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Der beste Rum Cannonball der Welt

Ein Rum Cannonball mit Rum (klar), Islay Whisky, Campari.
Ein Rum Cannonball mit Rum (klar), Islay Whisky, Campari.
Rezept für den Rum Cannonball

Das perfekte Rezept für den Rum Cannonball

  • 6 cl gereifter Rum
  • 3 cl Campari
  • 1,5 cl rauchiger Islay Whisky
  • 3 cl Limettensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup

Alle Zutaten auf Eis kräftig shaken. In ein Highballglas mit frischem Crushed Ice abseihen. Mit Minze und einer Orchidee garnieren. Trinken!

Einkaufsliste für den Rum Cannonball

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Als ich zuletzt im Zuge des Tiefseetaucher-Artikels den gleichnamigen Film gesehen habe, fand ich einige der Zitate so gut, dass ich sie unbedingt im Artikel zu diesem Rum-Monster der 80er-Jahre unterbringen musste. Allerdings versetzte mich nur ein Zitat geradezu in Panik: Bei 01:26:24 spricht Steve Zissou die magischen Worte „Welch ein Jammer. Die hatten hier einen Barkeeper, Kino, der hat den besten Rum Cannonball der Welt gemacht„.

Er sagt das im Angesicht einer Hotelruine, in der er die Flitterwochen mit seiner Ex-Frau verbracht hat, und das er und seine Crew gleich stürmen werden, um einen Versicherungsheini aus der Hand von Piraten zu befreien. Das ist irre gut inszeniert, war aber für die folgende ziemlich lange Google-Recherche ziemlich egal. Denn: Was zur Hölle ist bitte ein Rum Cannonball?

Wieso Wes Anderson grandiose Cocktails erfindet, aber nicht die Rezepte dazu

Nach einer ganzen Weile ist klar: der Rum Cannonball ist eine Lüge. Wes Anderson, der Regisseur und Autor des Films, hat einfach irgendeinen Cocktail-Namen erfunden, der in seine Erzählung passt, der nach großer Cocktail-Geschichte klingt und nach Flitterwochen in tropischen Hotels in den … 60ern, 70ern? Keine Ahnung. Normalerweise gibt es für diese Fälle diverse Anlaufstellen. Blogger-Kollegen und Youtuber, die sich der Nummer angenommen haben und anhand der Hinweise ziemlich gute Drinks gemixt haben, die wir jetzt nachbauen können. In diesem Fall nicht, Wes Anderson ist scheinbar deutlich mehr Underground als der Flaming Moe aus der gleichnamigen Simpsons-Folge. Die ist übrigens inzwischen über 30 Jahre alt, meine Damen und Herren. Diese Midlife-Crisis wird Ihnen präsentiert von meinem linken Knie.

Nein, man muss den Rum Cannonball nicht so aufwendig dekorieren. Aber man sollte.
Nein, man muss den Rum Cannonball nicht so aufwendig dekorieren. Aber man sollte.

Jedenfalls sind alle Rezepte, die wir finden, entweder pappiger Unfug oder orientieren sich zu wenig an dem, was der Rum Cannonball eigentlich sein sollte – zumindest für unser Verständnis von dem Drink, dem Steve Zissou nachtrauern würde. Also nähern wir uns dem Drink selbst an. Und legen erstmal die wichtigsten Eckdaten fest, die er erfüllen muss.

