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Freimeisterkollektiv Kräutergeiste – destillierte Kräuter für die Bar

Der Romero ist ein Aztiki-Drink mit Freimeisterkollektiv Salbeigeist.

Das Freimeisterkollektiv kennt ihr? Wenn nicht, empfehlen wir die Lektüre eines unserer letzten Tastings zu den Produkten des Berliner Craft-Kollektivs oder besser noch unser Interview mit Theo Ligthart, dem Chef des Hauses. Die Kurzfassung: Die Berliner suchen sich talentierte Brennermeister und Bar-Koryphäen aus der ganzen Nation (und inzwischen auch weit darüberhinaus) zusammen und betreten mit ihnen zusammen Spirituosen-Galaxien, in die noch keine Brennblase vorgedrungen ist.

Die Flaschen für dieses Tasting wurden uns vom Freimeisterkollektiv zur Verfügung gestellt. Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Während das in vielen Fällen heißt, dass sie Spirituosen-Kategorien auf ganz besondere Weise angehen – etwa mit einem abgefahrenen Wermut auf Uhudler-Basis – kommt dabei ab und an auch mal etwas verrücktes heraus, das es in dieser Form noch gar nicht gibt. In diesem Fall: sortenreine Kräutergeiste. „Halt!“ schreit ihr da jetzt vielleicht. „Ist ja albern, gibt’s doch schon!“. Zugegeben. Aber wirklich, wirklich selten. Und wir versprechen euch: nicht so, wie Georg Hiebl sie brennt.

Über die Kräutergeiste und Brenner Georg Hiebl

Für seine sortenreinen Kräutergeiste wandte sich das Freimeister-Team an besagten Brennermeister aus Österreich. Seine Familie betreibt hier, im sogenannten Mostviertel des Landes, eine Landwirtschaft auf einem 300 Jahre alten Hof, umgeben von Streuobstwiesen. Hiebl ist es, der entscheidet, sich mit dem Hof auf die Destillation auszurichten, er baut die Brennerei aus und beschließt schlussendlich 1997, ab jetzt nur noch Edelbrände zu destillieren.

Der Pineful Farewell mixt Salbeigeist mit Mate-Gin und Ananas-Wermut.
Der Pineful Farewell mixt Salbeigeist mit Mate-Gin und Ananas-Wermut.

Und das erfolgreich: Bis heute gewinnt der Mann regelmäßig Preise, 2014 ernennt ihn der ISCW zum Boutique Distiller of the Year. In seinen inzwischen gut 20 Jahren als Destillateur traut er sich immer wieder auch an abseitige Spirituosen, etwa einen Zimtbrand. Der Mann ist also, ganz offensichtlich, der richtige, um die Welt der Kräuter und Gewürze auf Flaschen zu ziehen. Dafür schnappt er sich wilde Gewächse und zieht daraus sortenreine Geiste, sprich: er mazeriert die Kräuter in Neutralalkohol und destilliert das Mazerat erneut.

Der Sinn: Bartender sollen, genau wie Köche, eine Palette an Gewürzen und eben Kräutern an der Hand haben, mit denen sie ihre Drinks „würzen“ können. Freilich: für diese Funktion gibt’s eigentlich schon Cocktail Bitters und durch Drinks wie den Mint Julep oder einen Gin Basil Smash wissen wir, dass man auch einfach das tatsächliche Kraut verwenden kann, wenn man den Geschmack in einen Cocktail zaubern möchte. Der Vorteil der Kräutergeiste: Intensive Aromen in einer transparenten Flüssigkeit und damit die Möglichkeit, ohne Farb-Verhau und ohne die Nebenwirkungen frischer Kräuter (so kann Minze zum Beispiel bitter werden, wenn man sie zu hart anfasst) klare Drinks zu zaubern.

Wie schmecken die Kräutergeiste des Freimeisterkollektivs?

