Cocktailbart / Cocktails / Chartreuse Swizzle, das Rezept für den modernen Cocktail-Klassiker

Chartreuse Swizzle, das Rezept für den modernen Cocktail-Klassiker

Der Chartreuse Swizzle Cocktail mit Chartreuse, Falernum und Ananassaft.
Rezept für den Chartreuse Swizzle

Rezept für den Chartreuse Swizzle

  • 4,5 cl Chartreuse Verte
  • 3 cl Ananassaft
  • 2,5 cl Limettensaft
  • 1,5 cl Falernum

Alle Zutaten zusammen in ein Highballglas geben, mit Crushed Ice toppen und mit einem Swizzle-Stick swizzlen. Sagt euch nix? Dann einfach mit einem Barlöffel ausführlich rühren. Anschließend mit etwas Crushed Ice toppen und mit Minze garnieren. Im Original kommt noch geriebene Muskatnuss on top. Trinken.

Die Einkaufsliste

Die Einkaufsliste für den Chartreuse Swizzle

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Erfahrene Cocktailbart-Leser kennen das schon, wer neu hier ist, könnte leicht irritiert sein von der jetzt folgenden Aufforderung: Lest nicht diesen Artikel, wenn ihr etwas über den Chartreuse Swizzle erfahren wollt. Lest besser den von Martin Stein auf der mixology.eu. Nicht weil da das Rezept groß anders wäre oder inhaltlich mehr Tiefe geboten wäre. Das hält sich alles grob die Waage. Aber Martin ist nicht nur ein tiefer Verehrer des grünen Kräuter-Elixiers (und erklärt euch spannende Details zu dessen Historie), er ist als Kind auch in einen Topf voller Eloquenz und Wortwitz gefallen.

Den Text zu lesen macht einfach irre viel Freude und  Durst. Also macht rüber, wir sind nicht böse. Gut, wir sind ein bisschen eifersüchtig auf den Artikel und weil “Minz-Deko” die einzige Kategorie war, in der wir ihn schlagen konnten, haben wir den halbvertrockneten Halm des Mixology-Fotos mit einem Gebüsch aus Grün gekontert. Selber kindisch! Immer noch da? Ja, gut;  eure Entscheidung.

Die Story hinter dem Chartreuse Swizzle

Der Bartender Marcovaldo Dionysos entwickelt den Chartreuse Swizzle 2002 für einen Cocktail-Wettbewerb in San Francisco. Doch da endet die Story nicht: er gewinnt. Tja, die besten Geschichten schreibt das Leben. Gut, damals war das etwas aufsehenerregender. Anfang der 2000er hatte noch nicht jeder Dorfbrenner seine eigene World Tour und “Startender” war ein Begriff, den erst noch irgendwer erfinden musste. Trotzdem ist die Entstehungsgeschichte eher banal – ganz im Gegensatz zur Hauptzutat.

"Wenn wir das Ding in Minze ersäufen fällt vielleicht gar nicht auf, dass der Mixology-Artikel besser ist als unserer."
“Wenn wir das Ding in Minze ersäufen, fällt vielleicht gar nicht auf, dass der Mixology-Artikel besser ist als unserer.”

Denn anders als Rum, Gin oder Whisky gilt Chartreuse seit seiner Entstehung 1605 fast immer entweder als Medizin oder Cocktail-Modifier/-Zutat. Zu Der intensive Kräuterlikör mit seiner herbalen Wucht und den 55% ist einfach viel zu kraftvoll, um irgendwo die erste Geige zu spielen. Dionysos hält das nicht davon ab, ihn zum Star in einem Drink zu machen, der in seiner Grundidee an Rum Swizzles, also eher karibische, Tiki-artige Drinks angelehnt ist. Wer Chartreuse mag – und das ist bei sehr vielen Bartendern und Homebartendern der Fall – wird den Chartreuse Swizzle lieben. Wer schon als vorsichtig eingesetzte Zutat wenig damit anfangen kann, könnte an diesem Drink sterben. Zumindest emotional. Auf der Zunge.

Der Chartreuse Swizzle Cocktail mit Chartreuse, Falernum und Ananassaft.

