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Paloma – der Tequila-Cocktail mit Salz und Grapefruit-Limonade

Eine Paloma mit Tequila und Pink Grapefruit Soda.
Rezept für die Paloma

Das Rezept für die Paloma

  • 6 cl Tequila
  • 2 cl Limettensaft
  • 1 große Prise Salz
  • Grapefruit-Limonade zum aufgießen

Tequila und Limettensaft in ein Longdrink- oder Highball-Glas auf Eis geben. Salzen und kurz umrühren. Grapefruit-Limonade drüber. Trinken.

Die Einkaufsliste

Die Einkaufsliste für die Paloma

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In den USA gilt die Margarita als Königin der Tequila-Cocktails – ein New Orleans Style Sour, wahrscheinlich der berühmteste seiner Art. Ein fantastischer Drink. Zu Ruhm kam er hierzulande aber wohl durch die Margarita-Maschinen in amerikanischen Sitcoms. In Deutschland fließt wahrscheinlich der meiste Tequila in den Tequila Sunrise. Der ist bunt, süß und meistens so voller Saft, dass man nicht rausschmeckt, was drin ist. In Mexico selber aber, da wo der Tequila herkommt, da gilt angeblich die Paloma als der beliebteste Tequila-Cocktail. Nach ein paar Testrunden wissen wir jetzt auch wieso.

Die Story hinter der Paloma

Niemand weiß so genau, wer die Paloma erfunden hat. Kann daran liegen, dass ihr Ursprung in Mexico liegt und die Bartender dort anders als in den Tiefen von New York und Chicago niemals infolge einer Prohibiton besonders kreativ werden mussten oder gezwungen waren, ihr Wissen in Bücher zu retten. Man scheint hier einfach gute Drinks machen zu wollen, ohne daraus gleich eine Wissenschaft zu machen. Unter den diversen halbgaren Zwei-Satz-Stories zur Erfindung der Paloma ist eine dann aber besonders sympathisch:

Die schreibt den Tequila-Cocktail dem 93jährigen mexikanischen Bartender Javier Delgado Corona zu. Der betreibt seine Bar La Capilla in Tequila, Mexico seit Urzeiten und erfand wohl auch dort seinen Signature Drink, den Batanga: Cola, Tequila, Limette, Salzrand. Im Prinzip also ein salziger Cuba Libre mit Tequila statt rum und endlich mal ein Tequila-Cocktail mit maskulinem Artikel. Weil der im Prinzip eine Paloma mit Cola ist, schreibt man Corona auch den später entstandenen Grapefruit-Drink zu. Dass diese recht simple Story so sympathisch ist, liegt an dem Mann selbst. Mehr zu ihm lest ihr etwa in diesem Artikel über Javier Delgado Corona. Aber wie macht man die Paloma jetzt?

Das Rezept für die Paloma

  • 6 cl Tequila
  • 2 cl Limettensaft
  • 1 große Prise Salz
  • Grapefruit-Limonade zum aufgießen

Tequila und Limettensaft in ein Longdrink- oder Highball-Glas auf Eis geben. Salzen und kurz umrühren. Grapefruit-Limonade drüber. Trinken.

Homemade Grapefruit-Limo: Saft und Sprudel oder kaufen?

Nutzt man die Google-Bildersuche für „Paloma Cocktail“, entdeckt man jede Menge richtig geiler, lecker aussehender Cocktails – und die optisch ansprechendsten davon haben ein saftiges Grapefruit-Rosa. Unsere erste Paloma war eher so gelblich-blassrosa-schmutzig. Wieso ist das so? Weil wir unsere erste Paloma nach einem Rezept von Klaus St. Rainer mixen. Genauer gesagt mit einem Rezept aus seinem Buch „Cocktails – Die Kunst, perfekte Drinks zu mixen“. Und  der gute Herr Rainer mixt seine Paloma mit einer selbstgemachten Grapefruit-Limo aus frischer Grapefruit.