  • Es muss Campari drin sein. Das einzige andere Getränk, mit dem sich Steve Zissou in Die Tiefseetaucher näher beschäftigt ist Campari. Einmal bestellt er ihn sich bei einem seiner Praktikanten (mit den Worten „Hey Praktikant? Bring mir einen Campari, ja?), einmal gießt er sich eine halbe Flasche davon auf ungefähr drei Eiswürfel. Wenn der Mann einen Drink gut findet, ist es zumindest wahrscheinlich, dass das Zeug da drin ist.
  • Ein „Cannonball“-Cocktail sollte, um sich diesen Namen zu verdienen, irgendwas rauchiges an sich haben. Zumindest ein bisschen. Also setzen wir auf die rauchige Spirituose, die schon vor dem kleinen Mezcal-Hype der letzten Jahre und der Räucherei der Bar-Renaissance ein Thema war: Islay Whisky.
  • Vor allem im Original betont Steve Zissou das Wort „Rum“ ganz  besonders in seinem Satz „They had a bartender here, Kino, made the best rum cannonball I’ve ever tasted„.  Wir mutmaßen also, dass der Rum Cannonball nicht einfach nur ein Drink ist, sondern ein Cannonball mit Rum. Hinter dem kleinen Satz lauert also eine ganze hypothetische Cocktail-Kategorie. Wir mutmaßen weiter aus den uns bekannten Tatsachen: Ein Cannonball definiert sich über die Benutzung von rauchigem Whisky und Campari. Außerdem handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Sour – tropisch-exotische Rum-Cocktails in Flitterwochen-Hotels sind alles entweder Sours oder Punches. Und ein Mann, der eine halbe Flasche Campari auf einmal reinsäuft, bestellt sich kein Glas Saft mit einem Hauch Rum.

Aus all diesen Informationen extrahieren wir diesen Drink:

Ein Rum Cannonball nach dem Film Die Tiefseetaucher.

Rum Cannonball

"Die hatten hier einen Barkeeper, Kino, der hat den besten Rum Cannonball der Welt gemacht"
Bisher ohne Wertung
Vorbereitungszeit: 1 minute
Zubereitungszeit: 2 Minuten
Arbeitszeit: 3 Minuten
Cocktail-Kategorie: Cannonball, Sour, Tiki-Cocktail
Epoche: Modern
Geschmack: Bitter, Kräftig, Sauer

Zutaten

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Zubereitung

  • Alle Zutaten auf Eis kräftig shaken.
  • In ein Highballglas mit frischem Crushed Ice abseihen.
  • Mit Minze und einer Orchidee garnieren.
  • Trinken!
Kalorien: 304kcal
Ihr habt den Cocktail nachgemixt?Zeigt uns euren Drink mit @therealcocktailbart oder #cocktailbart!

Und wie schmeckt dieser Rum Cannonball?

Zumindest uns: richtig gut. Ja, man muss auf diese bitter-tropische Nummer stehen – wer schon keine Jungle Birds mag, ist hier falsch. Aber die Kombi aus Rauch, sauer, gutem Rum und der aperitifigen Campari-Note funktioniert für uns richtig gut. Auch der erste Impuls, das Teil auf Crushed Ice zu servieren, erweist sich als richtig – Easy Sipping ist nicht bei dem aromatischen Gewicht und durch die lange Trinkzeit und die Tatsache, dass er auch stark verdünnt noch Spaß macht, ist das eine richtig schöne Nummer geworden. Wir freuen uns drauf, mit demselben Template jetzt Gin, Bourbon und Chartreuse Cannonballs zu mixen.

Die richtigen Zutaten für den besten Rum Cannonball der Welt

Campari ist gesetzt, beim rauchigen Whisky setzen wir gerne auf Lagavulin 16. Gut, zugegeben: das ist praktisch der einzige Islay Whisky, den wir immer in der Bar stehen haben und es ist für uns der Benchmark der Spirituosen-Kategorie. Aber ein Talisker 10 oder ein Connemara aus Irland machen wahrscheinlich auch einen hervorragenden Job. Der Rum dagegen ist in diesem Drink eine Wissenschaft für sich. Er muss sich gegen die rote italienische Urgewalt und das Torfmonster aus Schottland behaupten können, darf sie aber nicht übermannen. Er muss sich wie ein besonders graziler Posaunist mit sanftem Nachdruck ins Orchester einfügen. Für uns funktioniert das im Test eindeutig am besten mit dem kräftigen, aber charmanten Rum Artesanal Burke’s Rum Seamaster, aber auch etwa ein Mount Gay XO macht immer noch eine ziemlich gute Figur.

Einkaufsliste für den Rum Cannonball

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Zuletzt überarbeitet am

Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, Familienvater & Texter bei Tag. Lieblings-Drink Martini, Lieblings-Spirituose trotzdem Rum. Wohnt in Franken, kommt aus der Oberpfalz (ist beides in Bayern, tschuldigung). Typischer Satz: "Meinste das wär geiler, wenn man Olivenlake reintut?"

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