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Der Grasshopper – das After Eight der Cocktail-Welt

Ein Grasshopper Cocktail mit Origami-Grashüpfer.
Rezepte für den Grasshopper

Das Rezept für den klassischen Grasshopper

  • 3 cl Crème de Menthe
  • 3 cl Crème de Cacao
  • 3 cl Sahne

Alle Zutaten zusammen auf Eis shaken und in eine gefrostete Coupette abseihen. Trinken.

Das Rezept für den Flying Grasshopper

  • 4 cl Wodka
  • 2 cl Crème de Menthe
  • 3 cl Crème de Cacao

Alle Zutaten zusammen auf Eis shaken und in eine gefrostete Coupette abseihen. Trinken.

Die Einkaufsliste

Die Einkaufsliste für den Grasshopper

(Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Benutzt ihr diese für euren Einkauf, erhalten wir dafür eine kleine Provision.)

Der Grasshopper sollte kein klassischer Cocktail sein. Der ist grün, der schmeckt wie After Eight und Sahne ist auch noch drin. Diese mintfarbene Groteske muss sich doch irgendwer irgendwo irgendwann in irgendeiner Dorfdisco in den tiefsten 80ern ausgedacht haben. Sollte man zumindest meinen. Und ja: Kaum einer von uns kam in einer Phase gehobener Trinkkultur zum ersten Mal mit dem Ding in Berührung. In der Disse oder auf irgendeiner Beachparty hat uns das Teil irgendwer einfach in die Hand gedrückt. Was danach passiert ist? Keine Ahnung. Oh, diese Beachparty-Grasshopper – immer auf Crushed Ice, immer blanker Zucker, immer Kopfschmerz.

Aber in der Tat ist der Grasshopper ein Cocktail-Kind der goldenen 20er – entstanden wohl als Teil eines New Yorker Cocktail-Wettbewerbs, bei dem sein – wahrscheinlicher – Erfinder Philibert Guichet damit den zweiten Platz belegte. Da die amerikanische Prohibition da schon in vollem Gange war, erscheint das etwas unwahrscheinlich, verschiedene Quellen sehen die Entstehung des Drinks daher im Jahr 1919. Ursprünglich handelt es sich dabei wohl auch um einen geschichteten Cocktail, auch Pousse Cafè genannt. Cocktail-historisch spannend – richtig interessant wird die Lebensgeschichte des Grasshoppers aber erst viel später.

Grasshoppers von 1950 bis heute

Nach der Prohibition war es um den kurzfristig erfolgreichen Sahne-Drink sehr lange sehr still. In den 50ern packt ein Likör-Hersteller das Rezept zwar als Signature Drink wieder aus, aber richtige Erfolge feiert der Grasshopper nur an St. Patrick’s Day (weil grün) und genau in der Zeit, für die er praktisch maßgeschneidert wurde: die pappsüßen und grellen 70er und 80er. Ja, auch in den 90ern gab es das grüne Teil noch überall, aber wenn wir die Erzählungen richtig deuten, war der Grashüpfer das, was heute der Espresso Martini ist. Der geile Underground-Scheiß, der feuchtfröhlich an der Grenze zum Mainstream entlangtorkelt, ohne je drüberzufallen.

Jetzt aber der Clou, wir machen hier ja keine Artikel, wenn wir einen Drink nur miesmachen wollen: Man kann das Ding auch richtig gut mixen. Stilvoll, fast schon elegant. Gut, es bleibt ein sehr süßer Sahne-Drink, aber mit den richtigen Zutaten und den richtigen Mischverhältnissen, einer der mehr sein kann als ein Guilty Pleasure und das in diversen Varianten. Unsere zwei Lieblings-Rezepte seht ihr hier:

Das Rezept für den klassischen Grasshopper

  • 3 cl Crème de Menthe
  • 3 cl Crème de Cacao
  • 3 cl Sahne

Alle Zutaten zusammen auf Eis shaken und in eine gefrostete Coupette abseihen. Trinken.

Das Rezept für den Flying Grasshopper

  • 4 cl Wodka
  • 2 cl Crème de Menthe
  • 3 cl Crème de Cacao

Alle Zutaten zusammen auf Eis shaken und in eine gefrostete Coupette oder ein Martiniglas abseihen. Trinken.

