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Sazerac Cocktail: der Old Fashioned mit Absinth und Peychaud’s Bitters

Der Sazerac Cocktail ist schlicht, stark und lauwarm.
Der Sazerac Cocktail ist schlicht, stark und lauwarm.
Rezept für den Sazerac

Das Rezept für den Sazerac Cocktail

  • 6 cl Rye Whiskey
  • 1 Würfelzucker
  • 3 Spritzer Peychaud’s Bitters

Würfelzucker in ein Old Fashioned-Glas geben, mit den Bitters beträufeln und den Zucker mit dem Barlöffel zerdrücken. Den Rye Whiskey darübergeben und ohne(!) Eis rühren. Ein vorgekühltes, zweites Old Fashioned-Glas mit ein paar Tropfen Absinth im Inneren benetzen. Drink vom warmen ins kalte Glas gießen. Mit einer Zitronenzeste abspritzen und dazugeben. Trinken.

Die Einkaufsliste

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Sazeracs funktionieren nur ohne Scheiß. Zumindest für uns – aber wenn schon wir neunmalklugen Pappnasen auf die „Bitte kein Bullshit!“-Taste hauen, könnt ihr euch grob vorstellen, wie echte Bartender über diesen Drink denken. Er ist alter Cocktail-Adel, ganz großes Aromen-Tennis und vor allem Begründer eines Rituals, das man als den „Sazerac-Style“ kennt. Genau dieses Ritual ist es dann aber auch, dass eigentlich komplett überholt und unpraktisch ist. Aber wie bei so vielen Ritualen geht es dabei vor allem um Tradition, Show und vor allem: Liebe.

Stellt euch den Sazerac vor wie einen ziemlich warmen, unverdünnten Old Fashioned mit Rye Whiskey und einem Hauch Absinth. Falls euch das nicht komplett abschreckt, seid ihr hier genau richtig. Nur euren Willen zur Optimierung solltet ihr an dieser Stelle unterdrücken. Der Sazerac ist, was er ist, man mixt ihn Sazerac-Style, selbst – ja, selbst wenn es eine durchaus gute Chance gibt, dass er mit ein paar Optimierungen besser schmecken könnte. Darum geht’s hier nämlich nicht.

Die Geschichte des Sazerac Cocktails

Seit 2008 ist der Sazerac der offizielle Drink von New Orleans – reichlich späte Ehrung, wenn man bedenkt, dass der Drink schon 1838 hier erfunden wurde und zwar von Antoine Amedie Peychaud, einem Apotheker. Falls bei dem Namen was klingelt bei euch, dann kommt das nicht von ungefähr: von diesem Herrn stammt das ursprüngliche Rezept für die Peychaud’s Bitters, einer unersetzlichen Zutat für diesen Drink. Je nach Quelle rechnet man sogar das Rezept für den Sazerac dem guten Antoine zu.

Ohne Peaychaud's Bitters kein Sazerac.
Ohne Peaychaud’s Bitters kein Sazerac.

Das lässt sich zwar nicht mehr belegen, aber man ist sich ziemlich sicher, dass er regelmäßig Gast im Exchange Coffee House war – jener Bar, die um 1850 unter Führung eines Mannes namens Sewell Taylor diesen Drink ausschenkte. Damals allerdings nicht mit Rye Whiskey, wie es heute üblich ist, sondern mit einem ganz bestimmten Cognac; dem Sazerac-de-Forge et Fils. Um 1870 übernahm Thomas H. Handy den Laden, änderte die Rezeptur auf Rye Whiskey und begann auch, Spirituosen zu importieren. Aus der kleinen Bar von Mr. Handy wurde dann später die Sazerac Company, die den gleichnamigen Rye Whiskey produziert, der aber im Gegensatz zu den Peychaud’s Bitters und trotz all seiner Qualität nur selten als Pflicht-Zutat genannt wird.

Sehr wohl Pflicht ist dagegen die Zubereitungsart. Man könnte diesen Drink problemlos auf „moderne“ Old Fashioned-Art machen, mit ein paar Eiswürfeln kurz rühren, um die Aromen des Whiskeys zu öffnen, Zuckersirup statt dem doofen Würfel. Absinth-Nebel mit dem Zerstäuber statt das Glas mit dem Zeug auszuwaschen. Könnte man alles machen. Aber vielleicht mehr als bei jedem anderen Cocktail würde man zu hören bekommen: „dann ist es ja kein Sazerac mehr!“. Und ausnahmsweise – nur ausnahmsweise! – sind wir da genau dieser Meinung.