Für diesen Test hat uns das Freimeisterkollektiv die Sorten Echter Koriander, Salbei und Rosmarin zur Verfügung gestellt. Daneben gibt es aber etwa auch noch zwei Sorten Minze, Estragon, Galgant oder Kurkuma. Jetzt haben wir unsere drei freilich pur probiert und sollten euch an der Stelle eigentlich Verkostungsnotizen präsentieren. Allein: das macht so gar keinen Sinn. Denn selbst, wenn wir uns ganz doll konzentrieren und versuchen, andere Noten als das zugrunde liegende Kraut zu identifizieren, werden die niemals in euren Drinks ankommen. Und, da sind wir ehrlich: es ist nicht unbedingt die größte Freude, puren Koriandergeist zu trinken. Ihr futtert das Zeug ja im grünen Zustand auch nicht pur. In Cocktails dagegen …

Simpel: Ein paar Tröpfchen Kräutergeist in den Gin Tonic und schon gebt ihr eurer Lieblings-Kombi eine ganz neue Richtung - auch, wenn ihr grade keine frischen Kräuter im Haus habt (und ohnehin viel intensiver).
Simpel: Ein paar Tröpfchen Kräutergeist in den Gin Tonic und schon gebt ihr eurer Lieblings-Kombi eine ganz neue Richtung – auch, wenn ihr grade keine frischen Kräuter im Haus habt (und ohnehin viel intensiver).

Die Kräutergeiste des Freimeisterkollektivs in Cocktails

Die einfachsten zwei Nummern zuerst, auf die wir allerdings erst nach ein wenig ausprobieren gekommen sind: alle drei getesteten Spirituosen eignen sich ganz vorzüglich, um damit euren Gin Tonic zu verfeinern oder einen Martini aufzupeppen. In ersterem Fall raten wir dazu, maximalst 0,5 cl (beim Koriander nur einen Barlöffel voll) auf den Gin zu geben, bevor ihr das Tonic Water eingießt. Im Fall des Martini funktioniert ein Wash (sprich: ihr benetzt das Glas, bevor ihr den Drink einstrained) am besten.

Ein richtig frischer, knackiger Martini mit einer feinen Spitze von Rosmarin, ganz ohne die entsprechende Deko? Richtig geiler olfaktorischer Effekt! Natürlich haben wir uns auch an einige andere Drinks mit den Geisten gewagt. Einer der schönsten davon war der Pinefull Farewell, der Mate-Gin mit Ananas und Salbei kombiniert – das Rezept findet ihr im Artikel zum Apostoles Fuerza Gaucha. Andere Experimente wie ein Uhudler-Wermut-Manhattan mit Salbei gingen zugegeben auch mal etwas daneben. Dafür wieder sehr stark: Eine Margarita mit einem Barlöffel Lake einer eingelegten Chili und einem Barlöffel Koriander-Geist. Dazu einen schmackhaften Taco, fertig ist der mexikanische Abend.

Eine Koriander-Margarita - erstaunlich umamiges Zeug, wenn noch etwas Chili mitspielt.
Eine Koriander-Margarita – erstaunlich umamiges Zeug, wenn noch etwas Chili mitspielt.

Apropos mexikanischer Abend: Nachdem das spanische Wort für Rosmarin Romero ist, haben wir uns genau diesen Namen dann auch ausgeliehen für diesen ziemlich abgefahrenen Aztiki-Drink, der uns große Freude bereitet hat:

Romero

  • 1 cl Rosmarin-Geiste
  • 2 cl Haselnussschnaps
  • 4,5 cl Apostoles Overproof Gin
  • 1,5 cl Topanito Blanco Tequila 50%
  • 3 cl Zitronensaft
  • 1,5 cl Agavendicksaft
  • 3 Spritzer Selleriebitters
  • 2 Spritzer Angostura Bitters
  • Ginger Beer

Alle Zutaten zusammen auf Eis shaken, in einen Tiki-Mug mit frischem Eis abseihen, mit einem Schuss Ginger Beer toppen und mit Salbei garnieren (ja, Salbei – ergänzt sich aromatisch ganz spannend zu einem Kräuter-Potpourri).

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Fazit: Das Freimeisterkollektiv wagt sich mit diesen Kräutergeisten auf eine Bühne, die bisher nur von Cocktail Bitters bespielt wird – mit einer deutlich größeren Klarheit, aber noch mehr Power. Das macht sie nicht ganz so einfach einzusetzen – aber auch zu einer geschmackvollen Drink-Geheimwaffe.

Daten Echter Koriander: 40 Prozent, um 17 Euro für 0,2 Liter, Deutschland

Daten Salbei: 40 Prozent, um 18 Euro für 0,2 Liter, Deutschland

Daten Rosmarin: 40 Prozent, um 17 Euro für 0,2 Liter, Deutschland

Das Freimeisterkollektiv hat uns die hier vorgestellten Flaschen zur Verfügung gestellt, aber weder auf eventuelle Artikel noch auf das Tasting Einfluss genommen. Wir danken für die ausnehmend freundliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit. 

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

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