Sag Hallo zum White Flying Grasshopper mit Crème de Cacao, Wodka und Menthe Pastille.
Sag Hallo zum White Flying Grasshopper mit Crème de Cacao, Wodka und Menthe Pastille.

Warum genau diese Rezepte?

Freilich: Für die exakten Verhältnisse beider Drinks gibt es Dutzende Varianten im Netz und in diversen Cocktailbüchern. Was den klassischen Grasshopper angeht, ist es einfach so, dass wir Rezepte mit gleichen Anteilen einfach irre schön finden. Gleiche Mengen fühlen sich einfach gut an. Und mit den von uns propagierten Zutaten (siehe unten) funktioniert das auch in praktisch allen Fällen ganz ordentlich.

Der Flying Grasshopper ist ein Twist, der wohl Ende der 70er aufkam. Es gibt zwei Varianten, einmal die mit Sahne und einmal ebensolche, die sie weglassen. Wir setzen beim Flying Grasshopper fast ausschließlich auf weiße Crème de Menthe oder Menthe Pastille und erhalten so einen Drink, der in der Aromatik deutlich weniger Kopfschmerz erahnen lässt und durch ein etwas leichteres Mundgefühl etwas leichter im Magen liegt. Aber Achtung: das Teil knallt freilich auch mehr – es ist einfach ein wenig Vorsicht angebracht, wenn 9 cl Alkohol mit leichtfüßiger After Eight-Dynamik den Gaumen hinunterfließen.

Trotz nur alkoholischer Zutaten empfehlen wir übrigens nicht, den Drink zu rühren. Er braucht die Frische, das Schmelzwasser und die immerhin noch etwas cremigere Textur, die der Shaker im Gegensatz zum Rührglas verspricht. Auch wenn die Rühr-Variante nochmal einen Hauch mehr Stil versprüht, zugegeben.

Die beste Crème de Menthe

Wenn DeKuyper oder Giffard auf der Flasche stehen, macht ihr im Normalfall wenig falsch. Gerade die grüne Crème de Menthe von DeKuyper ist absolut in Ordnung, frisch-minzig, ohne allzu künstlich zu wirken. Wenn ihr einen klassisch-grünen Grasshopper möchtet, seid ihr damit absolut auf dem richtigen Weg. Freilich: Wenn Wodka und Crème de Cacao von ordentlicher Qualität sind, dann könnt ihr euch da auch den Pfeffi oder die Berliner Luft reinkippen. Schmeckt schon.

Wer geschmacklich das Maximum aus dem Minz-Likör ziehen will, greift zur Crème de Menthe von Tempus Fugit oder – günstiger aber qualitativ auf einer Linie – dem Menthe Pastille von Giffard. Letzterer ist jedoch irre intensiv, im Zweifel solltet ihr seinen Anteil im Drink etwas runterfahren, wenn’s euch zu heftig wird. Aber wir mögen gerade diese irre kräftige und echte Frische. Freilich: beide Produkte sind weiß, sprich transparent, einen grünen Grasshopper kriegt ihr damit nicht hin. Der White Grasshopper, der aus dem Drink dann wird, ist aber ein absolut geläufiger Twist.

Die beste Crème de Cacao

Wichtiger erster Schritt: Realisiert, dass ihr eine weiße Crème de Cacao braucht. Keine braune Crème de Cacao, kein Schokolikör von Oma, nix. Bei einem White Grasshopper sieht euer Drink damit aus wie ein Glas Schokopampe, das ist optisch zwar okay, aber nicht besonders grasshopperesk. Aber grüne Crème de Menthe und braune Crème de Cacao? Nope. Nopenopenope. Wollt ihr nicht. Jetzt wo das geklärt ist: Die Crèmes von Tempus Fugit und der Dutch Cacao sind beide richtig guter Stoff, der aus der üblichen, leider oft künstlichen Pampe heraussticht.

Geht auch Milch? Oder fettreduzierte Sahne?

Ne, sorry.

Die Einkaufsliste für den Grasshopper

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

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