Der Sommerdrink, den ich dieses Jahr ständig mixe, hat keinen Tropfen Alkohol
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Cold Brew Tea klingt nach einem Trend, der nächsten Sommer wieder verschwunden ist. Kalter Tee, etwas Obst, fertig. Genau hier fallen aber die meisten alkoholfreien Sommerdrinks auseinander – beim Tee selbst.
Ich stehe seit Jahren hinter der Bar, und in den letzten beiden Sommern hat sich etwas verschoben. Immer mehr Gäste bestellen am Abend bewusst ohne Alkohol und wollen trotzdem etwas im Glas, das wie ein Drink wirkt und nicht wie eine Saftschorle. Cold Brew Tea ist dafür die beste Basis, die ich kenne. Hier geht es um die kalt aufgegossene Variante – nicht um abgekühlten Schwarztee aus der Kanne. Das sind zwei verschiedene Dinge, und der Unterschied entscheidet über alles.
Was Cold Brew Tea überhaupt ist
Cold Brew heißt: Der Tee zieht kalt. Du gibst losen Tee oder Teebeutel in kaltes Wasser und lässt das Ganze sechs bis zwölf Stunden im Kühlschrank ziehen. Heißes Wasser löst in Minuten Gerb- und Bitterstoffe aus den Blättern, kaltes Wasser tut das kaum. Übrig bleibt ein klarer, runder, wenig herber Aufguss. Genau diese weiche Basis brauchst du, wenn du daraus einen Drink baust – sonst kämpfst du später mit Bitterkeit gegen jede andere Zutat an.
Der erste typische Fehler: heiß aufgießen und abkühlen
Der schnelle Weg ist verlockend: Tee heiß aufgießen, Eiswürfel rein, kalt stellen. Das schmeckt fast immer herb, und sobald das Eis schmilzt, wird der Drink wässrig. Wer einmal kalt gezogenen neben heiß aufgegossenen Tee probiert hat, schenkt den heißen Weg nicht mehr nach. Cold Brew braucht Vorlauf – eine Nacht im Kühlschrank – und genau diese Nacht ist der ganze Aufwand.
Der zweite typische Fehler: die falsche Teesorte
Nicht jeder Tee funktioniert kalt gleich gut. Drei Richtungen haben sich bei mir bewährt:
- Grüner Tee (Sencha, Genmaicha): grasig, leicht, verträgt Zitrus und Gurke gut.
- Schwarzer Tee (Assam, Ceylon): kräftiger Körper, Basis für alles mit Pfirsich, Beeren oder Zitrone.
- Früchte- und Kräutertee (Hibiskus, Pfefferminze, Hagebutte): von Natur aus aromatisch und farbintensiv, ideal, wenn der Drink ohne viel Zutun nach etwas aussehen soll.
Stark aromatisierte Tees fallen kalt oft auf: Was heiß angenehm wirkt, schmeckt kalt schnell parfümiert. Im Zweifel die schlichte, gute Sorte nehmen.
Drei Details, die den Drink ausmachen
Klares Eis statt trüber Würfel: Große, langsam schmelzende Würfel verwässern den Drink weniger und sehen im Glas besser aus. Kleine Würfel aus dem Schnellfach schmelzen, bevor du den ersten Schluck nimmst.
Säure zuerst, Süße danach: Ein Spritzer Zitrone oder Limette bringt den Tee zum Leben. Süße kommt erst danach und sparsam – am besten als Zuckersirup, der sich kalt löst, nicht als Kristallzucker, der im kalten Glas liegen bleibt.
Frische Garnitur, kurz vor dem Servieren: Minze, Gurke, eine Zitronenscheibe oder ein paar Beeren gehören erst ins Glas, wenn der Drink steht. Mitgezogene Kräuter werden dunkel und schmecken müde.
Drei Kombinationen für heiße Tage
- Pfirsich-Schwarztee: kalt gezogener Assam, frischer Pfirsich, ein Spritzer Zitrone, mit Soda aufgefüllt.
- Gurke-Minze-Grüntee: Sencha kalt gezogen, Gurkenscheiben, Minze, ein Hauch Limette.
- Hibiskus-Beere: Hibiskustee kalt gezogen (tiefrot von allein), ein paar Himbeeren, etwas Holunderblütensirup.
Wer mag, füllt mit Soda oder Tonic auf – das bringt Spritzigkeit, ganz ohne Alkohol.
Wann der Drink passt
Cold Brew Tea Drinks sind die naheliegende Wahl, wenn am Tisch jemand fährt, eine Pause vom Alkohol macht oder einfach abkühlen will, ohne auf einen ordentlichen Drink zu verzichten. Sie passen zu allem, was im Sommer auf den Tisch kommt, vom Grillteller bis zur kalten Vorspeise. Und sie lassen sich in der Karaffe vorbereiten, sodass du als Gastgeber nicht den ganzen Abend am Glas stehst.
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