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Tequila Sunrise – das echte Rezept für den Tequila-Cocktail

Ein Tequila Sunrise im Longdrink-Glas.
Rezept für den Tequila Sunrise
  • 6 cl Tequila
  • 1,5 cl Triple Sec
  • 7,5 cl Orangensaft
  • 2 cl Limettensaft
  • 1 cl Grenadine/Cassis

Grenadine in ein Longdrinkglas voller Eiswürfel geben. Restliche Zutaten auf Eis shaken und ins Glas abseihen. Bei Bedarf kurz umrühen. Mit Orangenscheibe und Kirsche garnieren. Trinken.

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Der Tequila Sunrise ist vielleicht DER Tequila-Cocktail schlechthin. Zumindest auf Studentenpartys, Stadl-Discos und Leuten, die den Versuchungen der eher klassischen und meist deutlich kräftigeren Tequila-Drinks Margarita und Paloma widerstehen können. Der Tequila Sunrise ist der Botschafter der guten Laune unter den sonst entweder sehr martialischen oder zumindest etwas kantigeren Möglichkeiten, einen guten Agaventropfen zu genießen.

Das führt allerdings auch unweigerlich dazu, dass der Drink unter Fans klassischer Highballs und Shortdrinks einen eher zweifelhaften Ruf genießt. Dort, wo er meist ausgeschenkt wird, geht es in der Tat auch eher selten weniger um Genuss als mehr um Wirkung und um die Feinheiten eines Rezepts macht man sich dort meist weniger Gedanken. Ein Fehler – denn richtig gemixt ist ein Tequila Sunrise ein spannender Cocktail, der nicht nur schön anzuschauen ist, sondern auch nach mehr schmecken kann als nach Saftpampe mit Schuss.

Das Rezept für den Tequila Sunrise

  • 6 cl Tequila
  • 1,5 cl Triple Sec
  • 7,5 cl Orangensaft
  • 2 cl Limettensaft
  • 1 cl Grenadine/Cassis

Grenadine in ein Longdrinkglas voller Eiswürfel geben. Restliche Zutaten auf Eis shaken und ins Glas abseihen. Bei Bedarf kurz umrühen. Mit Orangenscheibe und Kirsche garnieren. Trinken.

Wieso sollte ich mir einen Tequila Sunrise mixen?

Der Tequila Sunrise entstand in den 1930er Jahren und wurde zunächst mit Tequila, Grenadine, Zitronenlimonade und Crème de Cassis hergestellt. Erst im Laufe der Zeit entwickelte sich die Variante mit Orangensaft, die heute auf jeder Abiturienten-Hausparty zu den liebevoll ausgewählten drei Cocktails zählt, die es am jeweiligen Abend gibt. Reden wir nix weg: Ein Wald-und-Wiesen-Tequila-Sunrise kann eigentlich nicht viel, außer ein bisschen wie ein Sonnenaufgang auszusehen. Aus der Ferne. Wenn man betrunken ist.

Ein Tequila Sunrise Cocktail mit Verzierung. Quelle: Fotolia.com © 3532studio
Ein Tequila Sunrise Cocktail mit Verzierung. Quelle: Fotolia.com © 3532studio

Daran ändert es meist auch nicht viel, wenn man auf höherwertigen Tequila umsteigt: Der Orangensaft und die pappsüße Grenadine sind derart vordergründig, dass man die feinen Aromen eines guten Tequila kaum herausschmeckt. Trotzdem solltet ihr einen – noch möglichst günstigen – 100%-Agave-Tequila nehmen: Damit schmeckt der Tequila Sunrise nicht mehr nach Saft mit Nagellackentferner, sondern nach Saft mit einem Hauch Exotik. Und das ist – ungelogen – schon ganz lecker. Damit aus dem Ding dann aber auch ein ernstzunehmender Drink wird, muss man zum einen den Saft reduzieren – allein schon, damit man wieder bemerkt, dass man Alkohol trinkt – und zum anderen auf Tetrapacks verzichten:

Das große Geheimnis des Tequila Sunrise: selbstgemachter Saft

Es gibt trotz aller Vorbehalte eine Möglichkeit, den von euch gemixten Tequila Sunrise zum richtig, richtig guten Cocktail zu machen: Macht eure Säfte selbst. Presst die Orangen und Limetten frisch aus und verleiht eurem Drink damit ein fruchtig-frisches Aroma, das Seinesgleichen sucht. Vor allem der O-Saft schmeckt frisch gepresst einfach nur fantastisch.

