangabe trägt. Er wird schlicht etwas jünger sein als 10 Jahre und kaum eine Whisky-Brennerei schreibt sich einstellige Altersangaben auf die Fahnen. Inzwischen gibt es aber auch einen 12-jährigen Connemara, eine Connemara Distillers Edition und sogar einen 22jährigen Connemara, der aber preislich fast immer deutlich über 150 Euro liegt.

Ein irischer Torfbauer mit Torf für den Connemara.
Ein irischer Torfbauer mit Torf für den Connemara.

All diesen Whiskeys gemein: Sie sind rauchig. Das Mutterschiff Kilbeggan vertreibt unter seinem eigenen Namen zwar auch „normale“ Irish Whiskeys, aber wo Connemara draufsteht, ist Rauch drin. Das passt zu der Tatsache, dass rauchige Destillate – egal ob schottische Whiskys oder der eine irische Whiskey – in sind und vor allem Whisky-Einsteiger sich gerne erstmal auf Islay festlegen. Nicht falsch verstehen: Wir finden das gut. Wir lieben Rauch. Genau deshalb ist auch der Connemara unser erster Irish Whiskey im Test.

So schmeckt Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey

Im Glas schimmert der Connemara golden und hat die Konsistenz schwerer, flüssiger Seide. Das klingt jetzt so, als wären wir verliebt. Sind wir aber auch. In der Nase kommt zunächst der Rauch an, sanft-phenolig, ohne Lagerfeuer-Atmosphäre, aber mit einem ganz kleinen Hauch Speck. Direkt dahinter paaren sich fruchtig-zitronige Aromen mit wahrnehmbarer Süße. Das Aroma macht insgesamt einen leichten, fast beschwingten Eindruck.

Nase: Rauch, Zitrone, Süße, ein winziger Hauch Speck

Zunge: Süße, Zitrone, Malz, Rauch, Vanille

Im Mund setzt sich die Leichtigkeit fort. Der Connemara schmeckt süßlich-fruchtig, mit viel Malz, erst nach kurzer Zeit kommt der Rauch im Mund an. Der verwandelt sich im Abgang in Vanille. Das Mundgefühl ist nicht ganz so seidig, wie der Auftritt im Glas vermuten lässt, aber immer noch gut genug, um weit oben mitzuspielen. Beim zweiten und dritten Schluck merkt man eine leichte Bitternote, die den Connemara aber gut ergänzt und von der Süße ablenkt. Insgesamt ein toller Single Malt also.

Preishammer Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey

Der Connemara schlägt mit im Schnitt 25 Euro zu Buche, im Angebot findet man ihn oft für 20. Damit steckt er sogar den Preis-Leistungs-Hammer Laphroaig 10 Jahre in die Tasche. Der ist die 5 Euro mehr allerdings wert: Durch die längere Lagerung hat er mehr Bandbreite, mehr Wucht und – weil Laphroaig – deutlich mehr Rauch. Das heißt aber nicht, dass er zwangsläufig besser ist, im Gegenteil: Wer eher Whiskys ohne Rauch schätzt, findet im Connemara vielleicht endlich den rauchigen Freund, den er auf Islay niemals fand.

Die Milde im Geschmack macht den Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey dann auch zu einem guten Kandidaten für Whisky-Cocktails mit Rauchnote, da versagen rauchigere Malts wie der Laphroaig oder auch ein Lagavulin wegen der Dominanz des Rauchs komplett. Ein Old Fashioned mit Connemara zum Beispiel schmeckt vorzüglich, im Whisky Sour harmoniert er durch seine natürlichen Zitrus-Aromen – und das obwohl der Rauch an sich in beiden Cocktails sonst eher ein Fehlton ist. Unser neuer Lieblings-Raucher, wenn wir mit Peated Whisk(e)y an Cocktail-Rezepten rumdoktern.

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Fazit: Ein sehr milder, angenehm rauchiger Whiskey, super Preis-Leistungs-Verhältnis, lässt allerdings die Komplexität alterer Destillate vermissen. Fantastisch für rauchige Whisky-Cocktails.

Daten: 40%, um 30 Euro, Schottland

JohannTrasch

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