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Huizache Tequila Origen und der Tequila & Port Cocktail

Der Tequila Huizache Origen in einem Old Fashioned.

Tequila kommt erst in den letzten Jahren in der Welt der Connaisseure an und auch nur langsam. Selbst auf Spirituosen-Messen, im Anblick der nerdigsten Gin-, Rum– und Whisky-Nerds muss man in regelmäßigen Abständen (je nachdem, wie oft man das Wort „Tequila“ sagt) erklären, dass der Agavenbrand aus Mexico eben nicht nur billigster Fusel zum reinschütten ist. Und selbst mit guten Tequilas wird es gelegentlich schwer, die geneigten GesprächspartnerInnen vom Gegenteil zu überzeugen. Ein Tequila der dabei durchaus helfen könnte: der Huizache Origen.

Die Flasche für dieses Tasting wurden uns von der fifteenlions GmbH & Co. KG, dem deutschen Vertrieb von Huizache, zur Verfügung gestellt, Bedingungen gab es nicht. Mehr Informationen dazu am Ende des Artikels. 

Die Story hinter Huizache Tequila

Wer mehr über die Hintergründe der Marke Huizache und den lobenswerten Nachhaltigkeits-Anspruch des Unternehmens wissen möchte, dem legen wir den Artikel zu Huizache Blanco & Reposado ans Herz – hier soll es mehr um diesen ganz speziellen Vertreter aus dem Hause gehen. Der macht gleich zwei sehr spezielle Sachen: zum einen wird er mit 35 Prozent abgefüllt. Das klingt nach viel zu wenig für eine Spirituose, eher nach einem kräftigen Likör und ist tatsächlich auch das Minimum für Tequila. Das sorgt aber dafür, dass das Ding wirklich butterweich runtergeht und selbst bei Menschen mit Poststudentenpartystischer Belastungsstörung keine Tequila-Panik auslöst.

Der Tequila Huizache Origen in einer Art Perfect Tequila Martini on the rocks.
Der Tequila Huizache Origen in einer Art Perfect Tequila Martini on the rocks.

Zum anderen wird der Huizache Origen zweifach gelagert: einmal für drei Monate in einem Ex-Bourbon-Cask, wie für Tequila üblich – danach ist er quasi baugleich mit dem Huizache Reposado. Dann kommt er aber nochmal für sechs Monate in Fässer aus weißer französischer Steineiche. Ageing-Experimente sind in der Tequila-Welt noch recht selten und die meist kurze Dauer der Reifung klingt in Genießer-Ohren eher unsexy, selbst wenn in drei Monaten in der Hitze Mexicos deutlich mehr in so einem Fass passiert als im windigen Schottland. Noch ein Ansatz also, um Tequila-Einsteiger in die Agaven-Genusswelt zu locken. Aber schmecken muss er dafür halt auch noch:

So schmeckt Huizache Tequila Origen

Für 35% ist dieser Tequila erstaunlich viskos und zieht eine beachtliche Anzahl Nasen nach dem Schwenken. Die Farbe erstrahlt in sehr hellem grüngelb. Die Nase erinnert fast eher an einen Mezcal denn an einen Tequila: Teer, schwarzer Pfeffer, Agave, all das kommt sofort auf, allerdings nicht mit dieser Urgewalt, wie man sie von Mezcal kennt. Vielschichtig, aber elegant. Steht er eine Weile, kommen grüne Äpfel und frische Wandfarbe hinzu. Letzteres klingt eklig, ist aber einfach unsere primäre Assoziation zu diesem sehr mineralischen Ton, den wir hier wahrnehmen – und der im Gesamtkonstrukt durchaus Freude macht.

Nase: Teer, schwarzer Pfeffer, Agave, grüne Äpfel, Wandfarbe

Mund: Honig, Vanille, Pfeffer, Zitrustöne, Mandeln, Rauch, Teer

Auf der Zunge erscheint er angebracht mild, mit einer leichten Grundsüße von Honig und Vanille, die aber schnell einer sehr breiten Agavennote Platz macht. Auch der Pfeffer bricht sich schnell Bahn, allerdings nicht in Form irgendeiner Schärfe, sondern als echte Würze. Auf dem Weg zum Gaumen zeigen sich Zitrustöne und Mandeln, im Abgang schalten sich etwas Rauch und wieder der Teer dazu. Ein schönes, gemütliches Erlebnis.

Huizache Origen pur und in Cocktails

Ein wunderschöner Pur-Tequila, der butterweich runtergeht und geschmacklich komplex und trotzdem nicht zu überfordernd ist. Das macht ihn im Gesamtpaket zu einem ziemlich guten Produkt für Agaven-Einsteiger, die nicht gleich mit Spirituosen hantieren möchten, die nach verbrannten Autoreifen mit Kieselsteinen aus der Wüste schmecken. Die aromatische Komplexität macht aber auch für den erfahrenen Gaumen durchaus die fehlende Power wett. Ein filigraner Genuss also – den wir natürlich trotzdem in Cocktails vermixen, wir sind ja nicht zum Spaß hier.

Der Tequila Huizache Origen in einem irre leckeren Tequila & Port mit Graham's Fine Tawny.
Der Tequila Huizache Origen in einem irre leckeren Tequila & Port mit Graham’s Fine Tawny.

Ein Problem tut sich dabei sehr schnell auf: gegen sehr intensive Zutaten kommt der Origen nicht besonders gut an. Beispiel Paloma: Vermixt mit etwas Salz, Limette und Three Cents Grapefruit Soda gibt das einen hammerguten Drink – aber ob da jetzt der Huizache Origen oder der mindestens 10 Euro günstigere Reposado im Glas ist, vermag zumindest unser Gaumen nicht auszumachen. Also mixen wir Drinks, in denen er deutlich besser rauskommt, etwa einen Old Fashioned mit einem Hauch Zuckersirup und zwei Spritzern Angostura; richtig gutes Zeug. Eine Art Perfect Tequila Manhattan mit 6 cl Origen und je einem cl Rosé Port und trockenem Wermut, serviert on the rocks ist ebenso durchaus lecker. Der Knaller ist im Test aber mit großem Abstand eine absurd simple Mischung, in die wir uns sofort verliebt haben:

Tequila & Port

  • 5 cl Huizache Origen
  • 3 cl Tawny Port

Auf Eis rühren. In eine gefrostete Coupette abseihen. Trinken.

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Fazit: Schwierig zu sagen, warum dieses spannende Projekt nicht ein bisschen mehr als 35% Alkohol spendiert bekommen hat – denn abgesehen von seiner Achillesferse Durchsetzungskraft ist der Huizache Origen ein irre spannendes Produkt mit sehr ausgeprägtem Agavengeschmack, das auch pur viel Freude macht.

Daten:  35 Prozent, Mexico, 0,7 Liter, um 50 Euro

Der Deutsche Vertrieb von Huizache, die  fifteenlions GmbH & Co. KG, hat uns die Flaschen für redaktionelle Zwecke zur Verfügung gestellt, danach aber weder auf Art noch Umfang eventueller Artikel, noch das Tasting Einfluss zu nehmen versucht. Wir sagen Danke für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.

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Johann

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