Während der WM kommt bei uns deutscher Whisky ins Glas
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Wenn die WM läuft, sieht man auf den meisten Grillpartys dieselbe Auswahl im Glas: Bier, vielleicht ein Aperol Spritz, irgendwann Schnaps. Dabei liegt eine Spielklasse fast immer ungenutzt herum – deutscher Whisky.
Ich habe lange hinter der Bar gestanden, und kaum etwas überrascht Gäste so zuverlässig wie ein Whisky-Cocktail mit einem Brand aus Deutschland. Die meisten wissen gar nicht, dass es hier inzwischen ernstzunehmende Destillerien gibt. Für die Grillparty während der WM ist das die perfekte Gelegenheit, etwas anderes ins Glas zu bringen, das trotzdem jeder mag. Hier sind die Drinks, die bei mir am besten funktionieren – und worauf du achten solltest.
Warum deutscher Whisky?
Whisky muss nicht aus Schottland oder den USA kommen. Im Harz brennt zum Beispiel die Hercynian Distilling ihren Whisky, in Bayern am Schliersee sitzt Slyrs. Beide stehen für einen Stil, der gut in Cocktails passt: eher mild, fruchtig und malzig, ohne den schweren Torfrauch, der manche schottische Sorten zum Mixen schwierig macht. Für eine Grillparty, auf der nicht jeder Whisky-Fan ist, ist genau das ein Vorteil.
Der erste typische Fehler: den guten Whisky pur verplanen
Ein häufiges Missverständnis lautet: „Guter Whisky gehört pur ins Glas, nicht in einen Cocktail.“ Für sehr alte, teure Abfüllungen stimmt das. Für den normalen Hausgebrauch nicht. Ein milder, malziger Whisky aus dem mittleren Preissegment ergibt einen besseren Cocktail als jede Billigflasche – und niemand muss dafür eine Sammlerflasche opfern. Nimm die Sorte, die dir pur schon schmeckt, aber nicht die, die du für besondere Anlässe aufhebst.
Der zweite typische Fehler: zu viel auf einmal
Whisky-Cocktails wirken kräftiger als ein Spritz. Auf einer langen Grillparty bei Sommerhitze kippt die Stimmung schnell, wenn der erste Drink zu stark ist. Bau die Drinks eher lang und auf viel Eis – lieber spritzig und süffig als kurz und hart. Das hält den Abend angenehm.
Drei Drinks für die Grillparty
Whisky Sour: der Klassiker, der immer geht. Whisky, frischer Zitronensaft, etwas Zuckersirup, kräftig schütteln, auf Eis servieren. Die Säure macht ihn auch bei Hitze trinkbar.
Whisky-Ginger: der einfachste Partydrink überhaupt. Whisky aufs Eis, mit Ginger Ale auffüllen, eine Limettenspalte dazu. Lässt sich in Sekunden für viele Gäste bauen.
Whisky-Highball: Whisky, Soda, viel Eis, eine Zitronenzeste. Schlicht, spritzig, lässt den Charakter des Brands durchkommen – ideal, um einen guten deutschen Whisky zu zeigen.
Zwei Details, die den Unterschied machen
Frischer Saft, kein Konzentrat: Beim Sour steht und fällt alles mit dem Zitronensaft. Frisch gepresst schmeckt der Drink lebendig, aus der Flasche schmeckt er flach. Das ist die zwei Minuten Mehraufwand wert.
Eis nicht sparen: Viel Eis kühlt schneller und schmilzt langsamer als wenig Eis. Ein halb gefülltes Glas verwässert paradoxerweise stärker. Also Glas randvoll mit Eis, dann eingießen.
Der Rahmen: WM, Grill, Garten
Das Schöne an Whisky-Cocktails auf der Grillparty: Sie passen geschmacklich zu allem, was vom Rost kommt, von der Bratwurst bis zum kräftig gewürzten Steak. Und sie geben dem Abend eine kleine Note über das übliche Bier hinaus, ohne kompliziert zu sein. Während die deutsche Mannschaft spielt, ein deutscher Whisky im Glas – das erzählt sich am Tisch fast von selbst.
Weitere Ideen rund um Whisky findest du in unserer Übersicht der Cocktails mit Whisky.