Die Paloma ist ein Tequila-Cocktail auf der Basis von Grapefruit-Limonade - und Salz.
Die Paloma ist ein Tequila-Cocktail auf der Basis von Grapefruit-Limonade – und Salz.

Die Variante mit frischer Grapefruit hat geschmacklich durchaus Vorzüge und ist den meisten Sodas aus dem Laden durchaus vorzuziehen. Weil aber die Natur ein strunzdummes Viech ist, das keine ordentlichen Farbstoffe in seine Früchte kriegt, bleibt unsere Frischsaft-Paloma gelblich mit höchstens einem Hauch rosa, anders als in der Version mit gekaufter Limo. Das Ding ist jetzt nur: die Grapefruit-Soda von Three Cents ist geschmacklich tierisch gut, farblich um 100 Prozent schöner und bedeutet deutlich weniger Arbeit.

Die richtige Grapefruit-Limonade

Ohne jetzt hier einen auf Frische-Apostel zu machen: Die Variante mit selbstgemachter Grapefruit-Limonade ist durchaus eine ausgiebige Erprobung wert – und meistens sind Grapefruits auch einfacher zu kriegen als gute Grapefruit-Limonaden. Zwar bekommt man inzwischen auch die eine oder andere Grapefruit-Limo in größeren Getränkemärkten, aber eben nicht immer und überall. Am weitesten verbreitet ist die Grapefruit-Limonade der Marke Paloma, die stinkt gegen die Frische-Variante allerdings ab. Trotzdem kann man damit problemlos eine ganz brauchbare Paloma mixen. Besser ist jedoch wie erwähnt die Three Cents Pink Grapefruit Soda – die schlägt im Direkt-Test auch geschmacklich so manche Paloma mit selbstgemachter Grapefruit-Limonade.

Klaus St. Rainer zeigt in seinem Buch ein Rezept, für das man Wasser, frischgepressten Grapefruit-Saft, Zitronensaft und Zuckersirup in einen Sodasiphon packt. Das Ergebnis ist eine stabile und starke Kohlensäure, als wäre die Limo gekauft. Nur hat leider kaum jemand einen Sodasiphon daheim. Für unsere Experimente pressen wir daher eine Grapefruit aus, mixen den Saft 1:1 mit stark kohlensäurehaltigem Wasser und arbeiten nach Bedarf mit Zuckersirup/Zitronensaft nach. Auf 150ml Grapefruit-Saft (so viel kriegen wir im Schnitt aus einer Grapefruit) und 150 ml Wasser packen wir etwa 2 cl Zuckersirup und 2 cl Zitronensaft. Wer mag, kann auch dafür Limettensaft nehmen. Eine feinere, frischere Säure liefert im fertigen Drink aber die Mischung der Zitrussäfte.

Der richtige Tequila im richtigen Mischverhältnis

Das gängige Mischverhältnis in einer Paloma liegt bei 3 Teilen Grapefruit-Limo auf einem Teil Tequila – ergo bräuchtet ihr für unser Rezept 180 ml Grapefruit-Limo. In der Praxis werdet ihr aber einfach das Glas mit der Limonade aufschütten, bis es voll ist und die Eiswürfel bedeckt sind. Daran ist nichts Verwerfliches – vor allem weil ihr für eine Paloma mit frischem Saft ohnehin das Naturprodukt Limette und die Grapefruit-Limo abstimmen müsst.

Beim Tequila empfiehlt das Standard-Rezept einen Blanco – einen weißen also. Auch wenn der Paloma als Signature Drink der Tequila-Marke Sierra gilt: Nehmt nicht den – nehmt irgendwas, das wenigstens ein paar Euro teurer ist und zu 100 Prozent aus Agaven hergestellt wurde (zu erkennen an „100% Agave“ auf dem Etikett). Mit El Jimador Blanco gibt’s einen guten Lager-Tequila für unter 20 Euro, auch die gereifte Reposado-Variante ist ordentlich. Einen Ticken besser im selben Preissegment ist der der Topanito-Tequila, den gibt’s allerdings auch in der preislich attraktiven 1-Liter-Flasche.

