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Pisco Sour | Der peruanische National-Cocktail

Die Garnitur für einen peruanischen Pisco Sour sind drei Spritzer Cocktail Bitters.
Die Garnitur für einen peruanischen Pisco Sour sind drei Spritzer Cocktail Bitters.
Rezept für den Pisco Sour

Das Rezept für den Pisco Sour

  • 6 cl Pisco
  • 3 cl frischer Limettensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • 1 halbes Eiweiß
  • 3 Spritzer Angostura Bitters

Pisco, Limettensaft, Zuckersirup und Eiweiß zunächst ohne Eis im Shaker hart schütteln, um die Ei-Schaumkrone zu erzeugen. Anschließend Eiswürfel dazugeben und nochmal ordentlich durchschütteln. In ein vorgekühltes Old Fashioned-Glas oder anderes Shortdrink-Glas ohne Eis einfüllen. Drei Spritzer Bitters in die Schaumkrone geben. Trinken.

Die Einkaufsliste

Die Amazon.de-Einkaufsliste für den Pisco Sour

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Pisco Sour kennt man, das hat man schon mal gehört. Menschen in Filmen und Büchern trinken sowas und in Barkarten steht’s. Was ein Sour ist, weiß man auch, schließlich kennt man den Whiskey Sour, den Prototyp dieser Gleichung: Spirituose plus Zitrussäfte plus Zucker plus Beilagen gleich Sour. Aber was ist denn bitte eigentlich Pisco? Wohl kaum eine Spirituose ist so eng mit einem einzigen Cocktail verbunden wie der südamerikanische Pisco, der in Chile und Peru aus Weintrauben gebrannt wird.

Pisco ist Pisco Sour, zumindest erscheint es in der öffentlichen Wahrnehmung so. Dass der Weinbrand so viel mehr kann und dass vor allem Peruaner sich wohl noch mehr mit ihrer Nationalspirituose identifizieren als selbst die Schotten mit Whiskey, das erzählen wir euch mal an anderer Stelle. Heute erzählen wir euch vom Pisco Sour selbst, unserem Lieblings-Cocktail-Rezept dafür und von ein paar Eiern.

Ein Pisco Sour mit Pisco, Limette, Zuckersirup, Eiweiß.

Pisco Sour

Der ultimative Pisco-Cocktail.
4.5 aus 4 Bewertungen
Vorbereitungszeit: 1 minute
Zubereitungszeit: 2 Minuten
Arbeitszeit: 3 Minuten
Cocktail-Kategorie: Sour
Epoche: 19. Jahrhundert
Geschmack: Sauer, Süß

Zutaten

  • 6 cl Pisco
  • 3 cl Limettensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • 1 halbes Eiweiß
  • 3 Spritzer Angostura Bitters

Zubereitung

  • Pisco, Limettensaft, Zuckersirup und Eiweiß zunächst ohne Eis im Shaker hart schütteln, um die Ei-Schaumkrone zu erzeugen.
  • Anschließend Eiswürfel dazugeben und nochmal ordentlich durchschütteln.
  • In ein vorgekühltes kleines Highball-Glas oder eine Coupette ohne Eis einfüllen.
  • Drei Spritzer Bitters in die Schaumkrone geben.
  • Trinken.
Kalorien: 230kcal
Ihr habt den Cocktail nachgemixt?Zeigt uns euren Drink mit @therealcocktailbart oder #cocktailbart!

Die Geschichte des Pisco Sour

Die Geschichte des Pisco ist eine von der Konkurrenz zwischen Chile und Peru, beide betrachten das Destillat als Ihre Nationalspirituose. Entsprechend beanspruchen auch beide Nationen die Entstehungsgeschichte des berühmten Cocktails für sich. In Chile hält sich hartnäckig die Geschichte, dass ein Mann namens Elliot Stubb schon 1872 in Iquique den Pisco Sour erfand und sich der Drink von dort aus verbreitete. Die Nummer hat allerdings zwei Haken. Nummer 1: Die Story beruht auf einem Übersetzungsfehler, denn Elliot Stubb hat „nur“ den Whiskey Sour erfunden. Nummer 2: Iquique lag 1872 noch in Peru, nicht in Chile.

Der glaubhafteren Geschichte nach entwickelte der Amerikaner Victor Morris in den frühen 20ern den Pisco Sour in seiner Bar in Lima. Damals war der Drink allerdings nicht viel mehr als ein Whiskey Sour mit Pisco. Erst einige Jahre später entwickelte Morris‘ Angestellter Mario Bruiget den Drink weiter, indem er Angostura Bitters und Eiweiß dazupackte. Und nur ungefähr 75 Jahre später, 2004 nämlich, bekam der Drink mit dem Día Nacional del Pisco Sour seinen eigenen, offiziellen Festtag in Peru. Er findet immer am ersten Samstag jedes Februars statt und ergänzt den seit 1999 stattfindenden Día Nacional del Pisco am vierten Sonntag im Juli. Beide Tage nimmt man dort ernst und veranstaltet vor allem in den Trauben-Anbaugebieten diverse Festivals zu Ehren von Pisco und Pisco Sour.

Warum dieses Cocktail-Rezept und kein anderes?

