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Cosmopolitan – gibt es das perfekte Rezept für den rosa Cocktail?

Zwei Cosmopolitans in etwas zu künstlichem rosa. Quelle: Fotolia.com © nikilitov
Rezepte für den Cosmopolitan

Unser liebstes Cosmopolitan-Rezept

  • 4 cl Wodka (Absolut Citron, falls vorhanden – falls nicht, Zitronenzesten mitshaken)
  • 1 cl Cointreau (alternativ irgendein anderer Triple Sec)
  • 2 cl Limettensaft
  • 2 cl Cranberrynekter

Alles zusammen in einen Cocktailshaker geben, mit viel Eis ordentlich durchschütteln und in ein vorgekühltes Martiniglas abseihen. Trinken.

1934er-Cosmopolitan

  • 4cl Gin
  • 1cl Cointreau
  • 2cl frischgepresster Zitronensaft
  • 1cl Himbeersirup oder 3 frische Himbeeren (bei mehr wird’s zu rot)

Alles zusammen in einen Shaker geben, mit viel Eis ordentlich durchschütteln und in ein vorgekühltes Martiniglas doppelt abseihen. Trinken.

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Gelegentlich müssen wir darauf hinweisen, dass hier auf Cocktailbart.de keine Drink-Profis arbeiten, sondern leidenschaftliche Hobby-Mixer, die sich gepflegt von den goldenen 1920ern über die Ära des Grauens in den 80ern und 90ern bis in die Moderne shaken, trinken und mit ein bisschen Nachgang auch darüber schreiben. Dass wir das speziell hier in diesem Artikel über den Cosmopolitan ausbreiten, hat einen simplen Grund: Zu dem wurde – soweit wir das erkennen – schon alles gesagt. Wer sich diesen 2011er-Cocktailpodcast anhört, nebenbei im Wikipedia-Artikel über den Drink schmökert, sich dann noch kurz Philipp Reims Expertise zum Drink hingibt und ein/zwei Stunden lang Rezepte googelt, der weiß so viel über Cosmos wie wir auch. Wer das also alles schon kennt: danke für den Besuch, aber du darfst schon mal mixen gehen. Der Rest: aufgehorcht! Schließlich haben wir hier stundenlang gelesen und gemixt, also schreiben wir jetzt auch was:

Anders als viele denken ist der Cosmopolitan nicht nur ein halbwegs berühmtes Hotel in Playa de Palma auf den Balearen und auch nicht einfach nur ein Modedrink der späten 90er, der durch Sex and the City groß geworden ist. Oder eigentlich doch, denn die ursprünglich Cocktail-Rezeptur hat mit der modernen Variante nix zu tun. Und eigentlich gibt es auch so viele Rezepte für das Zeug, dass inzwischen eigentlich alles, was rosa ist und im Martiniglas daherkommt, als Cosmopolitan gilt, solang nur irgendwie mal Cranberrysaft und Wodka dran vorbeigeflogen ist. Oder Gin und Himbeersirup. Und Limetten. Oder Zitronen. Bevor wir euch endgültig verlieren, hier also erstmal unser Lieblings-Rezept – und dann die Hintergründe dazu.

Unser liebstes Cosmopolitan-Rezept

  • 4 cl Wodka (Absolut Citron, falls vorhanden – falls nicht, Zitronenzesten mitshaken)
  • 1 cl Cointreau (alternativ irgendein anderer Triple Sec)
  • 2 cl Limettensaft
  • 2 cl Cranberrynekter

Alles zusammen in einen Cocktailshaker geben, mit viel Eis ordentlich durchschütteln und in ein vorgekühltes Martiniglas abseihen. Trinken.

