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Jim Beam Rye Whiskey

Jim Beam Rye - der Rye Whiskey aus dem Hause Jim Beam.
Jim Beam Rye - der Rye Whiskey aus dem Hause Jim Beam.

Rye Whiskey ist das nächste große Ding im noch immer andauernden Whisky-Boom. Selbst Einsteiger in snobistischer Verweigerungshaltung gegenüber amerikanischen Whiskeys und eingefleischte Scotch-Fans finden an den Roggen-Bränden mitunter gefallen. Aber sind Rye-Whiskeys nur der neueste Hipster-Trend oder ist da wirklich Substanz hinter?

Rye Whiskeys werden aus mindestens 51 Prozent Roggen hergestellt und der bringt von Haus aus etwas mehr Geschmack mit als der süßliche Mais des Bourbons, dem aktuellen amerikanischen Standard-Whiskey. Das schmeckt man bei vielen Rye Whiskeys auch heraus, sie lassen sich deutlich von anderen Whiskys unterscheiden. Aber ist das auch beim Jim Beam Rye so?

Ist Jim Beam Rye „nur“ ein Jim Beam?

Jim Beam, das ist für viele nur „der andere Jack Daniels“, das Zeug mit dem weißen Etikett. Diskutieren wir nichts weg: Jim Beam White Label Kentucky Bourbon, der Standard-Whiskey der amerikanischen Brennerei wird nicht für Leute gebrannt, die ihren Whisky pur trinken. Da schüttet man Cola rein oder nimmt ihn vielleicht noch für einen Cocktail, dafür ist der Preis entsprechend niedrig.

Auch der Jim Beam Yellow Label – wegen des gelben Etiketts trägt der Rye Whiskey diesen Beinamen – ist extrem preisgünstig. Wenn Sie ihn teuer kaufen, kostet er 20 Euro, in manchen Läden zahlen Sie nur 15. Jetzt kann man zwar für 20 Euro schon brauchbare Bourbons kaufen; aber kriegt man für das Geld einen ordentlichen Rye? Von den Leuten, die ihr Produkt auch direkt in Dosen zusammen mit Cola verschachern?

Wie schmeckt der Jim Beam Rye Whisky?

Kurze Antwort: Ja, das Ding taugt. Wer noch nie in seinem Leben einen Rye Whisky probiert hat und nicht viel Geld ausgeben will, der liegt hier goldrichtig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist phänomenal und anders als beim Jim Beam Standard-Whiskey erwartet einen hier kein olfaktorischer Herzinfarkt beim Öffnen der Flasche. Im Glas strahlt er goldgelb und zeigt Substanz, perlt ölig am Glas entlang.

Im Nosing-Glas kommt der Whiskey zunächst rau rüber, begrüßt einen mit leichten Noten von Nagellackentferner. Die verfliegen jedoch schnell und machen einem brotlastigen Getreideduft Platz, gefolgt von süßlichen Noten von Anis und Thymian, die ein wenig ins fruchtige abdriften. Leichte Vanillenoten machen sich bemerkbar, wenn man den Jim Beam Rye in der hohlen Hand erwärmt.

Nase: Getreide, Brot, Anis, Thymian

Zunge: Brot, Pfeffer, Thymian, Menthol

Der erste Schluck umspült den Mund mit Brot und Pfeffer, das sind die klarsten Geschmacksnoten. Im Abgang hinterlässt er in voller Breite eine kräftige Roggennote, spätestens die macht den Unterschied zum Bourbon klar. Der zweite Schluck offenbart die süßlicheren Noten, allen voran der Thymian, der fast schon mentholig wirkt.

Das Mundgefühl ist für einen Whiskey in dieser Preisklasse fantastisch, er ist sehr cremig und weich, brennt beinahe gar nicht. Nur in der Mundhöhle wird er wegen einer heftigen Pfeffernote auf Dauer unangenehm – schlecht für’s Tasting, sehr spannend beim puren Genuss. Die Note macht sich jedoch auch in Whisky-Cocktails gut.

Was kann man mit Jim Beam Rye Whiskey machen?

Der Yellow Label lässt sich gut problemlos pur genießen, dafür solltet ihr ihn aber – genau wie einen guten Scotch – in einem Nosingglas probieren, um die volle Aroma-Bandbreite mitzunehmen. Wer wegen des besseren Stils Wert auf den Tumbler legt, verzichtet wenigstens auf das Eis: Ein komplett runtergekühlter Yellow Label schmeckt nach weichem Brot.

Der Jim Beam Rye Whiskey schmeckt aber auch toll in allen Whisky-Cocktail-Rezepten: Ein Rye Whiskey Old Fashioned unterscheidet sich geschmacklich deutlich von der normalen Bourbon-Variante, auch einen Whisky Sour holt man damit aus der Reserve.

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Fazit: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis unter allen Rye Whiskys, grandios für Cocktails, lässt sich auch pur genießen.

Daten: Rye Whisky; 4 Jahre alt; 40%; 15 bis 20 €; USA

JohannTrasch

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