Die klassische Rezeptur für Pisco Sour sieht vor, dass Limettensaft, Zuckersirup und Eiweiß jeweils zu gleichen Teilen ins Glas kommen, wie bei praktisch allen Sours ist das aber eine Glaubens-, Vorlieben- und Wie-sauer-sind-die-Limetten-heute-genau-Frage. Das von uns vorgeschlagene Verhältnis ist aber in jedem Fall ein guter Startpunkt für eigene Experimente. Wichtiger ist ohnehin die Zutat, die einige von euch an der Stelle vielleicht seltsam finden: das Ei.

Das Eiweiß verleiht dem Drink eine cremige Konsistenz und eine spannende Schaumkrone und ganz ehrlich: ohne macht der Pisco Sour nicht im Ansatz so viel Spaß, das Mundgefühl stimmt einfach nicht im direkten Vergleich. Ein ganzes Eiweiß tut’s übrigens auch, wenn es euch zu schwierig ist, den Glibber zu zerteilen, aber ein halbes reicht vollkommen. Die einfachste und schönste Variante, um die Arbeit mit dem Eiweißblobb zu umgehen: Zwei Pisco Sour auf einmal mixen und mit einem sympathischen Menschen genießen. Wenn den zweiten keiner will („Ihgitt, rohes Ei, echt?“) trinkt Stereo. Aus Protest.

Alternativ könnt ihr natürlich auch einen der vielen mal mehr mal weniger guten Ersatz-Stoffe für Frischei nutzen. Unser Tipp: 2 cl Aquafaba aus der Kichererbsendose oder 2 cl vom Wasser aus der Mozarellapackung (kein Scheiß!)

Der Pisco für den Pisco Sour

Chilenische Piscos haben einen schlechteren Ruf als die peruanischen – sie entstehen oft in Massenproduktion und werden gelegentlich in Eichenfässern gereift, gehen damit geschmacklich teils in eine ganz andere Richtung als die peruanischen. Die klaren Weinbrände von dort werden in kleineren Chargen gebrannt und nach strengen Verordnungen eher traditionell hergestellt. Ihr Geschmack schwankt zwischen fruchtig-traubig und kernig, die kräftigeren Varianten erinnern an italienischen Grappa. Das beste Argument für peruanischen Pisco: er ist einfacher zu bekommen.

Die Garnitur für einen peruanischen Pisco Sour sind drei Spritzer Cocktail Bitters.

Wir mixen unseren Pisco Sour mit einem Barsol Pisco Primero Quebranta. Quebranta steht für die Traubensorte und zwar in diesem Fall für die am weitesten verbreitete in Peru. Dieser Pisco ist durchaus schon sehr aromatisch, hat aber im Gegensatz zu diversen Trauben-Cuvées (auch Acholados genannt) oder Piscos aus sogenannten „aromatischen“ Trauben noch keine intensiven Spezial-Aromen. Anders gesagt: er ist ein toller, zurückhaltender Einstieg, falls ihr euch noch gar nicht so sicher seid, ob ihr auf Pisco und Pisco Sour steht.

Amargo Chuncho Bitters oder Angostura Bitters?

Das Original-Rezept sieht Angostura Bitters vor und die geben einen leckeren, runden Drink. Die oft verwendeten Amargo Chuncho-Bitters stammen direkt aus Peru und haben damit einen gefühlten Authentizitäts-Bonus, auch wenn sie eigentlich eine Modernisierung des Drinks sind. Eine tolle Alternative sind Inca Bitters, weil sie vom Grundgeschmack her eine ähnlich würzige Dimension haben wie der Angostura, aber noch mehr zimtige Noten mit in den Pisco Sour bringen. Das macht ihn nochmal etwas vielseitiger. Alternativ kann man auch Zimt über die Schaumkrone streuen, aber das gerät oft etwas krümelig. Unseres ist’s nicht.

Die Amazon.de-Einkaufsliste für den Pisco Sour

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Zuletzt überarbeitet am

Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, Familienvater & Texter bei Tag. Lieblings-Drink Martini, Lieblings-Spirituose trotzdem Rum. Wohnt in Franken, kommt aus der Oberpfalz (ist beides in Bayern, tschuldigung). Typischer Satz: "Meinste das wär geiler, wenn man Olivenlake reintut?"

2 Kommentare

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  • Chilenischer „Pisco“ – um Gottes Willen! Das ist in etwa eine ähnliche Zumutung an den Gaumen, wie peruanischer Wein. Es sollte doch bitte jeder Schuster bei seinen Leisten bleiben!
    Es hat schon seinen Grund, dass der Gesetzgeber „im Ausland hergestellte Getränke, die unter der Bezeichnung ‚Pisco‘ vertrieben werden“, in Peru verbietet…

    • Ich durfte inzwischen auch den einen oder anderen sehr, sehr guten chilenischen Pisco probieren, der durchaus mit peruanischen Produkten mithalten konnte 🙂

      Und auch, wenn ich weiterhin eher der Peru-Fan bin und dort bedingt durch die strikteren Herstellungs-Richtlinien wahrscheinlich insgesamt weniger fragwürdige Qualitäten im Umlauf sind, bin ich mir ziemlich sicher, dass die Gesetzgebung in dem Bereich vor allem wirtschaftliche Interessen im Blick hat.