Chartreuse Swizzle

Wie Tiki, nur chartreuser.
Vorbereitungszeit: 2 Minuten
Zubereitungszeit: 2 Minuten
Arbeitszeit: 4 Minuten
Cocktail-Kategorie: Swizzle
Epoche: Modern
Geschmack: Kräftig, Kräutrig

Glas & Barwerkzeuge

Zutaten

  • 4,5 cl Chartreuse Verte
  • 3 cl Ananassaft
  • 2,5 cl Limettensaft
  • 1,5 cl Falernum

Zubereitung

  • Alle Zutaten zusammen in ein Highballglas geben, mit Crushed Ice toppen.
  • Mit einem Swizzle-Stick swizzlen. Sagt euch nix? Dann einfach mit einem Barlöffel ausführlich rühren.
  • Anschließend mit etwas Crushed Ice toppen und mit Minze garnieren. Im Original kommt noch geriebene Muskatnuss on top.
  • Trinken.
Kalorien: 232kcal
Ihr habt den Cocktail nachgemixt?Zeigt uns euren Drink mit @therealcocktailbart oder #cocktailbart!

Warum dieses Rezept und kein anderes?

Das ist das Rezept und es ist gut so, wie es ist. Die Balance der Zutaten ist perfekt, die Kombi aus Frucht, Kräutern, Säure und leichten Gewürznoten vom Falernum ist einfach absurd gut. Klar könnte man je nach Vorliebe etwas mehr oder weniger Chartreuse einsetzen, aber wir tun uns schwer damit. Egal, was wir an den Mengenverhältnissen drehen, das wird nie so gut wie das Original. Und auf Teufel komm raus herumdoktern wollen wir dann auch nicht. Einzig die Muskatnuss lassen wir weg, aber eher aus persönlichem Geschmack denn aus einer objektiven Ansicht über die Geschmackskomposition. Euch bleibt da nur, den Swizzle mit und ohne zu probieren.

Die perfekten Zutaten für diesen Drink

Varianz gibt es hier nicht viel. Nein, Chartreuse könnt ihr nicht ersetzen. Natürlich könnt ihr euch einen Swizzle mit einem anderen charismatischen Kräuterlikör mixen. Aber ähnlich wie man einen Fernet Branca nicht durch irgendeinen anderen Amaro ersetzen kann, kann man Chartreuse Verte nicht durch irgendwas Grünes mit Kräutern ersetzen – vor allem nicht in einem Drink, dem er derart seinen Stempel aufdrückt. Abstriche bei frischen Säften sind hier eh nicht drin. Gut, wenn ihr keinen Entsafter habt, ist ein Chartreuse Swizzle mit Fertig-Ananasssaft immer noch sehr, sehr gut. Aber halt nicht ganz so gut wie mit frischem Saft.

Bleibt der Falernum – und weil der sonst eher intensive Rum-Likör bei der irren Menge an Chartreuse im Wesentlichen einen Anflug von weihnachtlichem Zimt mit reinbringt, gilt auch hier in erster Linie: nehmt den, den ihr da habt. Allerdings ist der Falernum nun eben mal der einzige Hebel für Experimente. Von unseren Lieblings-Falernums sorgt der Revolte für einen Schärfe-Kick mit einem Hauch Ingwer, der Old Judge Special Reserve mit Ananas-Extrakt sorgt für einen Ticken mehr Frucht und der Heinrich von Have Falernum bringt eine spannende Wärme mit rein. Welchen der drei wir am besten finden? Tagesformabhängig. Brillant sind alle drei.

Die Einkaufsliste für den Chartreuse Swizzle

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Avatar

Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, Familienvater & Texter bei Tag. Lieblings-Drink Martini, Lieblings-Spirituose trotzdem Rum. Wohnt in Franken, kommt aus der Oberpfalz (ist beides in Bayern, tschuldigung). Typischer Satz: "Meinste das wär geiler, wenn man Olivenlake reintut?"

4 Kommentare

Klicke hier um einen Kommentar hinzuzufügen

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu.

  • Hi Johann,
    Heute nachgemixt.
    Sehr lecker, danke
    Hatte keine Minze da, ein Schuss Pfefferminzsirup hat ausgeholfen.
    Gruß
    Jörg

    • Freut mich, danke für das Feedback – wie war der Sirup-Schuss so im Drink? Die Minze macht olfaktorisch schon Spaß, aber aus dem Bauch raus hätte ich bei Minze-Mangel wahrscheinlich einfach mit einer Limette garniert. Deswegen interessiert mich sehr, ob man mit deiner Idee noch was feintunen kann im Ernstfall 🙂

      • Wir waren begeistert, hat sehr abgerundet geschmeckt. Der Link ist schon versendet, ich habe schon die ersten Anfragen nach Verkostungen bekommen.
        Ein Foto hätte ich auch, bin aber bei Instagram, Facebook, sonstigen Plattformen nicht vertreten.
        Soll ich es dir per E-Mail schicken?.
        Gruß
        Jörg.