Die Story hinter dem Cosmopolitan

Der Cosmopolitan, wie wir ihn meistens in Bars serviert bekommen, ist ein Konstrukt der 80er. Erfunden hat ihn angeblich eine Dame namens Cheryl Cook, die mit dem damals taufrischen Absolut Citron, einem Absolut Vodka mit Zitronenaroma, experimentierte. Ihr Rezept mit Roses Lime Juice und Orangenlikör veränderte schließlich ein Mann namens Toby Cecchine, der sich auf frischen Limettensaft und ausschließlich Cointreau als Likör verließ. Beides heute Standard im Cosmpolitan, spätestens seit alle Barkeeper der Welt das Rezept nachschlagen mussten, weil Horden von Frauen das rosa Zeugs bestellen wollten. Ursprünglich war der Drink unter dem Namen Cosmopolitan aber ganz ein anderer.

Schon 1934 wurde ein Rezept gleichen Namens in einem Bar-Ratgeber veröffentlicht, das allerdings auf Zitronen, Gin und Himbeersirup setzt, mit einem Hauch Cointreau. Tolle Sache eigentlich, aber für die damalige Zeit wohl nicht das richtige – schlussendlich vergaß man das Rezept bis Mitte der 2000er und machte in den 80ern dann einfach eine neue Baustelle gleichen Namens auf. Wären nicht beide Versionen rosa und sogenannte New Orleans Sours (Sour-Cocktail mit Orangenlikör als Zuckerquelle, siehe Margarita), würde man sie wahrscheinlich gar nicht mehr miteinander in Verbindung bringen.

Old vs. New

Wenn man sich darauf einigen kann, welchen Cosmopolitan man trinken will, dann besteht der Rest aus Details: die richtige Spirituosensorte, die richtigen Mengen – sowas. Aber die Frage „Himbeer-Cosmo oder Cranberry-Version?“ ist eine des reinen persönlichen Geschmacks. Wir mixen uns testweise auch einen klassischen 1934er-Drink und gehen erstmal davon aus, dass der unseren ganz persönlichen Geschmack besser treffen wird. Vor allem, weil wir frische Himbeeren benutzen.

Aber Pustekuchen: Durch die frischen Himbeeren und den Wacholderbrand wird aus dem Cosmo – zumindest für unsere Geschmacksnerven – ein Raspberry Thyme Smash, dem was fehlt. Ähnlich wie beim Gimlet sind wir auch beim Cosmo Fans dieser leichten Künstlichkeit, die die Wodka-Cranberry-Variante mitbringt. Wir konzentrieren uns also auf die moderne Variante. Das Rezept für die 1934er-Version haben wir natürlich trotzdem für euch – frisch von den Jungs vom Cocktailpodcast ausgeliehen:

Der 1934er-Cosmo mit Himbeeren und Gin war leider nicht unser Highlight im Test.
Der 1934er-Cosmo mit Himbeeren und Gin war leider nicht unser Highlight im Test.

1934er-Cosmopolitan

  • 4cl Gin
  • 1cl Cointreau
  • 2cl frischgepresster Zitronensaft
  • 1cl Himbeersirup oder 3 frische Himbeeren (bei mehr wird’s zu rot)

Alles zusammen in einen Shaker geben, mit viel Eis ordentlich durchschütteln und in ein vorgekühltes Martiniglas doppelt abseihen. Trinken.

Die perfekten Zutaten

Jetzt kommt die Stelle, an der wir erklären, wie wir auf unser Rezept ganz oben kommen. Vorweg: Das gibt’s in der Form ganz bestimmt schon – aber wir haben diese Kombination und die Mengenangaben durch ausgiebige Tests eruiert – wer vergleicht, wird auch feststellen, dass wir uns sonst eisern an 6 cl harten Stoff klammern, was wir hier bleiben lassen – der Drink gerät sonst derbe zu heftig und damit an seiner Zielgruppe vorbei. Vor allem ist obige wirklich die Variante, die uns am besten schmeckt – alles was wir ab hier erzählen, ist also kein höheres Barwissen mehr, sondern einfach unsere Meinung. Und die fängt beim Wodka an:

Absolut Citron oder irgendwas anderes?

