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Chrysanthemum: Von Wermut, Bénédictine, Absinth und Leichtigkeit

Ein Chrysanthemum mit Wermut, Benedictine und Absinth.
Rezept für den Chrysanthemum

Chrysanthemum Cocktail

  • 6 cl Trockener Wermut
  • 3 cl Bénédictine
  • 1 Spritzer Absinth

Alle Zutaten zusammen auf Eis rühren und in eine gefrostete Coupette abseihen. Mit einer Orangenzeste garnieren. Trinken.

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Als Fan klassischer Shortdrinks hat man es an manchem Abend etwas schwer – oder besser: hätte man es eigentlich gerne etwas leichter. Denn so wunderbar so ein Martini, Manhattan oder Old Fashioned auch sind: Die Dinger sind purer Schnaps und nach zwei bis drei davon ist so mancher von uns durchaus schon auf der Zielgeraden für’s Bettchen. Oh wie schön wäre es da, gäbe es eine etwas leichtere Variante für diese Art des klassischen Cocktails.

Gibt es, wenn auch zugegeben nicht sehr viele. Neben dem Bamboo ist es wohl vor allem der Chrysanthemum, der in dieser sehr kleinen Nische aus Nur-Schnaps-aber-in-leicht-Cocktails schlägt mit seiner einzigartigen Mischung aus Wermut und Bénédictine, die gewaltige Kräutrigkeit verspricht, aber am Ende in eine wunderschöne, fruchtige Leichtigkeit abdriftet. Freilich: das alles aus Sicht eines Martini-Trinkers. Für jemanden, der sich sonst nur Longdrinks ins Gesicht stellt, ist auch dieser „leichte“ Shortdrink mit der Kraft eines außergewöhnlich fetten Weines nicht unbedingt die Easy-Sipping-Offenbarung vor’m Herrn.

Die Story hinter dem Chrysanthemum

Über den Chrysanthemum weiß man aus den Cocktail-Schulbüchern exakt zwei Dinge: 1916 erscheint er zum ersten Mal schriftlich, in Hugo Ensslins Buch Recipes for Mixed Drinks. 1930 erwähnt Harry Craddock in seinem Savoy Cocktail Book von 1930, dass der Drink in der Bar der S.S. Europa sehr beliebt war – einem Trans-Atlantik-Dampfer, der von der Prohibition ausgetrocknete Amerikaner ins feuchte Europa kutschierte.

Es waren – wie so oft in Sachen Cocktail-Historie – die Herren von Bar Vademecum, die gerade der Namensgebung etwas ausführlicher auf die Spur gingen. Sie führen den Namen „Chrysanthemum“ nicht auf die Blume, die Chrysantheme zurück, sondern auf ein quasi verschollenes Ragtime-Stück. Ihr Artikel über den Drink hat absoluten Mehrwert und lässt euch den Song sogar hören, entsprechend solltet ihr auf jeden Fall dort vorbeischauen. Aber mixt euch am besten vorher einen dieser wunderbaren Cocktails, er steigert das Lese- (und, um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern, auch das Schreib-)Vergnügen um etwa 82%.

Chrysanthemum Cocktail

  • 6 cl Trockener Wermut
  • 3 cl Bénédictine
  • 1 Spritzer Absinth

Alle Zutaten zusammen auf Eis rühren und in eine gefrostete Coupette abseihen. Mit einer Orangenzeste garnieren. Trinken.

Warum genau dieses Rezept und kein anderes?

Fast alle Chrysanthemum-Rezepte setzen entweder auf die von uns propagierte 2:1-Variante oder eine Hälfte/Hälfte-Version. In Letzterer ist der Bénédictine einfach unerträglich süß und das ganze Gebilde für unseren Geschmack auch schon fast zu kräutrig – außerdem landen wir so auch wieder in den eher kräftigen Sphären, Bénédictine hat immerhin 40%. Wo man freilich durchaus dran drehen kann: der Absinth – hier darf man auch guten Gewissens bis zu 3 Spritzer reinballern. Klingt nach kaum einen Unterschied, ist in Sachen Absinth aber praktisch die Welt. Wir bleiben meist bei einem Dash, weil wir den Chrysanthemum eben als „leichten“ Cocktail mit der Aromatik eines kräftigen Shortdrinks schätzen.

Die besten Zutaten für den Chrysanthemum

Der Bénédictine ist gesetzt, es gibt keine Alternativen zu diesem französischen Kräuterlikör, die geschmacklich baugleich ausfallen würden. Beim Absinth nehmen wir meist, was wir eben dahaben, da sind wir ausnahmsweise mal total unversnobbt. Wer mehr will, findet etwa bei Alandia ein tolles Angebot und großartige Beratung. Bleibt der Wermut und beim Chrysanthemum sind wir hier ganz deutlich auf der klassisch-furztrocken-kräutrigen Seite. Bei uns kommen da ausschließlich die großen französischen Klassiker Noilly Prat und Dolin Dry ins Glas. Nicht, dass andere Wermuts nicht auch gute Chrysanthemums machen könnten – aber für uns punktet der Drink eben vor allem durch die Kräuter-Noten, die mit Noilly und Dolin besonders außergewöhnlich begeistern.

Passende Wermuts und Gläser

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

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