Das Rezept für den Sazerac Cocktail

  • 6 cl Rye Whiskey
  • 1 Würfelzucker
  • 0,25 cl Absinth
  • 3 Spritzer Peychaud’s Bitters

Würfelzucker in ein Old Fashioned-Glas geben, mit den Bitters beträufeln und den Zucker mit dem Barlöffel zerdrücken. Den Rye Whiskey darübergeben und ohne(!) Eis rühren. Ein vorgekühltes, zweites Old Fashioned-Glas mit ein paar Tropfen Absinth im Inneren benetzen. Drink vom warmen ins kalte Glas gießen. Mit einer Zitronenzeste abspritzen und dazugeben. Trinken.

Warum dieses Rezept und kein anderes?

Die Nummer mit dem „Absinth Rinse“, also das Ausspülen des Glases mit der Spirituose und das rühren im zweiten Gästeglas, das ist der Sazerac-Style. Ohne den mixt man keinen Sazerac sondern einfach nur einen sehr speziellen Old Fashioned. Natürlich könnt ihr da in euren Privatgemächern dran drehen wie ihr möchtet – aber wenn sich jemals jemand von euch wünscht, dass ihr im einen Sazerac mixt, dann möchte er im Zweifel genau dieses Ritual sehen. Verzeihung: erleben. Sazeracs sind flüssige Zeitreisen. Die muss man zelebrieren.

Anrühren im zweiten Gästeglas - beim Sazerac gehört das zum Ritual.
Anrühren im zweiten Gästeglas – beim Sazerac gehört das zum Ritual.

Aber natürlich kann man an den Feinheiten der Rezeptur ein klein wenig spielen, am Mischverhältnis und in geringem Maße an den Zutaten. Zum einen kann man den Sazerac in seiner Original-Version mit Cognac mixen – aber so sehr wir guten Cognac schätzen, Rye macht uns mehr Spaß. Halb/halb-Rezepte funktionieren für uns nur mäßig. Dass so manches Rezept einen von drei Dashes Peychaud’s durch Angostura ersetzt ist hingegen durchaus sinnig, vor allem wenn eurem Rye Whiskey etwas die Power fehlt. Angostura bringt etwas mehr Kraft ins Spiel.

Kann ich Peychaud’s Bitters irgendwie ersetzen?

Wir kennen ehrlich gesagt keine Bitters, die diesen Geschmack zwischen Floral, Kirsche, Wermut und Anis so hinkriegen wie diese Bitters. Für einen originalen Sazerac sind sie praktisch unabdingbar. Selbstverständlich lassen sich hier aber viele tolle Twists erschaffen und viele davon werden irre gut schmecken. Nur für diesen Original Sazerac-Touch sind die knallroten New Orleans-Cocktail Bitters eben unabdingbar.

Der perfekte Whiskey für den Sazerac

Wer unseren Artikel über den Sazerac Rye gelesen hat weiß: wir lieben diesen Rye im Drink, der ihm seinen Namen verleiht – und er ist seinen immens hohen Preis auch durchaus wert. Allerdings will man selbst als Fan gehobener Cocktail-Kultur nicht immer gleich einen Drink für 7 Euro Warenwert (!) in sich hineinschütten. Entsprechend tun es auch der immer noch hoch bepreiste aber gute Michter’s Rye oder Overholt und Rittenhouse Rye – alle drei funktionieren top in diesem Drink. Niedrigpreisige Preis-Leistungs-Kracher wie der Jim Beam Rye fallen dagegen leider raus – für sie ist dieser Drink etwas zu pur. Im Direktvergleich mit den anderen Varianten fallen sie doch deutlich ab.

Der Sazerac Rye im namensgebenden Cocktail mit Peychaud's Bitters.
Der Sazerac Rye ist ein hervorragende, allerdings nicht unentbehrliche Zutat für den Sazerac Cocktail.

Was den Absinth angeht, so möchten wir ehrlich gesagt unsere Klappe nicht zu weit aufreißen – kauft einen guten, sprich nicht zu günstigen, der im besten Fall auch nicht künstlich tiefgrün gefärbt wurde. Aber selbst die giftgrünen Varianten verströmen diesen bitter-kräutrigen Duft im Glas, wegen dem man die Spirituose hier einsetzt. Wer den perfekten Absinth für seine Hausbar sucht, findet eine tolle Auswahl bei den Jungs von Alandia.

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JohannTrasch

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