Für das Originalrezept der 80er nutzt man Zitronenvodka – auch wenn man das durch die Limetten und die Fruchtsüße kaum durchzuschmecken scheint. Ein Hauch von Zitrone macht das Getränk aber tatsächlich etwas runder. Für denselben Effekt kann man aber ein Stück Zitronenzeste mitshaken oder den Zitrussaft zur Hälfte aus Limetten und zur Hälfte von Zitronen nehmen. Das Ergebnis ist vergleichbar. Der Cosmopolitan wird nicht automatisch schlecht, wenn ihr den Hauch Zitrone außen vor lasst – mit Zitrone, aus welcher Quelle auch immer, wird er aber besser. Wer die über echte Zitronen ins Glas bringt, kann sich dafür dann auch seinen Lieblingsvodka ins Glas kippen.

Welcher Triple Sec ist der beste?

In Cocktails wie dem Cosmopolitan ist der Triple Sec wenig tonangebend, Cranberry und Limette laufen ihm den Rang ab. Wenn ihr irgendwo günstigen Orangenlikör loswerden wollt, seid ihr hier ganz gut aufgehoben. Tatsache ist aber, dass Cointreau und vergleichbare Qualitäten bei filigraneren Drinks einen großen Unterschied machen; wenn ihr also neuen Orangenlikör kaufen müsst, dann einen Guten.

Rose’s Lime Juice oder frischer Limettensaft?

Durch Orangenlikör und Cranberrynektar bekommt der Cosmopolitan eine leichte Grundkünstlichkeit, die wir durchaus mögen. Sie passt zu den 80ern und 90ern, zur rosa Farbe, sie macht Spaß. Aber mit Lime Juice Cordial wird diese Note deutlich zu heftig. Deswegen bleiben wir bei frischen Limetten.

Cranberrynektar für Cosmopolitan

Statt des Cranberrynektars verweisen viele Rezepte auf Rose’s Cranberry Mixer – ein Cranberry-Saft, der ähnlich wie Rose’s Lime Juice Cordial irgendwo zwischen Saft und Sirup liegt und ziemlich süß daherkommt. Sein Vorteil: Die Haltbarkeit und der Geschmack. Sein Nachteil: Das Zeug kriegst du nirgends. Ums Verrecken nicht. Also bleiben wir beim Cranberrynektar.  Entgegen der landläufigen Meinung gibt es übrigens auch richtigen Cranberrysaft – sogenannten Cranberry Muttersaft. Mit um die 8 Euro pro Liter ist es damit dann aber wirklich schade, wenn ihr die Pampe nicht verbraucht und später wegschütten müsst und für den Drink ist sie fast zu heftig-intensiv. Uns gelingt es nicht, ihn damit gut auszutarieren, ohne schon komplett ins twisten zu geraten.

Die perfekten Mengen für den Drink

Wie bei jedem Sour ist es auch beim Cosmo eine Frage der Qualität und Intensität der verwendeten Limetten und natürlich auch des Cranberry-Nektars, wie man die Zutaten gewichtet. Wir haben uns am Ende für das Rezept oben entschieden, weil der Cosmopolitan damit die schönste, pinke Farbe hatte und weil er uns dann am meisten Spaß macht, wenn er eigentlich ein Sour ist, der nur einen Hauch von Cranberry-Aroma in sich trägt. Mit so einem davon in der Hand gucken wir dann zur Not auch Sex and the City, wenn uns jemand zwingt.

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Bildquelle Aufmacher: Fotolia.com © nikilitov

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Johann

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2 Kommentare

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Ich stimme zu.

  • Ich musste auf der letzten Party feststellen, dass kaum eine junge Frau die moderne Variante mochte, da ihnen der Drink viel zu stark war. Habe ihn daher notgedrungen mit zusätzlichen 2cl Granatapfelsaft gestreckt. War eig auch nicht schlecht …