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Cocktails und Zigarillos – passt das zusammen?

Gar nicht so leicht: Zigarillos und Drinks miteinander zu kombinieren.
Gar nicht so leicht: Zigarillos und Drinks miteinander zu kombinieren.

Es besteht kein Zweifel: Whisky, Rum und Cognac sind das perfekte Pendant zum Zigarillo. Nicht umsonst gelten sie als das Dreamteam des Genusses. Doch wie sieht es eigentlich mit Cocktails und Zigarillos aus? Darf sich auch dieses Pairing als Traumduo bezeichnen? Was ist erlaubt? Was ist tabu?

Cocktails & Zigarillos: Gleich und gleich gesellt sich

Die goldene Regel beim Pairing lautet „gleich und gleich gesellt sich„. Die einzelnen Komponenten müssen miteinander harmonieren. Ansonsten lässt das Geschmacksfeuerwerk lange auf sich warten. Doch genau das ist die große Kunst bei Cocktails und Zigarillos. Da viele Cocktails regelrecht von ihrer Geschmacksvielfalt leben, entpuppen sie sich als kombinatorische Herausforderung. Umso mehr Fingerspitzengefühl ist bei der Auswahl der Zutaten gefragt. Welche werden den würzig-herben Tabaknoten am besten gerecht?

Selbst erfahrene Barmanager in gehobenen Bars, Restaurants und Hotels empfinden das Pairing von Cocktails und Zigarillos als eine anspruchsvolle Aufgabe, die dem Pairing von Cocktails mit Zigarren in kaum etwas nachsteht. Ihre liebste Empfehlung: Klassische Cocktails mit Whisky und Rum passen ausgezeichnet zum Zigarillo. Sie gehen fast immer. Nicht ohne Grund mixen sie ihren Gästen zum Zigarillo am liebsten einen Old Fashioned, Manhattan oder Sazerac, Drinks also, in denen die Basis-Spirituose nur mit wenigen anderen Zutaten akzentuiert wird.

Als spritzige Alternative bieten sich Tequila- oder Mezcal-Spezialitäten an, von den gängigen Sours-Varianten sollte man jedoch die Finger lassen. Frische Früchte sind beim Pairing in fast allen Fällen tabu. Aus gutem Grund: Schnell verändern sie die Intensität des Geschmacks. Ein schlichter, aber hervorragender Oaxaca Old Fashioned ist hier die bessere Wahl.

Zwei konkrete Beispiele: Zu einem kraftvollen Connecticut Shade No.6 Zigarillo schlagen Fachmänner gerne ein Sazerac mit Cognac, Rye Whiskey, Absinth und Zucker vor. Genauso gut kommt aber auch ein Old Fashioned mit leichter Orangennote infrage. Der ideale Kombinationspartner zum PIPER Zigarillo Little Red ist ein gereifter Cachaça mit dezenter Holznuance im Abgang. Zu einem milden Scotch wie dem Bruichladdich Laddie aus Islay oder einem süßen Rum wie zum Beispiel dem Ron Millonario XO sagen erfahrene Barmanager aber ebenfalls nicht Nein.

Große Zigarillos, kleine Cocktails

Beim Pairing von Zigarillos und Cocktails kommt es nicht nur auf das Was, sondern auch auf das Wieviel an, auf die Abwechslung während des Genuss-Erlebnisses. Im Idealfall kombiniert der Gast einen großen Zigarillo mit mehreren  Cocktails – am besten mit mindestens zwei oder drei Cocktails. Doch Achtung: Die Cocktails dürfen nicht die klassischen Größen haben. Sie müssen deutlich kleiner ausfallen. Zwei bis drei cl Basis-Spirituose sollten es pro Drink sein, wenn der Gast während des Zigarillos wirklich Abwechslung erleben will, ohne allzu schnell allzu viel trinken zu „müssen“.

Cocktails & Zigarillos: Ohne Affinität kein Geschmacksfeuerwerk

Das A und O beim Pairing von Cocktails und Zigarillos sind Erfahrung und Expertise. Der Barkeeper muss eine gewisse Affinität zu beiden Genussmitteln mitbringen. Ansonsten entsteht kein harmonisches Geschmackserlebnis. Sowohl in der Produktauswahl als auch beim Einkauf ist Feingefühl geboten. Das Zusammenspiel der vielen verschiedenen Komponenten ist schließlich eine echte sensorische Herausforderung. Kein Wunder, dass sich nur wenige an die anspruchsvolle Materie heranwagen.

Simple Drinks und pure Spirituosen sind einfacher zu pairen als Cocktails.
Simple Drinks und pure Spirituosen sind einfacher zu pairen als Cocktails.

Selbst Experten halten sich beim Pairing am liebsten an die guten alten Klassiker. Denn mit qualitativ hochwertigem Rum-, Bourbon- und Rye Whiskey kann kein Barmanager danebenliegen. Doch es gibt auch ein paar Mutige, die sich gerne zu kulinarischen Experimenten hinreißen lassen. Mit Vergnügen wagen sie sich an ausgefallene Pairings heran. Denn warum darf es zum Zigarillo nicht einmal zur Abwechslung ein bisschen Gin auf Eis oder ein Madeira Vintage sein? Selbst zu Kombinationen mit Absinth sagt der erfahrene Raucher nicht Nein.

Als eine der größten Herausforderungen beim Pairing sehen Experten die Veränderungen des Geschmacks im Laufe des Genusses. Hier könnten Cocktails und Zigarillos nämlich unterschiedlicher nicht sein. Während sich der Geschmack eines kleinen Cocktails über die Dauer des Genusses hinweg kaum verändert, gewinnt der Zigarillo im Laufe seiner Rauchdauer merklich an Intensität. Und genau das macht ein gutes Pairing so knifflig. Denn für das perfekte Geschmackserlebnis müsste der Barkeeper den Cocktail im Grunde genommen auf die vielen aromatischen Etappen abstimmen. Das ist mit klassischen Cocktails zwar möglich – auch ein Manhattan Cocktail gewinnt an Intensität, wenn er sich während des Trinkens langsam erwärmt – verlangt aber die erfahrene Hand eines Kenners von Zigarillos und Cocktails.

Photos by Tanya Dusett & Anthony Torres on Unsplash.

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Redaktion

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