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Ron Espero Coffee Liqueur und der Revolver Cocktail

Ron Espero in der Wiener Melange, einem White Russian-Twist.

Liköre sind in für viele der Einstieg in die Welt der „harten“ Spirituosen. Das Zeug, mit dem wir uns schon den Samstagabend verschönern, lange bevor wir zum ersten Mal 30 Euro für eine Flasche schottischen Whisky ausgeben. Die Likörsorte, die uns am hartnäckigsten auf dem Weg vom Gerade-so-Erwachsenen mit eigenem Trichter zum Cocktail-Connaisseur von Welt begleitet, ist der Kaffee-Likör. Eine Kategorie, die nicht allzu häufig überdacht wird, auch nicht von Profis. Warum auch, die gängigen Standard-Marken sind gut und bezahlbar.

Die Flasche für dieses Tasting wurden uns von Haromex, dem deutschen Vertrieb von Ron Espero, zur Verfügung gestellt, Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.

Aber wie wir an anderer Stelle hier auf Cocktailbart schon ein-, zweimal gezeigt haben: Bei der Kombination aus tiefschwarzem Kaffee, Zucker und Spirituose auf der all diese Liköre nun mal fußen, lohnt sich ein zweiter Blick. In diesem Fall geht der in die Flasche des Ron Espero Coffee Liqueur – einer Liaison aus gereiftem Rum der Dominikanischen Republik und kalt aufgebrühtem Kaffee aus Nicaragua.

Die Story hinter Ron Espero Coffee Liqueur

Ron Espero XO hatten wir euch an anderer Stelle schon einmal sehr ausführlich vorgestellt, das Flaggschiff der dominikanischen Rum-Marke ist ein gesüßter, aber keinesfalls pappiger Blend aus diversen Rums der Karibik, die in Costa Rica vermählt wurden. Während dort die Dominikanische Heimat des Unternehmens lediglich als Abfüllort herhalten durfte, stammt der Rum für diesen Kaffeelikör durchaus aus der Republik: Ein 7 Jahre altes Destillat bildet die Basis für das Stöffchen.

Der Kaffee dagegen stammt aus Nicaragua und wird zusammen mit Vanille aus Madagaskar kalt aufgebrüht, wir haben hier also einen Cold Brew-Likör. Der wird, laut Hersteller-Aussage, nur sehr wenig gesüßt, da er durch die Herstellung schon mit genügend Zucker gesegnet ist. Das wirft zwar zunächst ein großes Fragezeichen auf den anscheinend sehr zuckrigen Basis-Rum, aber bei einem Likör – der per Definition mindestens 10% Zuckeranteil haben muss – schauen wir bei aller Liebe zu ungezuckerten Rums nicht allzu sehr auf das weiße Gold, solange sich die Süße im üblichen Rahmen bewegt. Aber tut sie das? Schmecken wir rein:

So schmeckt der Rum-Likör

Für einen Likör schwenkt sich der tiefdunkle, aber im Nosingglas noch durchsichtige Ron Espero Coffee erstaunlich leicht. Sein Duft: Kaffeebohnen, Milchschokolade, verbrannter Karamell, ein Anklang von Rauch. Anderen Noten muss man etwas intensiver hinterherschnuppern, aber dann lassen sich erdige Aromen von Waldboden erahnen.

Nase: Kaffeebohnen, Milchschokolade, verbrannter Karamell, Rauch, Waldboden

Mund: Kaffee, Milchschokolade, Vanille, Pfeffer, Teer, Rauch

Im Mund spielen Kaffee und Milchschokolade so stark ineinander, dass man kurz meinen könnte, man hätte einen der Kaffeesahne-Riegel aus der Merci-Packung erwischt. Wohlgemerkt: das meinen wir positiv, tolle Note, flankiert von einer intensiven, natürlichen Vanille. Obendrein fällt das sehr leichte Mundgefühl auf, zusammen mit einem gewissen Pfefferbrennen, das allerdings keine alkoholischen Noten im Schlepptau hat. Am Gaumen brechen sich Teer und ein Anklang von Rauch Bahn, der Nachklang mit Kaffeeschokoladen-Noten hat einige Minuten Bestand.

Ron Espero Coffee Liqueur pur und in Cocktails

Bei Kaffeelikör ist eine häufige Gefahr, dass man sich entbehrlich macht – wie eingangs erwähnt, die Konkurrenz ist gut und nicht besonders teuer. Der Ron Espero Coffee Liqueur bringt aber doppelt so viel Alkohol auf die Waage, kombiniert mit süßen Noten, die aber keine Sekunde überzuckert wirken. Wir kennen ehrlich gesagt Süßrums, die da weniger auf die Diabetes-Pauke hauen. Das macht ihn im Purgenuss durchaus spannend, vor allem mit den rauchigen Noten – auch wenn karibische Rum-Aromen, die wir uns natürlich bei so einer Basis gewünscht hätten, fehlen.

Ron Espero im Revolver Cocktail.
Ron Espero im Revolver Cocktail.

Die meisten von euch werden diesen Likör aber ohnehin eher für Cocktails verwenden, nachvollziehbar. Hier können wir guten Gewissens sagen: das Ding macht ordentliche White Russians und noch ordentlichere Espresso Martinis. Die tolle Milchschokolade-Note inspiriert uns erst zu einer Mokka-Version des Russen, die geht aber aufgrund der enormen Likörlastigkeit des Versuchs in die Hose. Eine Variante, in der wir lediglich die Sahne adaptieren dagegen gelingt hervorragend. Noch besser gefällt uns der Ron Espero Coffee Liqueur allerdings in einem gerührten Drink, in dem er sein Aromenpotenzial besonders stark ausspielen kann:

Revolver

  • 5 cl Bourbon Whiskey
  • 2,5 cl Kaffeelikör (bei süßeren Likören lieber 1 cl weniger)
  • 2 Spritzer Orange Bitters

Alle Zutaten zusammen auf Eis rühren und in eine geeiste Coupette abseihen: Mit einer Orangenzeste garnieren. Trinken.

Wiener Melange

  • 3 cl Wodka
  • 3 cl Kaffeelikör
  • 3 cl Haselnuss-Sahne

Für die Haselnussahne Sahne und Haselnusschnaps im Verhältnis 12:1 mischen und leicht anschlagen oder im Shaker mit Eiswürfeln schütteln. Wodka und Kaffeelikör auf Eis in einen Tumbler gießen und kurz rühren. Sahne darübergeben. Mit österreichischer Mannerwaffel garnieren. Trinken.

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Fazit: Ein kräftiger, vergleichsweise hochprozentiger Kaffeelikör, der vor allem in gerührten Shortdrinks und überall dort punkten kann, wo die Kaffeeschokoladen-Anklänge glänzen können.

Daten:  40 Prozent, Dominikanische Republik, 0,7 Liter, um 25 Euro

Der Deutsche Vertrieb von Ron Espero, die Haromex Development GmbH, hat uns die Flaschen für redaktionelle Zwecke zur Verfügung gestellt, danach aber weder auf Art noch Umfang eventueller Artikel, noch das Tasting Einfluss zu nehmen versucht. Wir sagen Danke für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.

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Johann

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