Salz und Limetten

Dass man Tequila in den Dorfdiscos mit Salz und Zitronen trinkt, hat einen Grund: das passt geschmacklich einfach. Auch, wenn Shots reinschütten natürlich wenig mit Geschmack und Genuss zu tun hat. Entsprechend ist das Salz im Drink für uns bei der Paloma enorm wichtig. Klar könnt ihr euch wie bei der Margarita einen Salzrand basteln – ergibt geschmacklich und optisch absolut Sinn. Wichtiger ist allerdings, dass ihr auch wirklich eine Prise Salz in den Drink hineinbekommt. Nur dann macht er auch wirklich Spaß.

Bei den Limetten gilt: Je saurer, desto besser, vor allem ihr mit gekaufter Limo arbeitet, die oft sehr süß daherkommt. Scheut euch nicht, die Menge an Limettensaft zur Not noch einmal deutlich anzuheben, wenn eure Paloma nicht so ausgewogen ist, wie ihr sie gerne hättet. Auch ein Limettenscheibchen oder besser noch eine Zeste als Garnitur leistet hier gute Dienste, weil ihr Aroma den Drink nochmal insgesamt mehr in die Zitrusrichtung zieht.

Die Einkaufsliste für die Paloma

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

10 Kommentare

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  • Immer dieser Snobismus…
    Weil obs lecker ist, hängt wenn man ne Passivdenker-Pfeife ist, auch ausschließlich vom *Preis* und den Aussagen des Snobismus-Wichskreises ab! Ja nee, is klar!
    Tut mir Leid, aber diene Unterscheidung der Tequillas ist wissenschaftlich bestätigt reine Einbildung! Vor allem in Cocktails.
    Ebenso wie die Einbildung, Rotwein von Weißwein am Geschmack unterscheiden zu können, oder all diese fantastischen „Geschmacksnoten“ („Mit einem Hauch von Zwetschken ind Blütenaromen.“)

    Allein die psychosomatische Variation ist schon um ein vielfaches größer!

    Oh, und es gibt kein leckeres Bier oder leckeren Kaviar! Bitter und fischig sind immer schlechte Geschmacksnoten. Per Definiton!

    • Ach, ein „Schmeckt meiner persönlichen Meinung nach ganz grässlich!“ heißt ja nicht, dass ich jedem, dem die Mixto-Varianten des roten Huts schmecken, seinen Spaß nicht gönnen würde. No Snobismus intended.

      Indes: Die wissenschaftliche Studie, die belegt, dass Mixto-Silver-Tequila wie 100 % Agave Reposado schmeckt und Weißwein wie Rotwein, die würde ich gerne sehen :). Dass eine intensive Verkostung mit aktivem Schmecken und dem Suchen nach Aromen was anderes ist als schlichtes reinschütten, sollte dir klar sein. Um einen Hauch von Blütenaromen irgendwo zu finden, muss ich ihn suchen. Ich und zwei, drei andere Leute machen das sehr gerne, auch in Cocktails – und du bist in dem Fall jetzt derjenige, der recht snobistisch die Hobbys anderer Leute abwertet.

      Und natürlich macht Hintergrundgeschichte, Atmosphäre und persönliche Story was aus, ob dir ein Produkt gefällt oder nicht, das streitet niemand hier ernsthaft ab. Aber genau wie gutes Marketing aus einem Maultier kein Einhorn macht, brauche ich zu einem 100-Prozent-Agave-Tequila keine gute Geschichte, damit er mir besser schmeckt als irgendwas, dass ich 5:1 verdünnen muss, damit es nicht mehr in der Kehle brennt 🙂

    • Autsch, da hat jemand gepennt. Wenn ich den erwische, muss er zur Strafe eine Paloma trinken. Upps, da isses passiert.

