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Talisker Skye Single Malt Whisky

Der Talisker Skye Single Malt stammt - anders als viele meinen - nicht von der Insel Islay.
Der Talisker Skye Single Malt stammt - anders als viele meinen - nicht von der Insel Islay.

Wer an rauchige Whiskys denkt, der denkt an die Insel Islay – die Heimat von Lagavulin, Ardbeg und Laphroaig. Auch der Taliker ist für seine Rauchigkeit bekannt – und wird deshalb oft auch als Islay-Whisky gehandelt. Tatsächlich stammt er aber aus einer anderen Whisky-Region, nämlich von den schottischen Inseln. Ja, Islay ist auch eine Insel, aber die Whiskys von dort bilden ihre eigene Region – irre kompliziert. Talisker Skye Single Malt Whisky stammt also (wie zum Beispiel auch der Highland Park) von den Inseln – genauer gesagt von der Insel Skye. Nach der ist der Whisky auch benannt.

Der Talisker Skye Single Malt reiht sich ein neben anderen recht neuen Taliskers wie dem Storm, dem Dark Storm oder dem Port Ruighe. Denen allen gemein: Sie haben keine Altersangabe und unterscheiden sich damit im Wesentlichen durch die verwendeten Fässer. Der Talisker Port Ruighe etwa ruht zum Finish in Portweinfässern, der Talisker Dark Storm in frisch tiefschwarz ausgebrannten Eichenfässern, die ihm zusätzlichen Rauch verleihen. Der Talisker Skye ist die Light Version dessen – er wurde teilweise in frisch ausgebrannten Fässern gelagert.

Die Story hinter Talisker Skye Single Malt Whisky

Talisker ist die einzige Brennerei auf der kleinen Insel Syke und das macht die Distille wichtig für den örtlichen Tourismus – der freut sich natürlich über die Whisky-Pilger, die Schottland jedes Jahr heimsuchen. Das ist umso bewundernswerter, wenn man weiß, dass der Laden 1960 bereits einmal abgebrannt ist, kurz darauf aber wieder aufgebaut wurde. Wäre ja auch schade gewesen, um das seit etwa 1830 bestehende Traditionsunternehmen. Tradition ist übrigens ein gutes Stichwort – mit der hat’s Talisker in den letzten Jahren nämlich nicht mehr wirklich.

Die inzwischen doch recht vielen Whiskys ohne Altersangabe stammen wohl aus der Ideenschmiede des Mutterschiffs Diaego, einem multinationalen Spirituosen-Konzern, dem Talisker seit 2002 gehört. Diese sogenannten NAS-Abfüllungen (No Age Statement) sind vielen Genießern ein Dorn im Auge – sie vermuten dahinter schlechtere Qualität. Die Brennereien dagegen müssen halt irgendwie darauf reagieren, dass ihnen die ganze Welt die Lager leerkauft. Sonst geht uns in den nächsten Jahren der Scotch aus. Das Problem betrifft auch und vor allem den Talisker Skye Single Malt Whisky – der soll langfristig nämlich zu großen Teilen den Talisker 10 Jahre ersetzen (aber wohl nicht vollständig – ihr braucht also nichts bunkern). Das war und ist der Signature Malt der Distille.

Das macht Fans natürlich sauer, vor allem weil der Talisker 10 im Direktvergleichs-Tasting fast immer den Kürzeren zieht. Ein Schicksal, dass er mit dem Talisker Storm teilt, der in derselben Preiskategorie spielt und deswegen in Tastings meist auch schlecht wegkommt. Jetzt der Punkt, mit dem wir uns vielleicht unbeliebt machen: Ja, wir mögen den 10er auch total gern – aber solange er nicht komplett vom Markt ist, solange dieses „Ersetzen“ nicht wirklich passiert ist, machen wir hier kein Fass auf. Wenn die Frage „Wenn die gleich viel kosten, aber Whisky A ist besser, wieso gibt’s dann Whisky B überhaupt?“ irgendwie relevant wäre, gäb’s genau einen Whisky für 38 Euro. Meine Güte, was wäre das für eine furzlangweilige Welt?

So schmeckt der Talisker Skye Single Malt Whisky

Im Glas ist der Talisker Skye gelblich bis bernsteinfarben, in der Konsistenz ist er nicht zu schwer – die Beine sind zahlreich, aber sehr dünn und rinnen schnell nach unten. In der Nase riecht man klar den Rauch, aber anders als bei vielen Islay-Whiskys ist er nicht zu heftig. Dazu kommen holzige Eichennoten und warme Zitrusfrüchte in Richtung Orange. Das ändert sich auch nicht, als wir den Whisky in der Handfläche erwärmen. Zugegeben: Hier fehlt ihm einiges an Tiefe auf den Whisky Talisker 10.

Nase: Rauch, Eiche, Orange

Zunge: Frucht, Rauch, Karamell, Pfeffer

Im Mund kommt zuerst eine bittersüße Fruchtnote an, dann ein leicht rauchiger Karamellton mit einer Spur Vanille. In den ersten zwei, drei Schlucken könnt’s auch ein rauchiger Bourbon sein (wieso gibt’s das eigentlich nicht?), dieser Eindruck ließ sich aber später nicht wiederherstellen. Auf die Karamellnote folgt eine scharfe Pfefferwürze – die hat der Talisker in beinahe jeder Variante und wer nicht mit ihr rechnet, wird sie wohl unangenehm finden, vor allem wenn man den Whisky länger im Mund behält. Im Abgang bleibt die ersten Sekunden viel Pfeffer, danach vor allem Karamell und Rauch. Der Talisker Skye Single Malt Whisky ist damit nicht irre kompliziert, hat im Gegenzug aber auch nicht die geschmackliche Bandbreite des 10jährigen. Er ist simpler – und hat vielleicht genau deshalb auch seine Fans.

Der Talisker Skye  Talisker Skye Single Malt Whisky in Cocktails

Wer sich eine leichte Rauchnote in seinen Whisky-Cocktail zaubern will, aber nicht gleich mit Rauch-Wuchtbrummen wie einem Lagavulin oder dem Laphroaig reinhauen will, ist beim Talisker Skye gut aufgehoben. Im Wesentlichen könnt ihr ihn in Cocktails benutzen wie einen Connemara Single Malt Whiskey, den großen Unterschied macht die Pfeffernote. Die kann durchaus Spaß machen, zum Beispiel in einem Mint Julep, wo er sich gut an die Minze schmiegt.

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Fazit: Ja, wir finden den Talisker 10 Jahre auch besser, weil aromatischer und vielschichtiger. Weil beide derzeit fast dasselbe kosten, würden auch wir eher den 10er kaufen. Generell hat für rauchige Whisky-Cocktail-Rezepte aber eh der Connemara das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Daten: 45,8 Prozent, um 35 Euro, Schottland

JohannTrasch

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