Erinnert ihr euch noch an euren ersten Blue Curaçao? Wahrscheinlich nicht – und das ist kein Vorwurf. Wahrscheinlich war er Teil eines Cocktails, der Swimming Pool, Blue Lagoon oder „Oh mein Gott, was ist das denn?!“ hieß, serviert in einem bauchigen Glas, garniert mit halbem Obstsalat und getrunken aus einem dicken, blauen Strohhalm. Wenn das euer Einstieg in die Welt der Cocktails war: Willkommen zuhause. Uns ging’s ähnlich.
Blue Curaçao ist das Enfant terrible der Likör-Welt – ein bisschen trashig, ein bisschen tropisch, ein bisschen 90er-Eurodance in Flaschenform. Und trotzdem (oder gerade deshalb?) finden wir: Er hat sich seinen Platz in der Homebar verdient. Warum? Weil er viel mehr kann als nur „grellblau“. Er ist ein Orangenlikör – genau wie Triple Sec, Cointreau oder Curaçao blanc – nur eben in Disco-Optik. Und wenn man weiß, wie man ihn einsetzt, wird aus der Party-Relique plötzlich ein überraschend vielseitiger Aromageber mit Retro-Charme.
Was ist Blue Curaçao eigentlich – außer blau?
Ganz sachlich betrachtet ist Blue Curaçao ein Orangenlikör, meist auf Basis von Bitterorangen (meist der Sorte Laraha, die auf Curaçao wächst) – versetzt mit ordentlich Zucker, neutralem Alkohol und einer Farbe, die selbst das Navi eures 2005er Golfs neidisch machen würde. Das „Blue“ kommt ausschließlich aus der Lebensmittelfarbe – geschmacklich unterscheidet sich der Likör nicht (wesentlich) von seinen klaren oder bernsteinfarbenen Geschwistern.
Aber was für eine Wirkung! Kaum ein anderer Drink-Zusatz sorgt beim Servieren für so viele „Oooohs“ und „Was zur Hölle ist das?!“-Momente.
Warum zur Hölle also Blue Curaçao?
Weil’s Spaß macht. Weil wir nicht nur Old Fashioneds und Negronis trinken wollen. Weil uns manchmal nach einer Cocktailparty ist, die aussieht wie ein VHS-Cover von Baywatch. Und weil Blue Curaçao in Drinks wie dem Blue Lagoon, dem Swimming Pool oder dem völlig unterschätzten Blue Margarita nicht nur Farbe ins Glas, sondern auch süß-herbe Tiefe bringt.
Natürlich ist das hier kein Edelstoff für den Purgenuss. Blue Curaçao ist ein Teamplayer. Er will Schirmchen. Er will Crushed Ice. Er will Piña Colada an einem Dienstagmorgen. Und wer sind wir, ihm das zu verweigern?
Die besten Drinks mit Blue Curaçao
In dieser Kategorie findet ihr eine Auswahl der leckersten, schrägsten und überraschendsten Drinks mit Blue Curaçao. Klassiker wie der Swimming Pool oder die Blue Lagoon? Klar. Aber auch kreative Eigeninterpretationen, moderne Tiki-Twists und Rezepte, bei denen die Farbe zwar laut ist, der Geschmack aber ganz leise „Wow“ sagt.
Wir zeigen euch, wie ihr Blue Curaçao in eurer Homebar sinnvoll einsetzt – ob als Farbtupfer im Sommerdrink oder als Retro-Gag auf der nächsten Party. Mit dabei: Tipps zur Auswahl (es gibt Unterschiede!), technische Hinweise (Spoiler: Milchprodukte können tricky sein) und Varianten für alle, die’s ein bisschen erwachsener mögen.
Keine Angst vor Blau
Wir geben’s zu: Blue Curaçao hat nicht den besten Ruf. Aber wir finden, es wird Zeit, ihn von seinem klebrig-süßen Image zu befreien – oder es wenigstens mit Stil zu zelebrieren. Denn egal ob als kitschiger Farbtupfer im Poolside-Cocktail oder als nostalgischer Rückblick auf unsere ersten Party-Drinks: Blue Curaçao ist mehr als nur optischer Effekt. Er ist ein Symbol. Für Spaß. Für Exzess. Für die Cocktailkultur, die sich selbst nicht zu ernst nimmt.
Und wir – wir nehmen ihn beim Wort. Oder besser: beim Schluck.