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Gunroom Navy Rum und der Corn n‘ Spice Cocktail

Gunroom Navy Rum in einem Corn 'n Spice Cocktail.

Es gibt Produkte, für die brauchst du eine Geschichte oder eine glorreiche neue Idee. Ein winziges, einzigartiges Detail, dass in der Lage ist, deine ganze Marke zu tragen. Es gibt aber auch Produkte, die haben statt einer „Story“ eine lapidare, hingeworfene Erklärung ihres Namens und statt einer großen Idee, haben sie einfach dieselbe Idee wie Drölftausend andere, machen’s aber irgendwie konsequenter. Der Gunroom Navy Rum ist so ein Produkt.

Die Flasche für dieses Tasting wurde uns von der Conalco Spirituosen UG zur Verfügung gestellt. Bedingungen gab es nicht, ausgenommen der transparenten Nennung des Unternehmens im Fall einer Veröffentlichung. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels.  

Ein Rum, der irgendwie groß geworden ist, keiner kann im Nachhinein so ganz genau sagen wieso. Denn eigentlich ist dieser Rum-Blend mit seinen 65% einfach nur ein sehr gut gemachter Overproof-Mixing-Rum, der mit seinem zurückhaltenden Label nicht mal besonders in der Backbar auffällt. Aber der Gunroom Navy Rum ist so sehr „nur ein Rum“, wie Whatsapp nur ein Chat und Worcestershiresauce nur ein anderes Maggi; schon irgendwie dasselbe. Aber halt zu Ende gedacht.

Gunroom Navy Rum ist ein ziemlich krasser Verstärker für jede Art von Tiki-Drink.
Gunroom Navy Rum ist ein ziemlich krasser Verstärker für jede Art von Tiki-Drink.

Die Story hinter Gunroom Navy Rum

Hinter Gunroom steht das schwedische Unternehmen Integrity Spirits und dahinter wiederum stehen Lars Renbjer und Martin Magnusson. Die waren schon vor der Gründung ihres gemeinsamen Babys in der Spirituosen-Industrie unterwegs und wollten halt was Eigenes machen. Mit Gunroom entwickelten sie eine Serie von Overproof-Spirituosen, die sich an der klassischen Navy Strength-Story entlanghangelt, dass Spirituosen in den Seefahrt-Hochzeiten über 57% Alkohol haben mussten, damit man mit dem Schießpulver noch ordentlich Krachpeng machen konnte, selbst wenn der Schnaps drüberschwappte. So weit zur „Geschichte“ dieses Rums.

Am Ende des Tages wollten Lars und Martin einfach einen kraftvollen Rum-Blend erschaffen, mit dem man in Tikis und Rum-Cocktails den Nachbrenner zünden kann. Dafür finden Destillate aus Jamaica, Trinidad, Barbados und wohl vor allem Guyana ihren Weg ins Glas – Rums also, die Kenner nicht gerade mit langweiligen Aromen in Verbindung bringen. Mit prallen 65% ist der Gunroom Navy Rum eher nicht zum Pur-Genuss gedacht. Aber bevor wir die Shaker in die Hand nehmen, probieren wir natürlich trotzdem ohne alles:

So schmeckt der Gunroom Navy Rum

Ölig und mit dicken Beinchen am Glasrand schwenkt sich dieser Overproof, die Farbe erinnert an Bernstein. Der Duft ist kräftig und erinnert mit seinen intensiven Ester- und Fruchtnoten sofort an Jamaica- und Guyana-Rum. Die typischen Noten von Klebstoff, Karamell und Banane findet man sofort, alles weitere muss man sich durch diese Wucht hindurch etwas erarbeiten. Macht man sich diese Mühe, gibt er Noten von tropischen Früchten, Zitrus und einen Hauch Kokos preis. Nach ein paar Minuten gesellt sich auch eine immer stärker werdende Rauchnote dazu.

Nase: Ester, Klebstoff, Karamell, Banane, tropische Früchte, Zitrus, Kokos, Rauch

Zunge: Trockenfrüchte, Karamell, Banane, Orange, Vanille, Eiche

Im Mund schlägt er heftig auf – die 65% machen sich sofort bemerkbar und für einen kurzen Moment erscheint es, als würden wir brennende Trockenfrüchte essen. Mit etwas Wasser zeigt er Noten von Karamell, Banane, Orange und auch einem Tatsch Vanille und holziger Eiche. Allerdings verliert er durch das Wasser relativ drastisch an Kraft – gut, direkt nach der Verkostung der vollen 65% war vielleicht auch die Zunge etwas taub.

Gunroom Navy Rum in einem ziemlich abgefahrenen Mix aus Tequila und Jalapeno Vodka - zu dem wir euch an anderer Stelle mal mehr erzählen.
Gunroom Navy Rum in einem ziemlich abgefahrenen Mix aus Tequila und Jalapeno Vodka – zu dem wir euch an anderer Stelle mal mehr erzählen.

Gunroom Navy Rum pur und in Cocktails

An den Pur-Genuss ist hier nicht zu denken, zumindest nicht für uns. So mancher Kollege genießt ihn aber mit ein paar Tropfen Wasser durchaus. Als Overproof Rum ist er aber ohnehin eher etwas, das man in Punches und tropischen Cocktails verorten würde – und genau da packen wir ihn hinein. So mixen wir damit nicht nur einen ziemlich abgefahrenen eigenen Tiki-Drink, sondern setzen ihn etwa auch in unserer Variante des Pegu Club, dem Pengu Club ein.

In weniger ausgefallenen Drinks funktioniert er allerdings auch, wenn man ihn zu dosieren weiß: Ein Rum & Port etwa gerät etwas sehr verworren, in der Kombi mit Mancino Chinato, eine Chinato-Wermut, funktioniert er tadellos, solang man das Mischverhältnis von 2:1 (Chinato zu Rum) nicht überschreitet. Ein kleines Highlight ist aber unsere in Überschwang entstandene Abwandlung des Corn ’n Oil, klassisch eine Kombo aus Falernum und Barbados Rum. Zugegeben: eigentlich ist das Ding nur ein geschüttelter Old Fashioned mit etwas Limette. Aber: funktioniert.

Corn ’n Spice

  • 3 cl Gunroom Navy Rum
  • 4 cl Spiced Rum
  • 1 cl Limettensaft

Alle Zutaten zusammen auf Eis shaken und in einen Tumbler mit frischem Eis abseihen. Mit einer Limettenzeste garnieren. Trinken.

Gunroom Navy Rum direkt bei Conalco kaufen!

Fazit: Das „Gunroom“ im Namen sollte man ernst nehmen, denn dieser Rum-Blend ist ein schießwütiges Ungetüm. Positioniert man das aber in einer Mannschaft aus anderen Rums und Spirituosen in einem gut gemachten Drink, dann geht brachial der Punk, Pardon, Pirat ab.

Daten: 65 Prozent, um 40 Euro für 0,5 Liter, Schweden (Guyana, Jamaica, Trinidad, Barbados)

Conalco hat uns eine Flasche des Produkts zur Verfügung gestellt, aber weder auf eventuelle Artikel noch auf das Tasting Einfluss genommen. Wir danken für die ausnehmend freundliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit. 

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Johann

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