      Danke dir, ist korrigiert 🙂

  • „Nur hat leider kaum jemand einen Sodasiphon daheim.“
    Habt ihr denn für jemanden, der das gerne ändern würde, Empfehlungen? (Nicht, dass ich wirklich einen *brauchen* würde, aber wirkt halt doch deutlich cooler als die Flasche Mineralwasser…)
    Oder gehe ich völlig falsch in der Annahme, dass sich damit aus den Rezepten aus St. Rainers Buch noch ein bisschen mehr rausholen lässt und das ganze ist wirklich nur Spielerei?

    • Moin Moritz,

      klar „brauchen“ ist so ein hartes Wort – aber ich muss schon sagen, dass wir mit unseren Siphons viel Spaß haben. Wohlgemerkt: den Sodasiphon benutze ich so gut wie nie, ehrlich gesagt – den Sahnesiphon ständig – zum einen für den ein oder anderen Espuma (siehe Klaus‘ Buch), zum anderen für Druck-Infusionen, die dort ebenfalls ausführlich besprochen werden. Damit kriegst du einen halben Liter Flüssigkeit in drei Minuten infundiert, was vor allem bei Obst, Gemüse und Kräutern extrem gut funktioniert.

      Und meines Wissens nach sollte sich ein Sahnesiphon auch als Sodasiphon benutzen lassen, umgekehrt dagegen wird das aufgrund der Düse des Sodasiphons dagegen schwierig.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Wir möchten unseren Siphon nicht missen – aber zugegeben nicht zwangsläufig wegen der Paloma 😉

      • Danke für die schnelle Antwort!
        Ein Sahnesiphon steht ebenfalls ganz oben auf meiner „nicht-brauchen-aber-wollen-Liste“.
        Leider schließen die meisten Hersteller die Benutzung für beides aus und ich habe noch nicht gelesen, dass das wunderbar funktioniert.
        Habt ihr trotzdem konkrete Empfehlungen für das eine wie das andere (oder sogar beides gemeinsam)?
        Viele Grüße
        Moritz

        • Ahoi,

          ich würd’s testen, wenn ich grade Sodakapseln da hätte – falls ich an welchen vorbeilaufe die Tage, packe ich sie ein und jag‘ sie mal durch.

          Beim Sahnesyphon habe ich einen absolut baugleichen zu diesem hier von einer anderen Marke https://www.amazon.de/NEMT-Sahnespender-5L-Sahnekapseln-Sahnesiphon/dp/B07DS3TH56/ref=sr_1_17?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=sahnesyphon+hendi&qid=1579441505&sr=8-17 – den gab’s irgendwann mal am Prime Day im Angebot und er hält jetzt seit drei Jahren ohne Probleme tapfer durch. Nur die Sprühaufsätze verfärben sich langfristig, wenn du einen Tomatenespuma machst 🙂

          • Das ist klasse, Dankeschön!

            Was nutzt ihr denn dann als Soda?
            Normales Mineralwasser oder das arschteure Zeug auf dem „Soda“ draufsteht?
            Für Einsteiger ist das doch sehr verwirrend, weil auch jeder was anderes sagt.

          • Hm, du hast Recht – wir achten da zugegeben zu wenig drauf, das klar zu unterscheiden und hierzulande ist das tatsächlich schwer.

            In der Homebar-Praxis gilt: Nimm einfach Sprudelwasser, aber eins mit ordentlich Kohlensäure. Ohne jetzt jemals eine große Gewässer-Testreihe gemacht zu haben, sind unsere To Go-Wasser in dieser Reihenfolge: :

            1. Schweppes Soda
            2. Gerolsteiner Sprudel
            3. Das Dunkelblaue Wasser vom Lidl

            Wobei sich die Schweppes Soda dank sehr hohem Sprudelfaktor tatsächlich vor allem dann rechnet, wenn du was sehr klares hast, einen Whisky Soda etwa.