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Smoky Goat Blended Scotch Whisky und der Salted Butterscotch Whisky Sour

Smoky Goat im Salted Butterscotch Sour.

Tradition ist eine schwierige Sache: Wenn eine Sache über Jahrzehnte und Jahrhunderte erfolgreich ist, muss ja irgendwas dran sein. Andererseits ist „Wir haben das schon immer so gemacht.“ einer der schlimmsten Sätze, die ein Mensch sagen kann. Arbeitet niemals mit Menschen, die solche Sätze sagen. Aber die Kombination aus beidem, das Zusammenführen von Know-How und Erfahrung mit rebellischem Geist und ein bisschen totalem Irrsinn , die funktioniert in sehr vielen Fällen erstaunlich gut. Genau das ist der Ansatz der Whiskey Union: klassischer Whisky, neu interpretiert – wie bei einem ihrer ersten Produkte, dem Smoky Goat.

Der Blend aus Grain Whisky, Highland Scotch und Islay Whisky lebt aber nicht nur von Handwerkskunst, gutem Preis und einer im ersten Moment ziemlich absonderlichen Ziege auf dem Etikett, sondern auch von einem so schlichten wie spannenden Marketing-Ansatz: „Lass die Jungs mal machen.“ Aber von vorne.

Die Story hinter Smoky Goat

Die Hintergrundgeschichte der Whiskey Union ist ein wenig undurchsichtig und hat ein bisschen was von Boygroup: Diageo, einer der weltgrößten Spirituosenkonzerne versammelt ein paar experimentierfreudige Brenner und Master Blender aus dem eigenen, breiten Markenportfolio, packt ein paar Whiskey-verrückte Bartender dazu und lässt die dann einfach mal – in vergleichsweise kleinem Rahmen, bisher sind die Whiskey Union-Produkte wohl nur in Deutschland und Österreich erhältlich – Ideen verwirklichen. Heraus kommen bisher der Boxing Hares (Scotch mit Hopfenextrakt), der Huxley (Scotch mit Canadian und American Whiskey) und eben der Smokey Goat: Islay + Highlands + Grain Whisky, eine eher süßliche Whisky-Variante im Vergleich zum Single Malt.

Der Smoky Goat Blended Scotch Whisky in einem Continental Sour.
Der Smoky Goat Blended Scotch Whisky in einem Continental Sour.

Viel Story schaltet man hier nicht dahinter: Coole Ziege auf’s Etikett, bisschen Schottland-Romantik auf’s Backlabel, fertig. Um die eigentlich Coolness der Marke zu verstehen, muss man die Marke auf einer Messe oder bei einer Gastschicht besuchen. Das eingespielte Team der Whiskey Union serviert nicht nur extrem geile Drinks wie den Salted Caramel Sour, sondern ist auch generell im größten Trubel ein irre fröhlicher aber immer professioneller Haufen. Weil euch diese Info aber wenig bei der Frage hilft, ob ihr euch den Smoky Goat in den heimischen Ziegenstall, pardon: die Hausbar holen sollt, schmecken wir an dieser Stelle rein.

So schmeckt der Smoky Goat

Seine Farbe erinnert ein wenig an Honig, er schwenkt sich sehr leichtfüßig, zieht aber einen vergleichsweise ansehnlichen Vorhang an Beinchen nach dem Schwenken. Der Duft ist klar rauchig, erinnert an ein Lagerfeuer, Holz spielt eine große Rolle – dabei ist er keine Wuchtbrumme der Marke „Wenn du die Flasche offen stehen lässt, riecht das Zimmer in vier Minuten nach verbrannten Autoreifen. Zum Rauch gesellt sich dann doch ein wenig Speck, wie man in olfaktorisch von Islay Whiskys kennt. Lässt man ihn eine Weile stehen, machen sich aber auch fruchtige Töne bemerkbar, darunter Trauben und Zitrusnoten.

Nase: Rauch, Holz, Speck, Zitrusnoten, Trauben

Mund: Rauch, Holz, Lagerfeuer, Algen, Karamell, Birne

Auch auf der Zunge sind der Rauch und sehr, sehr trockenes Holz die Noten, die den Ton angeben, aber nicht auf die brachiale Art. „Lagerfeuer“ ist wieder das Wort, das fällt. Dazu kommen sanfte Noten von Algen und süßem Karamell, die von Bitternoten begleitet werden. Im Abgang noch ein wenig Birne. Auf dem Weg in den Rachen macht sich durchaus Schärfe bemerkbar, die auch ein wenig mit nachhallt. Im Nachgeschmack bleibt vor allem das Lagerfeuer.

Die rauchige Ziege pur und in Cocktails

Wer einen rauchigen Whisky pur genießen möchte, könnte sich mit dem Smoky Goat etwas schwertun – zum einen fehlt es ihm ein wenig an der eindringlichen Kantigkeit, die die meisten Islay Whiskys mitbringen, zum anderen sind die leichte Schärfe im Abgang und die Bitternoten zumindest nicht unser Fall. Aber der Smoky Goat wurde mit dem Fokus auf Whisky-Drinks erschaffen – und die rockt er.  Beide Negativ-Punkte fallen in unseren getesteten Cocktails nicht mehr ins Gewicht.

Klassische Whiskey Sours funktionieren mit ihm irre gut, aber auch einen Continental Sour getoppt mit Portwein rockt die Ziege. Weil ein Rob Roy – ein Manhattan mit Scotch Whisky – ebenfalls zu unserer Zufriedenheit ausfällt drehen wir mal komplett durch und verrühren den Smoky Goat im Verhältnis 2:1 mit kräutrigem Blutwurz. Das Ergebnis ist gewöhnungsbedürftig für den Durchschnittsgaumen, aber wenn man so wie der Autor dieser Zeilen auf Blutwurz steht, ein ziemlich spannender Drink. Aber auch einer, zu dem man besser ein Extraglas Wasser bestellt.

Weil wir über den Smoky Goat damals den Salted Caramel Sour kennengelernt haben, mixen wir natürlich auch diesen Drink damit – und sind erneut absurd begeistert. Unser eigener Drink ist dann auch mehr ein glücklicher Zufall: Weil wir den Salzkaramell für den Drink für eine Abendveranstaltung versauen – der Karamell ist zu hell und wir haben zu viel Butter erwischt – der Drink aber trotzdem irre gut funktioniert, wird daraus ein Salted Butterscotch Sour. Für den folgt ihr einfach diesem Salzkaramell-Rezept, nehmt den Karamell aber schon vom Ofen wenn er strohgelb ist nehmt die 1,5fache Menge Butter. Das rührt ihr in unser Rezept für den Salted Caramel Sour – das Ergebnis ist irre cremig und absurd gut.

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Fazit: Unkomplizierter Blended Scotch mit ausbalanciertem Rauch – für den puren Genuss ein wenig jung im Geschmack, für Cocktails aber eine großartige Wahl zum Hammer-Preis, selbst wenn ihr sonst keinen Rauch mögt.

Daten: 40 Prozent, um 22 Euro für 0,7 Liter, Schottland

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Johann

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