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Palms Arrak und der Jolene Rogers Cocktail

Palms Arrak im Dark and Stormy Cocktail.

Arrak, das ist zum einen die traditionelle Spirituose für einen hausgemachten Punsch. Ja, auch hier in Deutschland, wo die Bowle zur Feierlichkeit nur inzwischen ebenso sehr aus der Mode gekommen ist wie der dazugehörige Schnaps. Arrak ist aber auch der Ursprung großer Verwirrung – denn während er in den meisten Shops und Büchern in die Kategorie „Rum“ eingeordnet wird, wird nur ein gewisser Teil der Arrak-Produktion auch tatsächlich aus Zuckerrohr hergestellt.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns von der Conalco Spirituosen UG zur Verfügung gestellt. Bedingungen gab es nicht, ausgenommen der transparenten Nennung des Unternehmens im Fall einer Veröffentlichung. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Daneben finden sich auch Arraks (oder Arracks, selbst die Schreibweise sorgt für Verwirrung) die wie zum Beispiel Sake aus Reismaische hergestellt werden oder öfter noch aus Palmsaft. Mit dem Palms Arrak, um den es hier und und heute geht, haben wir genau einen solchen im Glas. Aber was unterscheidet ihn jetzt außer seinem Rohstoff von den eher rum-artigen anderen Arraks? Wir forschen nach – und probieren natürlich.

Die Story hinter Palms Arrak

Arrak gilt als älteste Spirituose überhaupt, was natürlich cool klingt und deswegen bei praktisch jedem Marketing-Vertreter ins Kommunikations-Rührglas wandert, unabhängig von Rohstoff und Ursprungsort. Bei Palms Arrak ist die Story aber gar nicht mal unwahrscheinlich. Glaubt man den einschlägigen Quellen, wurde der Ur-Schnaps bis zu 3.000 Jahre v. Chr. in der Indus-Zivilisation gebrannt und zwar tatsächlich aus dem Saft der Arecapalme. Das Wort Arrak entstammt demnach dem Sanskrit (sagt euch was wegen Indiana Jones).

Palms Arrak im Old Fashioned mit Nuss-Bitters und Palmzucker.
Palms Arrak im Old Fashioned mit Nuss-Bitters und Palmzucker.

Der Palms Arrak hat einen Urvater mit dem wenig exotischem Namen Stephan Rabich. Der Deutsche entdeckt Anfang der 2010er-Jahre die alte Idee und realisierte die erste Runde mit dem Saft von knapp 300 Kokospalmen auf Sri Lanka. 10 Jahre später ist er mit der Nummer international erfolgreich. Aber wie kriegt man eigentlich den Saft aus so einer Palme? Dafür steigen sogenannte Tapper frühmorgens auf die Palmen, ritzen junge Blüten an und die laufen dann innerhalb eines Tages mit Saft voll, der in einen daruntergeschnallten Topf tropft. Der Saft wird fermentiert, doppelt destilliert und anschließend 3 Jahre in Fässern aus Halmilla gereift – einer Baumart, die auf Sri Lanka und in Teilen Asiens zu finden ist. Und so schmeckt das dann:

So schmeckt der Palms Arrak

Der bernsteinfarbene Palms schwenkt sich angemessen viskos und zieht ansehnlich dicke Tropfen an der Glaswand. Der Duft erinnert an eine Mischung aus Kräuterlikör und Rum: Noten von Zuckerrohr und Getreide treffen auf Blockmalz und Eukalyptus, dazu kommen Anklänge von Vanille und Holz. Lässt man ihn eine Weile stehen, gesellt sich noch ein wenig Zimt zum Aromen-Potpourri.

Nase: Zuckerrohr, Getreide, Blockmalz, Eukalyptus, Vanille, Holz, Zimt

Zunge: Honig, Blockmalz, Holz, Vanille, Zitrus, Eukalyptus, Estragon, Muskatnuss

Auf der Zunge schlägt er mit ganz ähnlichen Eindrücken auf: Eine gewisse Honigsüße und Blockmalz sind als erstes zu schmecken, danach kommen Holz, Vanille und Zitrus-Noten. Eukalyptus und ein wenig Estragon sind spannenderweise präsent, im Abgang zeigt sich dann ein wenig Muskatnuss.

Palms Arrak im Kennedy Manhattan.
Palms Arrak im Kennedy Manhattan.

Palms Arrak pur und in Cocktails

Der Palms Arrak ist pur ein spannendes Phänomen, das nicht jedem gefallen wird, aber das vor allem Fans italienischer Kräuterliköre begeistern dürfte. Fast wirkt er in einigen Momenten wie ein sehr spezieller Amaro Spiced Rum. Wir mixen damit zuallererst einen Dark & Stormy, weil wir vermuten, dass sich die Ingwerschärfe im Drink gut machen wird – war korrekt. Freilich – nicht ganz so süffig wie ein „normaler“ Dark & Stormy, aber durch die Komplexität auf jeden Fall einer zum nochmal-wollen.

Auch spannend: Ein Kennedy Manhattan, gemixt mit etwas weißem Wermut, Dr. Adam Elmegirab Bokers Bitters  und einem Schuss Ahornsirup. Der Ahornsirup geht fast ein wenig unter in der würzigen Süße des Palms, das tut dem Drink aber keinen Abbruch. Der Augenöffner: ein Old Fashioned mit einem Barlöffel Palmhonig (braun, schwer, malzig, zähflüssig) und den The Bitter Truth Drops and Dashes Nuts Bitters – ein wirklich schöner Old Fashioned. Und die Basis für einen etwas weniger massentauglichen, dafür umso Cocktailbart-Autor-tauglicheren Tiki-Drink:

Jolene Rogers

  • 4,5 cl Palms Arrak
  • 1,5 cl Cinecane Gold
  • 1,5 cl Palmhonig
  • 3 Spritzer The Bitter Truth Drops and Dashes Nuts
  • 1,5 cl Kaffeelikör
  • 3 cl Zitronensaft

Alle Zutaten zusammen auf Eis shaken und in einen totenköpfförmigen Tiki Mug mit frischem Eis abseihen. Mit einer getrockneten Drachenfruchtscheibe garnieren, die wie ein Fascinator befestigt wird. Trinken.

Palms Arrak im Jolene Rogers Cocktail.
Palms Arrak im Jolene Rogers Cocktail.

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Fazit: Ein einzigartiges Destillat irgendwo zwischen Kräuterlikör und Rum. Die eher spezielle Kombi braucht Drinks, die diese Doppelbödigkeit zu nutzen und Trinker, die sie zu schätzen wissen. Hat man beides, kann man sich in den Palms durchaus verlieben. Mit einem Palmhonig-Old Fashioned sogar noch ein Stück schneller.

Daten: 40 Prozent, um 27 Euro für 0,7 Liter, Deutschland

Conalco hat uns eine Flasche des Produkts zur Verfügung gestellt, aber weder auf eventuelle Artikel noch auf das Tasting Einfluss genommen. Wir danken für die ausnehmend freundliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit. 

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

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