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Hurricane Cocktail – das Rezept für zu viel Rum mit zu viel Saft

Der Hurricane, garniert mit getrockneter Orange und Amarena-Kirsche.
Rezept für den Hurricane Cocktail

Rezept für den Hurricane

  • 6 cl Gereifter Rum
  • 6 cl Weißer Rum (wir nehmen Rhum Agricole)
  • 3 cl Limettensaft
  • 3 cl Orangensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup
  • 2 Maracujas
  • 1 BL Grenadine

Grenadine in ein Hurricane-Glas voller Eiswürfel geben. Alle anderen Zutaten auf Eis shaken und doppelt in das Glas abseihen. Nach Lust und Laune mit Crushed Ice toppen und mit Amarenakirsche und Orangenscheibe garnieren. Trinken.

Die Einkaufsliste

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Gemaule gleich in der Headline, das habt ihr gern, oder? Da kriegt man gleich so richtig gute Laune. Aber sind wir doch mal ehrlich: „Hurricane“, das erinnert ein paar von uns an diese ganz spezielle Glasform und es erinnert praktisch jeden von uns an eine Nacht, an die wir uns nicht mehr erinnern. Hurricane, das ist auf den Rezept-Karteikärtchen dieser Welt leider viel zu oft viel zu viel Saft mit viel zu viel Rum. Ähnlich wie beim Zombie wurde bei diesem Drink die Ur-Rezeptur irgendwann komplett ad absurdum geführt und außer dem Grund-Leitfaden „Mit Rum und heftig“ blieb nicht viel übrig, als das Ding in unvermittelt verkatert in den 90ern aufwachte.

Der Zombie allerdings hat sich im Zuge der Bar-Renaissance und der daraus hervorgegangen dritten Tiki-Welle ziemlich gut erholt. Es gibt ihn jetzt wieder, mit Liebe gemacht und in der durchaus komplexen aber immer noch tödlichen Ur-Rezeptur. Der Hurricane aber dagegen scheint dieser Tage noch etwas untoter als sein untoter Bruder. Anders als den Zombie hat man ihn nämlich nie zu 100 Prozent mit Tiki in Verbindung gebracht und damit auch weiträumig auf die Wiederbelebung verzichtet – das liegt unter anderem an seiner Herkunft.

Die Geschichte hinter dem Hurricane

Dieser Drink entsteht nicht in irgendeiner Tiki-Bar von Trader Vic oder Don the Beachcomber sondern in einem Irish Pub namens Pat O’Brien’s im New Orleans der 1940er-Jahre. Hier will eigentlich jeder nur Whiskey saufen, aber die Brennereien stellen sich quer: weil kistenweise importierter Rum im Umlauf ist, den man plötzlich nicht mehr los wird, wird der an arme Barbetreiber zwangsverhökert. Irgendwann schüttet man das Zeug dann eben mit diversen Säften zusammen, allen voran Passionsfrucht, und hofft, das es gekauft wird.

Wurde es, mutmaßlich aus ähnlichen Gründen wie heute: Geht aufgrund der immensen Menge an Saft und Zucker leicht runter und schnell ins Blut. Das Originalrezept ging im Dickicht der Jahrzehnte verloren, mutmaßlich wurden aber mehrere Rums mit Zitronensaft und Passionsfruchtpüree vermengt und dann kam der ganz Spaß ins Glas. Am Anfang allerdings wohl nicht in das heute so ikonische bauchige Gefäß – das ist nämlich nach dem Drink benannt, nicht umgekehrt. Das Glas haben wir behalten, an der Rezeptur haben wir sanfte Anpassungen vorgenommen:

Rezept für den Hurricane

  • 6 cl Gereifter Rum
  • 6 cl Weißer Rum (wir nehmen Rhum Agricole)
  • 3 cl Limettensaft
  • 3 cl Orangensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup
  • 2 Maracujas
  • 1 BL Grenadine

Grenadine in ein Hurricane-Glas voller Eiswürfel geben. Alle anderen Zutaten auf Eis shaken und doppelt in das Glas abseihen. Nach Lust und Laune mit Crushed Ice toppen und mit Amarenakirsche und Orangenscheibe garnieren. Trinken.

12 cl Rum? Seid ihr dumm?

Immer mit der Ruhe Cowboy. Wir können dir guten Gewissens versichern: Ja, wir sind dumm. Tatsache ist: Egal, welchen Cocktail wir uns heutzutage bestellen, wir wollen ihn genießen – für Absturz um jeden Preis und in Hochgeschwindigkeit sind wir beileibe zu alt. Jetzt das Aber: Wenn wir uns einen Hurricane bestellen, dann weil wir uns für einen kurzen Moment an die Maßlosigkeit und Unbedachtheit unserer Jugend erinnern wollen. Hurricane bestellen heißt: Exzess bestellen.

