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Von Have Türkisch Mocca Kaffeelikör und der Mocca Martini

Der von Have Türkisch Mocca im White Russian.
Der von Have Türkisch Mocca im White Russian.

Wenn ihr Cocktailbart.de eifrig verfolgt, ist euch Heinrich von Have sicher ein Begriff – zuletzt haben wir den Amber Falernum und den White Coffee Liqueur aus der Hamburger Spirituosen-Manufaktur vermixt. Letzterer ist ein spannender Hybrid aus Anis- und Kaffee-Likör und erlaubt zum Beispiel spannende, transparente White Russian-Twists. Falls ihr es allerdings eher klassisch mögt, hat von Have auch eine eher „normale“ Variante im Angebot: den tiefschwarzen Türkisch Mocca.

Die Flasche für dieses Tasting wurden uns von Heinrich von Have zur Verfügung gestellt, Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Für einen richtig guten White Russian ist der Kaffeelikör die wichtigste Zutat – Sahne gibt’s in jedem Supermarkt, Wodka schmeckt nach nix. Trotzdem greifen die meisten Leute zur immer gleichen Marke – die hat sich bewährt, die steht überall. Wir wünschen uns für einen derart beliebten (und großartigen) Cocktail aber ein kleines bisschen Abwechslung – also schauen wir uns diesen Türkisch Mocca mal etwas genauer an.

Die Geschichte hinter Von Have Türkisch Mocca

Heinrich von Have ist die älteste Spirituosen-Manufaktur und Weinkellerei Hamburgs, wurde 1842 gegründet und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Die Geschichte des Unternehmens ist durchaus erzählenswert, aber weil wir keine Lust haben, alles zweimal zu tippen, empfehlen wir die Lektüre zu Mr. Sam Bucca’s White Coffee. Während für den Anis-Likör und Kaffeebohnen-Mazerat vereint werden, wird für den Türkisch Mocca kräftig aufgekocht:

Der von Have Türkisch Mocca im Brave Bull mit Tequila und Dr. Sours Xoco Tea Bitters.
Der von Have Türkisch Mocca im Brave Bull mit Tequila und Dr. Sours Xoco Tea Bitters.

Sechs Kilo Kaffeebohnen landen in 100 Litern dieses Likörs, der außerdem mit eingekochtem (und damit leicht karamellisiertem) Zucker, Vanille und Jamaica-Rum abgeschmeckt wird. Eine spannende Mischung, die es zwar auch bei anderen Kaffeelikören zu finden gibt, aber eben nicht mit einer derart ausdrucksstarken Rum-Sorte und eher selten in Handarbeit. Die Frage ist jetzt nur: lässt sich die Individualität und all das Handwerk auch rausschmecken?

So schmeckt der Türkisch Mocca

Schwarz und cremig – dieser Kaffee-Likör ist optisch genau so, wie er sein muss. In der Nase: Filterkaffee, Milchschokolade, Karamell. Keinerlei alkoholische Spitzen – in einem Blind-Nosing hätten wir auf Kaffee-Schokolade getippt. Angenehme, leichte Röstaromen treffen auf etwas gebräunte Butter. Das ist jetzt nicht superbreit – aber angenehmen und rund und intensiv. Wie ein The Big Lebowski-Abend mit guten Kumpels.

Nase: Filterkaffee, Milchschokolade, Karamell, Gebräunte Butter

Mund: Dunkle Schokolade, Schwarzer Kaffee, Vanille, Rum, Karamell

Auf der Zunge kommt er für einen Kaffee-Likör praktisch trocken an. Dunkle Schokolade und kräftiger, schwarzer Kaffee sind wieder die ersten Geschmacksnoten, die uns entgegenkommen, diesmal eindeutig begleitet von Vanille. Im Abgang schmecken wir auch ein wenig den Rum, zusammen mit einem hellen Karamell. Auch der Geschmack erscheint insgesamt wenig tief, dafür erneut unglaublich angenehm.

Der Kaffee-Likör pur und in Cocktails

Falls man auf puren Likör auf Kaffee-Basis steht ist dieser hier eine hervorragende Wahl – nicht zu süß, nicht bitter, schön cremig und angenehm schokoladig, mit einem leicht Röst-Duft. Allerdings auch fast ein wenig eindimensional, der Türkisch Mocca ist keine Spirituose zum Denken. Dafür lässt er sich in Cocktails ganz hervorragend verarbeiten – und damit meinen wir jetzt nicht nur den White Russian, der damit vorzüglich gelingt.

Der von Have Türkisch Mocca mit Ginger Ale. Glaubt uns einfach: das ist eine irre gute Nummer.
Der von Have Türkisch Mocca mit Ginger Ale. Glaubt uns einfach: das ist eine irre gute Nummer.

So überrascht uns zum Beispiel ganz massiv, wie hervorragend dieser Likör mit Ginger Ale funktioniert. Ohne Flax: 6 cl davon einmal mit der Ingwerlimo aufgießen, Zitronenzeste drüber ausdrücken – fertig. Espresso Martini: Nobrainer. Ein Brave Bull (Hälfte Tequila, Hälfte Likör) dagegen ist okay, funktioniert aber mit einem selbstgemachten Spirituosen-Cold-Drip mit Tequila vermutlich etwas besser. Ein Test mit Port (3 cl Mocca / 3 cl Port, auf Eis rühren) ist in sich zwar noch nicht ganz ausgefeilt, bringt uns aber auf eine ziemlich spannende Idee:

Mocca Martinez

  • 4 cl Dry Sherry
  • 3 cl Mocca von Have
  • 3 cl Old Tom Gin
  • 4 Tropfen Dr. Sours Xoco Tea

Alle Zutaten zusammen auf Eis rühren. In eine gefrostete Coupette abseihen. Trinken, keine Garnitur.

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Fazit: Toller, runder Kaffeelikör, der spannenderweise herausragend gut mit aufgespriteten Weinen funktioniert, aber auch einen astreinen White Russian macht.

Daten: 20 Prozent, Deutschland, 0,5 Liter, um 16 Euro

Heinrich von Have, hat uns eine Flasche ihres Türkisch Mocca für redaktionelle Zwecke zur Verfügung gestellt, danach aber weder auf Art noch Umfang eventueller Artikel, noch das Tasting Einfluss zu nehmen versucht. Wir sagen Danke für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.

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JohannTrasch

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