Selbstgemachter Orangensaft macht euren Tequila Sunrise zum Hit.
Selbstgemachter Orangensaft macht euren Tequila Sunrise zum Hit.

Selbiges gilt für den Limettensaft. Wer zur quietschgrünen Plastik-Quetschlimette greift, macht seinen Cocktail einfach nur undefinierbar sauer. Ein Grund wahrscheinlich, warum viele Barkeeper die Limette in diesem Drink einfach weglassen. Aber auch, wenn man sie am Ende (je nach Säure der Orangen) nicht klar herausschmeckt – die Säure-Note fehlt dem Tequila Sunrise ohne sie, weil die Grenadine das Cocktail-Rezept in einen Sumpf der Süße ziehen. Also: Selber entsaften.

Wie bekomme ich den Sunrise-Effekt hin?

Was dem Tequila Sunrise seinen Namen gibt, ist die Farbe: Unten rot, vom dicken Grenadine-Sirup, oben gelb vom Orangensaft. Diesen Farb-Effekt ereicht man, indem man die Grenadine oder den Cassis direkt am Anfang ins Glas gibt, auch wenn viele Rezepte (inklusive älteren Versionen dieses Artikels) es genau umgekehrt halten, einfach weil die Nummer – unter den richtigen Bedingungen – in der Zubereitung viel cooler aussieht. Dazu braucht’s aber Vorbereitung in der Zutatenwahl und selbst dann ist die Erst-Grenadine-dann-der-Rest-Reihenfolge noch die safere Nummer.

Eiswürfel oder Crushed Ice im Tequila Sunrise?

Das hat sich gereimt. Trotzdem Das Sofort-Schmelz-Eis aus den Wir-machen-alles-wie-immer-nur-in-exotischer-90ern noch heute seinen Weg in so viele Gläser des Tequila Sunrise findet, ist ein mittelschweres Unding und bringt dem Drink absolut nichts, außer dass er in Minuten verwässert. Wir raten euch: nehmt Eiswürfel!

Crushed Ice verwässert Drinks zu schnell - FInger weg.
Crushed Ice verwässert Drinks zu schnell – FInger weg.

Und auch, wenn die meisten Rezepte raten, den Cocktail im Glas zu bauen: Shaket ihn und benutzt im Glas selbst frisches Eis, für Kühlung auf Crushed-Ice-Niveau aber ohne Crushed-Ice-Nachteile. Ein Tequila Sunrise hat außerdem vergleichsweise viel Volumen, der Gast hängt also sehr wahrscheinlich eine Weile am Glas. Damit sein Drink in der Zeit nicht verwässert, ist der Eiswechsel enorm hilfreich.

In welches Glas kommt der Tequila Sunrise?

Offiziell ist er ein Highball, kommt also in ein hohes Longdrink-Glas. Geschmacklich macht es aber wenig Unterschied, ob ihr ihn jetzt im Tumbler, im Eimer oder eben im Highball-Becher anrührt. Am besten sieht er wegen des Sonnenaufgang-Effekts aber in den Augen der meisten Fans im Hurricane-Glas aus, wovon ihr euch im Bild oben selbst überzeugen könnt.

Mixt ihr euch den Tequila Sunrise mit Rum, erhaltet ihr übrigens einen Carribean Sunrise. Der Effekt ist derselbe und auch beim Rum braucht es ein Produkt mit etwas Qualität und Kraft, damit man ihn in der ganzen Frucht auch rausschmeckt. Dafür wird der Drink dadurch karibischer, urlaubiger und piratiger.