Deswegen sind wir in der Menge an Spirituose durchaus ein ganz klein wenig komplett durchgeknallt, ist schon klar. Was den Geschmack angeht sind wir jedoch kompromisslos – deswegen setzen wir auf ordentliche Basis-Zutaten, ein Mischverhältnis, das keine Spontan-Diabetes auslöst und eine Zubereitung, die dafür sorgt, dass das Ding auch eine ganze Weile lang gut schmeckt. Denn auch wir nuckeln an 12 cl Rum eine ganze Weile rum. Aber jetzt mal so, unter uns: Ihr könnt das Rezept auch guten Gewissens halbieren, falls ihr vernünftiger seid als wir.

Eiswürfel oder Crushed Ice?

Die Kernfrage für diesen Drink, noch wichtiger als die Auswahl der richtigen Rums – denn nur, wenn ihr hier ordentlich arbeitet, funktioniert die Nummer auch mit 12 cl Rum. Zuerst der einfache Teil: Geschüttelt wird immer mit Eiswürfeln – wer mit Crushed Ice shaked, kann auch gleich einfach kaltes Wasser in seinen Drink laufen lassen. Kompliziert wird die Nummer dann allerdings bei der Frage ob jetzt Eiswürfel oder Crushed Ice ins Glas sollen.

Unser Bauch sagt eigentlich Eiswürfel: Der Drink hat ein normales Sour-Mischverhältnis und darf nicht zu schnell verwässern. Allein: irgendwie fehlt da was in diesem fetten Glas und mit diesem der Ausschweifung gewidmeten Drink. Also füllen wir mit Eiswürfeln und türmen nichtsdestotrotz ein kleines Häuchen Crushed Ice obenauf. Perfekt.

Welcher Rum?

Eigene Rum-Blends sind eine schwierige Nummer, die schnell ins Beliebige abdriftet. Vor allem wenn man, wie wir, die Mai Tai-Straße runterfährt und einen brauchbaren, intensiven aber nicht überbordenden Jamaikaner mit einem weißen Rhum Agricole kombiniert. Die Nummer hat so viele fruchtige Ester-Aromen, das der ungeschulte Gaumen schon mal meint, er trinkt einen angenehm angegammelten Obstkorb. Wir mögen das so – und setzen hier bevorzugt auf einen Plantation Xaymaca und ein Clement Agricole Blanc mit 40% (der 50%ige gerät etwas zu heftig).

Es spricht aber auch wenig dagegen, einfach 12 cl eines guten Melasse-Rums zu nehmen. Barbados-Rums wie der Mount Gay in allen Farben und Altersstufen machen sich ordentlich, genauso wie 12 cl eines Compagnie des Indes Latino oder ein etwas abgefahrenerer, kraftvoller Blend aus Revolte Rum Overproof und dem deutlich schlichteren, aber trotzdem schönen Plantation Dark Rum.

Der Hurricane, garniert mit getrockneter Orange und Amarena-Kirsche.
Der Hurricane, garniert mit getrockneter Orange und Amarena-Kirsche.

Der ganze Fruchtquatsch im Hurricane

In Sachen Obst kann man ein ganz klein wenig verzweifeln, wenn man so durch die Rezepte im Netz surft: Orange, Zitrone, Limette, Maracuja, Ananas, Mango – alles mal drin, gerne mal mit bis zu 9 gottverdammten cl. Wir haben uns recht schnell für Maracuja und Limette als feststehende Grundsätze entschieden – Limette funktioniert einfach besser mit dem Rum als Zitrone und die Passionsfrucht ist wohl authentisch im Pat O’Brien’s benutzt worden. Während die meisten Rezepte hier auf Saft oder Püree setzen, greifen wir zur frischen Frucht. Das Püree ist eine gute Wahl, aber schweineteuer und verderblich. Passionsfruchtsaft in anständiger Qualität hingegen haben wir schlicht keinen gefunden.

Bleiben Orange, Ananas, Mango, über die man nachdenken kann. Ananas und Mango sind genau wie Passionsfrucht sehr intensiv – entsprechend mischen wir sie nur sehr ungern, um nicht in die tropische Multivitamin-Falle zu tappen. Orange aber funktioniert gut als geschmackliches Bindeglied zwischen allen Komponenten – deswegen nehmen wir sie mit rein.

Bleibt die Garnitur: ein Orangenschnitz erfüllt seinen Zweck dank frischem Duft perfekt, eine getrocknete Orangenscheibe sorgt für weniger Sauerei, wenn ihr zufällig welche daheim habt. Die Amarenakirsche aber, die ist das wahre Highlight – das kleine bisschen pappiger Saft, das von der Kirsche ins Glas rennt, dieses bisschen Extra-Süße und dieses Ritual des Kirsche-vom-Drink-Pflückens, das ist am Ende dann doch dieser wunderschön-unbeschwerte Hauch von Tiki, der dem Drink sonst immer fehlt. Immer. Außer heute.

Die Amazon.de-Einkaufsliste für den Hurricane

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Johann

Cocktailbarts Archmage of Content bei Nacht, stolzer Familienvater / Texter / Konzepter / Kreativarbeiter bei Tag.

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