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JohannTrasch

7 Kommentare

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  • Tequila Sunrise wird nicht geshaket. Der Tequila wird über dem Orangensaft und Grenadine gefloatet, sodass ein perfekter Sunrise Effekt entsteht.

    • Moin Laurin,

      der Artikel ist ziemlich exakt drei Jahre alt und stammt aus unserer frühesten Cocktailbart-Zeit – er bräuchte in der Tat mal eine Überarbeitung.

      That said: Wir shaken den Tequila-Orangensaft-Teil, damit der Drink homogener wird und insgesamt auch nochmal ein bisschen mehr Kälte abbekommt, das macht bei der Menge an O-Saft (auch, wenn wir da inzwischen weniger nehmen würden) durchaus einen Unterschied.

      Während man über das Für und Wider des Shakens durchaus streiten kann, kommt mir die Tequila-Floaten-Nummer, wenn ich ehrlich bin spanisch vor. Ich hab‘ das in der Form bisher weder gesehen noch gelesen und sehe weder den geschmacklichen, noch den optischen Sinn dahinter das beim Tequila Sunrise so zu machen. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur schlauchständig – wir probieren’s bei der Mix-Session zur Überarbeitung des Artikels einfach mal aus 🙂

  • Hey Johann,
    danke dir für das Rezept. Das war mein erster Sunrise. Bin leider sehr enttäuscht, dass es nicht so aussieht, wie oben auf dem Bild. Geht auch gar nicht bei den Verhältnissen. Ist ja eindeutig, dass oben deutlich mehr Grenadine drin ist. Nimm doch bitte ein Bild, was dem Cocktail entspricht. Meine beiden sind nur etwas dunkler geworden – abgesetzt hat sich da nichts. Aber selbst wenn, wäre bei 1cl gerade mal der Boden etwas bedeckt.

    Schmecken tut er aber sehr gut 🙂

    • Hallo Dave,

      absolut berechtigte Kritik – der Artikel stammt noch aus der Anfangszeit von Cocktailbart, in der wir mangels Zeit, Equip und Know-How mit Stockfotos gearbeitet haben.

      Ich muss auch ehrlich zugeben, dass wir ihn auch sehr lange Zeit gar nicht auf dem Radar hatten – aktuell stecken wir aber in einer größeren Content-Überarbeitung, da ist der Tequila Sunrise einer der vordersten Kandidaten. Dabei werden wir sehr sicher auch das Rezept nochmal feintunen, sowohl technisch als auch von den Zutaten her – in ein paar Wochen nochmal reinzuschauen sollte sich also lohnen 🙂

      • Guten Abend Johann,

        danke für deine schnelle Antwort! Leider habe ich sie erst jetzt gesehen.

        Inzwischen sind drei Wochen vergangen und die Tequila Seite sieht immer noch genauso aus ;p
        Ich persönlich würde mir wünschen, dass ihr das Rezept eher dem obigen Bild anpasst (wenn das denn überhaupt möglich ist), als andersrum.

        Ansonsten finde ich eure Seite ziemlich cool!

        Prost,
        Dave

        • Servus Dave,

          in der Welt von „Wir haben beide Familien und 40h-Jobs.“ mahlen die Mühlen leider etwas langsamer :/.

          Was die Anpassung selber angeht: beim Tequila Sunrise werden wir klar versuchen, den „Sunrise“ auch ins Glas zu kriegen. Wir können uns schlecht hinstellen und jeden monochromen Dark & Stormy mit finsterem Blick zurück zum Bartender schicken und uns dann bei diesem Cocktail des Farbspiels verweigern. In welcher Ausprägung das passieren wird, da mag ich an der Stelle aber nix versprechen. Im Stock-Foto oben ist wahrscheinlich auch ein bisserl was getrickst – bei uns wird der Übergang wohl fließender.